Sie sind hier: Home > Auto > Recht & Verkehr >

Ämter überfordert vom Führerscheinumtausch

Schon jetzt  

Ämter überfordert vom Führerscheinumtausch

23.11.2021, 13:57 Uhr
Ämter überfordert vom Führerscheinumtausch. Die Zeit der alten Führerscheine läuft ab: Für ihren Umtausch gelten verschiedene Fristen. Nicht jedes Amt informiert darüber eindeutig. (Quelle: imago images/Frank Sorge)

Die Zeit der alten Führerscheine läuft ab: Für ihren Umtausch gelten verschiedene Fristen. Nicht jedes Amt informiert darüber eindeutig. (Quelle: Frank Sorge/imago images)

Nicht alles läuft in Deutschland so reibungslos wie vorher gedacht. Wir alle wissen das längst. Neuestes Beispiel: der anstehende Führerscheinumtausch. Hier knirscht es schon, bevor es überhaupt richtig losgeht.

Mehr als 110 verschiedene Führerschein-Arten sind in der EU im Umlauf – zu viele, finden die Verantwortlichen. Deshalb sollen unsere Führerscheine einheitlich und obendrein fälschungssicherer werden. Allein in Deutschland müssen deshalb 43 Millionen Führerscheine umgetauscht werden – die letzten am 19. Januar 2033, also in mehr als elf Jahren.

Aber schon heute gibt es Umtausch-Chaos, wie eine Recherche des Magazins "Auto Motor und Sport" zeigt. Demnach gibt es drei Hauptgründe, weshalb der Umtausch schon stockt, bevor er überhaupt richtig losgeht:

  • schlechte Informationen der Landratsämter auf ihren Homepages,
  • schlechte Schulung der Mitarbeiter,
  • schlechte Verfügbarkeit von Terminen bei den unterbesetzten Führerscheinstellen.

Und die Pandemielage ist natürlich auch nicht hilfreich.

So schreibt beispielsweise ein Landratsamt: "Alte Führerscheine, die bis 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, sind bis spätestens 19. Januar 2033 in einen befristeten Kartenführerschein umzutauschen". Das ist nicht ganz falsch. Aber auch nicht ganz richtig. Denn es gelten nach Geburtsjahr bzw. Ausstellungsjahr des Führerscheins gestaffelte Fristen. Wer sich hingegen allein am genannten Datum, dem 19. Januar 2033 orientiert, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu spät.

Betroffen sind 15 Millionen Papier-Führerscheine (ausgestellt bis zum 31.12.1998) und weitere 28 Millionen Plastik-Führerscheine, die danach bis zum 18.01.2013 ausgestellt wurden. Ihre Besitzer müssen sich rechtzeitig um einen Umtausch kümmern. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Portal empfiehlt: Schon ein Jahr vorher kümmern

Die entsprechenden Tabellen, aus denen die Fristen für alle Jahrgänge hervorgehen, sind auf der Website des Amts hinter allerlei anderen Informationen gut versteckt. Und das Antragsformular für den Umtausch, angeblich zum Download verfügbar, lässt sich überhaupt nicht finden.

Geduld und Nerven sind auch im weiteren Verlauf gefragt. So empfiehlt das Service-Portal von Baden-Württemberg etwa, sich bereits ein Jahr vor Ablauf der jeweiligen Frist um den neuen Führerschein zu kümmern. Manchem, der nun zum 19. Januar 2022 an der Reihe ist (Jahrgänge 1953-1958, siehe Tabellen), dürfte da mulmig werden.

Dafür gibt es aber keinen Grund. Denn meist liegt die tatsächliche Bearbeitungszeit bei drei bis vier Wochen. Und auch nach Ablauf der Frist bleibt die Fahrerlaubnis für Pkw bestehen. Es droht aber ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro, wenn Sie mit abgelaufenem Führerschein fahren.

Werden Sie häufiger erwischt, kann die Behörde das Verwarngeld nach eigenem Ermessen erhöhen. Es empfiehlt sich also, die Fristen ernst zu nehmen. Das gilt besonders für Besitzer eines Führerscheins für Lkw oder Busse: Mit Ablauf der Umtauschfrist erlischt auch deren Fahrerlaubnis.

Diese Fristen gelten für den Umtausch

Für ältere Führerscheine (erstellt vor dem 31.12.1998) entscheidet das Geburtsdatum des Inhabers über die Frist.

Für Führerscheine ab dem 1.1.1999 entscheidet das Ausstellungsjahr über die Frist zum Umtausch.

Verwendete Quellen:
  • "Auto Motor und Sport"
  • Verkehrsclub ADAC
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: