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Schockierendes Bestattungsritual

02.10.2013Lesedauer: 1 Min.
Ein M├Ânch vom Kloster Seda bereitet eine Himmelsbestattung vor.
Ein M├Ânch vom Kloster Seda bereitet eine Himmelsbestattung vor. (Quelle: Peter Parks/AFP-bilder)
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Andere L├Ąnder, andere Sitten. Sollte sich ein Europ├Ąer oder Amerikaner in das Kloster Seda verirren und zuf├Ąllig Zeuge einer Himmelsbestattung werden, k├Ânnte der Anblick von Toten und wartenden Geiern sicherlich ein Schock sein. Diese Art der Beerdigung hat jedoch praktische Gr├╝nde.

Seda ist die gr├Â├čte buddhistisch-tibetanische Klosterschule und beherbergen fast 40.000 Nonnen und M├Ânche. Hunderte kleine H├Ąuser dr├Ąngen sich an den Hang, der in der s├╝dwestchinesischen Provinz Sichuan liegt. Seda, auch bekannt unter dem Namen Sertar bedeutet ├╝bersetzt "Goldenes Pferd". Seit den tibetischen Unruhen 2008 ist Seda immer wieder ein Ausgangspunkt f├╝r Proteste gegen die Volksrepublik China. ├ťber 110 Tibetaner setzten sich seit 2009 selbst in Brand, um ihre Proteste gegen die chinesische Unterdr├╝ckung zu verst├Ąrken und erlagen in den meisten F├Ąllen ihren schweren Verbrennungen.

Ein au├čergew├Âhnliches Beerdigungsritual

Bekannt ist das Kloster allerdings auch f├╝r seine Himmelsbestattungen. Diese Art der Bestattung ist in Tibet weit verbreitet. Nach dem Tod verweilt der Leichnam noch drei bis f├╝nf Tage in seinem Haus. Am Tag der Bestattung wird der Leichnam noch vor Sonnenuntergang zum Bestattungsplatz gebracht. Dort wird der nackte K├Ârper von den Leichenbestattern, den sogenannten Ragyapas, zerst├╝ckelt und an die zuvor angelockten Aasgeier verf├╝ttert. Die Tibetaner glauben, dass die Geier ihre Verstorbenen ins sogenannte Bardo bringen, einen Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt.

Die Himmelsbestattung ist f├╝r den Buddhismus eigentlich un├╝blich. Der Grund f├╝r die ungew├Âhnliche Bestattung ist der Mangel an Brennholz und die zu harten und gefrorenen B├Âden. 1960 wurde die Himmelsbestattung von der chinesischen Regierung verboten, 20 Jahre sp├Ąter jedoch wieder erlaubt.

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