Sie sind hier: Home > Auto > Recht & Verkehr >

Bugatti: VW stößt Luxusmarke ab

Kroaten übernehmen Bugatti  

VW stößt Luxusmarke ab

06.07.2021, 13:08 Uhr
Bugatti: VW stößt Luxusmarke ab. Bugatti Chiron: Berühmte und weniger berühmte Kunden sind bereit, viele Millionen Euro für die Sportwagen aus Molsheim zu bezahlen. Auch das kann aber die hohen Entwicklungskosten nicht im Ansatz decken. (Quelle: Hersteller)

Bugatti Chiron: Berühmte und weniger berühmte Kunden sind bereit, viele Millionen Euro für die Sportwagen aus Molsheim zu bezahlen. Auch das kann aber die hohen Entwicklungskosten nicht im Ansatz decken. (Quelle: Hersteller)

Volkswagen trennt sich von der schönsten, schnellsten und teuersten seiner zwölf Konzernmarken. Künftig hat sie ihren Sitz in Zagreb. Denn der Luxushersteller Bugatti wird kroatisch.

Bugatti war gut fürs Prestige, aber schlecht für die Bilanz. In ihren gut 20 Jahren im VW-Konzern produzierte die Luxusmarke aus Frankreich neben ein paar Autos vor allem eines: hohe Kosten.

Auch die CO2-Werte der Supersportwagen (bis zu 440 km/h) aus Molsheim im Elsass passen nicht mehr in die Zeit und ins Konzept der Konzernleitung. Deshalb reift seit Längerem der Plan, Bugatti abzustoßen. Nun wird er umgesetzt: Volkswagen trennt sich mehrheitlich von seiner Luxusmarke.

Wie geht es weiter mit Bugatti?

Künftig hat das Unternehmen Rimac aus Kroatien, das ebenfalls exklusive Sportwagen baut, bei Bugatti das Sagen. An einem neu gegründeten Joint Venture namens Bugatti-Rimac wird es 55 Prozent der Anteile halten. Die Volkswagen-Tochter Porsche wird mit 45 Prozent beteiligt sein. Vorher müssen noch die Kartellbehörden einiger Länder zustimmen. Zu den finanziellen Einzelheiten des Deals schweigen sich alle Beteiligten aus.

Wer ist Rimac?

Das junge Unternehmen kooperiert mit vielen namhaften Autoherstellern, darunter Aston Martin, Renault, Hyundai und Kia. Und es baut auch eigene Supersportwagen. Etwa den neuen Nevera: Mit 1.912 PS soll er zum stärksten Straßenauto der Welt werden. In weniger als zwei Sekunden beschleunigt er auf Tempo 100, die Spitze liegt bei 412 km/h. Und zwar im Gegensatz zu einem Bugatti komplett abgasfrei, denn der Nevera wird von vier Elektromotoren angetrieben – je einem pro Rad. 150 Stück zum Preis von je 2,4 Millionen Euro sind geplant.

In der Auto-Welt hat sich Rimac längst hohes Ansehen erarbeitet. Bester Beweis: Schon 2018 übernahm Porsche Anteile an den Kroaten, die 2019 erstmals aufgestockt wurden. Erst im März investierte Porsche weitere 70 Millionen Euro und hält nun 24 Prozent der Rimac-Anteile. Fürs kommende Jahr ist offenbar der Gang an die Börse geplant. Mate Rimac, der Kopf des Unternehmens, peilt Berichten zufolge eine Bewertung von fünf Milliarden Euro an.

Rimac Nevera: Von dem Super-E-Auto sollen nur 150 Exemplare gebaut werden. (Quelle: dpa/tmn/Philipp Rupprecht/Rimac)Rimac Nevera: Von dem Super-E-Auto sollen nur 150 Exemplare gebaut werden. (Quelle: Philipp Rupprecht/Rimac/dpa/tmn)

"Porsche, Bugatti und Rimac passen gut zusammen", sagte Porsche-Chef Oliver Blume der Automobilwoche. Bei Elektroantrieb und Batterietechnik seien die Kroaten "sehr agil, gut in prototypischen Lösungen, bei Kleinserien und in der Fähigkeit, Themen anders zu denken". Kurz: Sie können Bugatti nach vorne bringen, sauberer und richtig profitabel machen – also all das, was in den vergangenen 20 Jahren eher mäßig bis gar nicht klappte.

Verwendete Quellen:
  • Manager Magazin
  • Automobilwoche
  • Nachrichtenagentur Reuters
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: