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Erlanger Studenten bauen Supercomputer

Erlanger Informatik-Studenten bauen Supercomputer

16.07.2013, 12:01 Uhr | dpa

Erlanger Studenten bauen Supercomputer. Diese fünf Informatikstudenten aus Erlangen bauen einen Supercomputer. (Quelle: dpa)

Diese fünf Informatikstudenten aus Erlangen bauen einen Supercomputer. Von links nach rechts: Andreas Schäfer, Dominik Ernst, Christopher Bross, Lucas Grunenberg und Marco Heisig. (Quelle: dpa)

Ein Computer so teuer wie eine Limousine? Erlanger Studenten tüfteln an einem leistungsstarken Supercomputer – und wollen damit gegen die studentische Informatik-Elite der USA und aus China antreten. Dabei gehen die acht Informatikstudenten einen ungewöhnlichen technischen Weg.

Supercomputer können den Klimawandel analysieren, das Wetter berechnen, aber auch Atombomben digital testen oder die weltweite Kommunikation abhören. Was Supercomputer leisten, ist ebenso faszinierend wie furchteinflößend. Das US-Spähprogramm Prism wäre ohne die Hochleistungsrechner nicht denkbar.

Technik fasziniert und beängstigt

"Je mehr ich mich mit Computern beschäftige, desto mehr Angst habe ich", erklärt der Erlanger Informatikstudent Marco Heisig. Trotzdem baut er zusammen mit seinen Kommilitonen einen Supercomputer, der sich im Herbst in Denver mit der studentischen Weltelite aus den USA und China messen soll.

Erstes deutsches Team seit Jahren

Auf der Supercomputing-Konferenz, für deren Nachwuchswettbewerb die Gruppe als erstes deutsches Team seit Jahren die Vorauswahl überstanden hat, werden im November die neuesten Trends der Branche vorgestellt. Einen davon wollen die acht fränkischen Studenten beim Kräftemessen der Nachwuchs-Informatiker direkt anwenden: Sie setzen auf leistungsstarke Grafikkarten und nicht auf Prozessoren, um ihren Supercomputer zu Höchstleistungen zu treiben.

Grafikarten rechnen schneller

Acht Stück davon werden in ihrer Anlage zum Einsatz kommen und damit etwa acht TeraFLOPS – also acht Billionen Rechenschritte pro Sekunde – ausführen können. Das ist in etwa 20 Mal leistungsfähiger als ein moderner normaler Rechner. Die Grafikkarten haben den Vorteil, dass sie einfache Rechenaufgaben besonders schnell ausführen können.

Supercomputer werfen auch ethische Fragen auf

Wenn die Studenten erzählen, spürt man ihre Begeisterung, aber sie betonen auch, dass Supercomputer den Menschen nicht nur helfen können. Wolfgang Coy von der Humboldt Universität in Berlin beschäftigt sich seit Jahren auch mit ethischen Grundfragen der Informatik – dass die Technik in alle Richtungen einsetzbar ist, sei das "Grundproblem" der Wissenschaft. Coy setzt sich dafür ein, dass auch Computerwissenschaftler an der Uni Ethikunterricht belegen können.

Moral spielt untergeordnete Rolle

Die Moral werde in der Branche nachrangig behandelt. Entsprechende Vorlesungen gebe es auch im Erlanger Studiengang "Computational Engineering" nicht, erklärt Dominik Ernst. Trotzdem programmiere er nicht blind, was ihm vorgegeben werde. Schließlich sei er auch mitverantwortlich.

50.000 Euro teure Hardware

Hinter dem 23-Jährigen rauschen auf einem Monitor weiße Codes vor einem schwarzen Hintergrund vorbei. Der Computer übersetze gerade eine Programmiersprache, erklärt Ernst. Noch ist die Bachelor-Gruppe in der Entwicklungsphase für die Software ihres Supercomputers. Die mehr als 50.000 Euro teure Hardware wird erst "kurz vor knapp" geliefert und zusammengebaut.

Schaulaufen der Amerikaner

Bei der Konferenz wird es traditionell ein großes Schaulaufen der Amerikaner geben. Allein fünf von acht Studententeams kommen aus den USA. Und auch die Chip-Hersteller kaufen sich Aufmerksamkeit - so übernimmt die US-Firma Nvidia einen Großteil der Kosten der Erlanger Studenten. Prestige und Werbung sind der Firma damit sicher. Was es für die Studenten zu gewinnen gibt? "Soweit ich weiß nur Ruhm und Ehre", sagt Dominik Ernst.

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