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Kein Geld fĂŒr Benziner und Diesel – das sagen Experten

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 04.06.2020Lesedauer: 3 Min.
Förderung des Auto-Absatzes: Benziner und Diesel bleiben außen vor. Damit konnte die Autoindustrie ihre Forderung nicht durchsetzen.
Förderung des Auto-Absatzes: Benziner und Diesel bleiben außen vor. Damit konnte die Autoindustrie ihre Forderung nicht durchsetzen. (Quelle: Pius Koller/imago-images-bilder)
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Jeder kriegt etwas ab beim großen Konjunkturpaket der Bundesregierung. Aber die deutsche Autoindustrie hat ihren Willen nicht durchsetzen können. Was sagen Hersteller, Anleger, Experten und UmweltschĂŒtzer?

Das grĂ¶ĂŸte Konjunkturpaket der Nachkriegszeit ist beschlossene Sache. Es enthĂ€lt eine Reihe großer Posten und kleinerer Pöstchen. Aber eines fehlt: Die von der Autoindustrie vehement geforderte KaufprĂ€mie fĂŒr saubere Neuwagen aller Art wird es nicht geben. Stattdessen verdoppelt der Bund seinen bisherigen Anteil an der KaufprĂ€mie fĂŒr Elektroautos auf 6.000 Euro. Der Hersteller-Anteil an der PrĂ€mie (bis zu 3.000 Euro) bleibe davon unberĂŒhrt, heißt es in der Einigung. Demnach steigt die KaufprĂ€mie auf bis zu 9.000 Euro. FĂŒr Autos mit reinem Verbrennungsmotor gibt es kein Geld – aber fĂŒr Autos mit Plug-in-Hybrid. Die Reaktionen im Überblick.

Das sagen die Experten

"Bei der ElektromobilitĂ€t sind die 6.000 Euro fĂŒr die rein batterie-getriebenen Autos ein sehr krĂ€ftiger Impuls", meint Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer. Der Branchenexperte vom Institute Customer Insight (ICI) der UniversitĂ€t St. Gallen warnt aber: "Mal sehen, inwieweit die Autobauer ihre heutigen ZuschĂŒsse zu den ElektroautoprĂ€mien zurĂŒckfahren. Das wĂŒrde ich nicht ausschließen." Es wĂŒrde bedeuten, dass nicht die gesamte mögliche PrĂ€mie von bis zu 9.000 Euro beim Kunden ankomme.

Außerdem wirke der Schub fĂŒrs Elektroauto nur auf einen kleinen Teilmarkt von vermutlich fĂŒnf oder zehn Prozent des Gesamtmarkts. "Es fehlt der große Schub fĂŒr die restlichen 90 Prozent, und genau diese 90 Prozent bewegen unsere Wirtschaft und unser Sozialprodukt."

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Ähnlich sieht es die Branchenexpertin Ellen Enkel. Eine Förderung vor allem von E-Autos wĂŒrde deutschen Konzernen eher wenig bringen: "Davon profitieren in erster Linie auslĂ€ndische Hersteller." Der Grund: Nur jedes vierte der förderfĂ€higen Elektro-Modelle wĂ€re ein deutsches. Wie Deutschlands Top-Ökonomen das Paket bewerten, erfahren Sie hier.

Das sagen die UmweltschĂŒtzer

Keine Förderung von Verbrennern – eine Entscheidung mit großen Schlupflöchern, kritisieren UmweltschĂŒtzer. "Die zusĂ€tzliche Förderung von Fahrzeugen mit Plug-in-Hybrid-Technologie ist eine KaufprĂ€mie fĂŒr Verbrenner durch die HintertĂŒr", sagt etwa Jens Hilgenberg von der Umweltorganisation BUND. Diese Autos kombinieren einen Benzinmotor mit einem Elektroantrieb – und fahren hĂ€ufig im Verbrennermodus.

Eine versteckte KaufprĂ€mie fĂŒr Verbrenner – dass es sie gibt, bestĂ€tigen selbst Teile der Branche. Dirk Vogel vom Netzwerk der Autobranche in Sachsen beispielsweise zeigt sich nicht etwa enttĂ€uscht ĂŒber eine fehlende Förderung fĂŒr Diesel und Benziner: "Durch die Senkung der Mehrwertsteuer gibt es ja einen Kaufanreiz", sagt Vogel im MDR.

Dennoch sei der Verbrenner der große Verlierer, meint Greenpeace-Klimaexperte Tobias Austrup. "Dem technologischen Auslaufmodell ist die politische UnterstĂŒtzung abhanden gekommen." Auch Greenpeace kritisiert die aufgestockte PrĂ€mie fĂŒr Plug-in-Hybride als ökologisch unsinnig. "Bestenfalls blassgrĂŒn" nennen die UmweltschĂŒtzer das Konjunkturprogramm.

Das sagen die Autohersteller

Trotz aller Forderungen keine KaufprĂ€mie fĂŒr Verbrenner – die große und sonst so verlĂ€ssliche Medien-Maschine der Autoindustrie hat versagt. Das lĂ€sst man sich tags darauf jedoch nicht anmerken. "Wir begrĂŒĂŸen das Konjunkturpaket und die gesamtwirtschaftliche Wirkung fĂŒr das Land", sagt etwa BMW-Chef Oliver Zipse. "Die befristete Absenkung der Mehrwertsteuer ist eine wichtige Maßnahme, um die Nachfrage in Deutschland wieder in Schwung zu bringen", heißt es auch vom Verband der Automobilindustrie (VDA).

Und was vielen als selbstverstĂ€ndlich erscheinen dĂŒrfte, ist dem Verband eine Mitteilung wert: Die VDA-Mitglieder wollen den Preisvorteil aus der Mehrwertsteuersenkung komplett an die Kunden weitergeben.

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Das sagen die Anleger

Analysten des Finanzmarkts werteten die Entscheidung gegen eine Verbrenner-Förderung als EnttĂ€uschung. Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan etwa sprach von einer negativen Überraschung. Wenig Begeisterung fĂŒr die schwerpunktmĂ€ĂŸige Förderung sauberer Antriebe zeigen auch die Anleger: Die Aktienwerte von Daimler, BMW und Volkswagen gingen um bis zu 6,7 Prozent zurĂŒck.

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