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So funktioniert der Perso als Online-Ausweis

Von dpa
25.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Da steckt mehr drin: Die Online-Ausweisfunktion (E-ID) des Personalausweises wird bislang nur wenig genutzt.
Ausweis mit Online-Funktion: Es gib bereits rund 170 Anwendungsm├Âglichkeiten. (Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn./dpa)
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Gesundheitsdaten online verwalten oder das Auto im Netz zulassen: M├Âglich macht das ein Chip im Perso, der die eigene Identit├Ąt online best├Ątigen kann. Genutzt wird die E-ID-Funktion bisher wenig.

Man kennt das: Irgendwann wird ein Beh├Ârdengang f├Ąllig, etwa f├╝r eine Urkunde, oder das Auto muss an- oder abgemeldet werden. Meist hei├čt das: warten. Auf einen Termin, in einer schier endlosen Warteschlange, auf den n├Ąchsten freien Schalter.

Um solche Probleme zu umgehen, wurde der Personalausweis schon vor Jahren mit der E-ID-Funktion aufgepeppt. Damit k├Ânnen sich B├╝rger ├╝ber einen kleinen Chip auf der Karte auch online ausweisen. Man muss also nicht f├╝r jeden Beh├Ârdengang oder f├╝r jeden Vertragsabschluss mit Versicherungen oder Unternehmen pers├Ânlich erscheinen.

Doch die Resonanz h├Ąlt sich bisher in Grenzen. In der j├Ąhrlichen E-Government-Umfrage der Initiative "D21" gaben 2021 nur neun Prozent der Befragten an, die Online-Ausweisfunktion schon einmal genutzt zu haben. Und das, obwohl drei Viertel aller Deutschen einen entsprechend ausger├╝steten Perso im Scheckkartenformat besitzen.

Online-Ausweis jederzeit aktivierbar

Obwohl neue Ausweise seit dem 15. Juli 2017 nur noch mit aktivierter E-ID-Funktion ausgegeben werden, hat laut Umfrage bislang erst ein Viertel der vollj├Ąhrigen Bev├Âlkerung (26 Prozent) einen Perso mit aktivierter E-ID. Wer noch nicht dazugeh├Ârt und seinen Online-Ausweis aktivieren lassen m├Âchte, kann das kostenlos beim B├╝rgeramt tun.

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Alle, die ihre pers├Ânliche Geheimnummer (PIN) vergessen oder verloren haben sollten, k├Ânnen online einen PIN-R├╝cksetzbrief bestellen. Er wird kostenlos an die Meldeadresse zugestellt und enth├Ąlt einen Aktivierungscode, einen QR-Code und eine neue PIN.

Und was geht mit der Online-Ausweisfunktion? Rund 170 Anwendungen listet das Personalausweisportal des Bundesinnenministeriums auf: von Kfz-Zulassungsbeh├Ârden ├╝bers Nationale Waffenregister bis hin zum Baf├Âg-Antrag. Auch Telekommunikationsanbieter oder Banken sind dabei.

Bei ihnen kann man sich beim Kauf einer Handy-Prepaidkarte oder beim Er├Âffnen eines Kontos direkt ausweisen, ohne in einen Laden gehen oder ein Video-Ident-Verfahren starten zu m├╝ssen. Und beim Elster-Portal der Finanzverwaltung ist eine E-ID-Anmeldung m├Âglich.

Smartphone oder Kartenleseger├Ąt

Und was braucht man konkret? Ein neueres Smartphone mit NFC-Chip, ├╝ber den der Chip im Ausweis ausgelesen werden kann, wenn die "Ausweisapp2" des Bundes installiert ist. NFC-Technologie ist auch Basis f├╝r kontaktloses Bezahlen. Wer also etwa schon mit dem Smartphone bezahlt, ist f├╝r E-ID gut ger├╝stet.

Aber auch ohne Smartphone kommt man zum Ziel. Daf├╝r braucht es aber ein geeignetes Kartenleseger├Ąt, dass man an seinen Rechner anschlie├čen kann, auf dem dann ebenfalls die "Ausweisapp2" installiert wird.

Inzwischen gibt es auch Drittanbieter f├╝r die E-ID-Identifikation. Ob man deren Apps oder Programme installieren muss, richtet sich nach dem Unternehmen, bei dem man sich identifizieren m├Âchte.

Der Vorgang des sich Ausweisens funktioniert dann so: Den Ausweis unters Smartphone halten oder in den Kartenleser stecken und seine PIN eingeben, wenn man dazu aufgefordert wird.

Daten werden verschl├╝sselt ├╝bertragen

Nur wer den Personalausweis zur Hand hat und die richtige PIN eingibt, kann sich online per E-ID ausweisen. Au├čerdem werden die sensiblen Daten Ende-zu-Ende-verschl├╝sselt direkt aus dem Ausweischip zum Diensteanbieter ├╝bertragen, erkl├Ąrt Matthias G├Ąrtner, Pressesprecher beim Bundesamt f├╝r Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

"Dieser ben├Âtigt daf├╝r eine Berechtigung und ein technisches Berechtigungszertifikat", so G├Ąrtner - kein Zertifikat, kein Datenzugriff. Zus├Ątzlich werden dem Nutzer sowohl die Berechtigung des Anbieters, also etwa der Zulassungsbeh├Ârde oder der Bank, und die zu ├╝bermittelnden Daten vorab angezeigt.

Bisher scheint das zu funktionieren: "Dem BSI sind keine F├Ąlle von Identit├Ątsdiebstahl oder unberechtigtem Auslesen von Daten bekannt, die auf eine Kompromittierung der Sicherheitseigenschaften des Chips oder der E-ID-Infrastruktur zur├╝ckzuf├╝hren sind", sagt G├Ąrtner.

Ausblick Smart-E-ID

Nach E-ID kommt Smart-E-ID. Letzteres soll das Online-Ausweisen noch einfacher machen, indem die Personalausweis-Daten dauerhaft im Smartphone gespeichert werden. Das Verfahren sollte schon Ende 2020 starten, die Einf├╝hrung ist aber wiederholt verschoben worden. Das liegt zum einen an technischen Herausforderungen. Zum anderen soll die Smart-E-ID aber auch Teil einer Wallet-App werden, in die auch F├╝hrerschein, Impfpass & Co wandern k├Ânnen.

Falls der Ausweis gestohlen wurde, verloren gegangen ist oder man Sorge hat, dass die E-ID-Funktion missbraucht worden ist, kann man die Online-Funktion sperren lassen. Das geht entweder bei der Polizei oder beim B├╝rgeramt. Und es gibt auch eine Sperrhotline (116 116).

"F├╝r den Anruf muss das Sperrkennwort bereitgehalten werden, das im PIN-Brief mitgeteilt wurde", sagt Birgitt Paschke vom Bundesverwaltungsamt, das f├╝r die Sperrungen zust├Ąndig ist. Taucht der Ausweis doch wieder auf oder will man die Sperrung aufheben, kann man das beim zust├Ąndigen B├╝rgeramt machen.

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