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Von iPhone bis Apple Newton: FĂŒnf Tops und Flops von Apple

Von Ali Vahid Roodsari

Aktualisiert am 04.06.2018Lesedauer: 6 Min.
iMac und iPod: Zwei von Apples grĂ¶ĂŸten technischen Erfolgen.
iMac und iPod: Zwei von Apples grĂ¶ĂŸten technischen Erfolgen. (Quelle: /ap-bilder)
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In seiner ĂŒber 40-jĂ€hrigen Geschichte entwickelte Apple nicht nur technische Meilensteine wie den iMac und das iPhone, sondern auch LadenhĂŒter wie Newton und Lisa. Letztere wurden sogar auf einem Acker vergraben. t-online.de prĂ€sentiert eine Auswahl der grĂ¶ĂŸten Tops und Flops mit dem Apple-Logo.

Auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) von Apple, wird der Tech-Konzern Updates fĂŒr seine Produkte und vielleicht technische Neuheiten prĂ€sentieren. Was der Konzern auch verkĂŒnden mag, Fans und Presse sind auf Apples Vorstellungen gespannt.

Das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Konzernen der Welt. Unter anderem mit Produkten wie dem iPhone beeinflusste der Konzern maßgeblich die Entwicklung des Smartphone-Markes.

In seiner 40-jĂ€hrigen Geschichte hat Apple aber auch Produkte hergestellt, die Konsumenten verschmĂ€hten. Hier ist eine Auswahl der grĂ¶ĂŸten Tops und Flops.

Die grĂ¶ĂŸten Tops:

Zu einem der bekanntesten Tops zÀhlt wohl das iPhone. Aber auch der iMac oder der Apple II haben einen Platz in Apples Erfolgsgeschichte.

Apple II 1977

Apple II: Das GerÀt konnte mindestens 15 Farben darstellen.
Apple II: Das GerÀt konnte mindestens 15 Farben darstellen. (Quelle: Filip Singer/dpa-bilder)
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1977 erschien der sogenannte Mikrocomputer, den Steve Wozniak entwarf. Im Gegensatz zum VorgĂ€ngermodell, dem Apple I, handelte es sich hierbei um einen voll ausgestatteten Rechner: Tastatur, Netzteil und Bildschirm inklusive. Damals war es ĂŒblich, dass Hersteller im besten Fall nur den Rechner an sich verkauften. Um den Rest mussten sich KĂ€ufer selbst kĂŒmmern.

Der Apple II war ein offenes System. Das heißt, die Bauweise war fĂŒr jeden einsehbar. Wozniank setzte zudem durch, dass das GerĂ€t acht SteckplĂ€tze fĂŒr Erweiterungskarten bekam. Auch konnte das GerĂ€t mindestens 15 Farben darstellen, was besonders fĂŒr Spiele wichtig war.

iMac 1998

iMac G3: Der Apple-Rechner setzt auf USB-Schnittstellen und CD-ROM-Laufwerk.
iMac G3: Der Apple-Rechner setzt auf USB-Schnittstellen und CD-ROM-Laufwerk. (Quelle: John G. Mabanglo/AFP/epa/dpa-bilder)

Nachdem Steve Jobs 1997 nach ĂŒber zehn Jahren Abwesenheit wieder im Apple Vorstand saß, befand sich sein Unternehmen kurz vor der Pleite: Apple hatte zu viele Produkte, mit zu hohen Preisen, die sich zu schlecht verkauften. Der iMac G3 sollte das Ă€ndern und den Konzern retten.

Bis zur Vorstellung des iMac G3 waren die meisten Computer eckige KĂ€sten in meist grĂ€ulichen Farben – nichts, womit man angeben konnte. Der iMac war ganz anders. Jobs prĂ€sentierte den Allround-Computer 1998. Er bezeichnete ihn als "Rechner fĂŒr das Internet-Zeitalter": Der iMac G3 hatte bereits ein 56K-Modem eingebaut, mit dem Nutzer das noch junge Internet erkunden konnten.

Das GerĂ€t war ein großer Monitor, an dem Nutzer nur noch Rechner, Maus und Netzteil anschließen mussten. Apple setzte zudem auf die junge USB-Technologie und ein CD-Laufwerk. Viele Nutzer mussten darum Adapter kaufen, um ihre alten GerĂ€te weiter verwenden zu können. Eine Besonderheit war auch das ansehnliche Design. Apple verkaufte das GerĂ€t zudem in verschiedenen Farben. Allen in allem war der iMac ein Computer, den man sich gerne ins Wohnzimmer stellte. Startpreis: Etwa 1.300 Dollar.

iPod 2001

iPod: Das erste GerÀt konnte etwa 1.000 Song speichern.
iPod: Das erste GerÀt konnte etwa 1.000 Song speichern. (Quelle: APple/DB apple/dpa-bilder)

"1.000 Songs in deiner Tasche" – so bewarb Apple den iPod. Der handgroße MP3-Player bestand aus einer fĂŒnf Gigabyte große Festplatte und konnte tatsĂ€chlich etwa 1.000 Lieder speichern. Apple veröffentlichte das GerĂ€t 2001. Startpreis waren etwa 530 Euro. Anfangs konnten nur Mac-Nutzer Songs per iTunes-Software auf das GerĂ€t schieben. Ein Jahr spĂ€ter war das GerĂ€t auch mit Windows-Rechner kompatibel. SpĂ€testens ab diesem Zeitpunkt war der Verkaufserfolg vom iPod nicht mehr zu stoppen. 2007 hatte Apple nach eigenen Angaben bereits 100 Millionen iPods abgesetzt. Apple veröffentlichte noch weitere Versionen des GerĂ€t, wie den kleinen iPod Shuffe oder den iPod Touch.

Der iPod war nicht der erste MP3-Player seiner Art. Der "Archos Jukebox" 5000 erschien im Jahr 2000 und besaß ebenfalls eine fĂŒnf bis sechs Gigabyte große Festplatte. Der iPod wirkte aufgrund seines Designs aber nicht nur edler, als die vergleichsweise sperrige Archos Jukebox. Apples GerĂ€t war aber leichter bedienbar und die Firewire-Technologie erlaubte es, Songs schneller auf den iPod zu laden.

iPhone 2007

iPhone: Steve Jobs prÀsentierte 2007 das neue GerÀt.
iPhone: Steve Jobs prÀsentierte 2007 das neue GerÀt. (Quelle: Paul Sakuma/ap-bilder)

Mit einem handgroßen GerĂ€t namens "iPhone" revolutioniert Apple den Smartphone-Markt. 2007 prĂ€sentierte der damalige Apple-CEO Steve Jobs auf der "MacWorld" das handgroße GerĂ€t. Die Revolution war der Multi-Touch-Bildschirm: Nutzer bedienten das Smartphone nur mit den Fingern. Andere GerĂ€te besaßen eine Tastatur, die den gesamten unteren Bereich fĂŒr sich beanspruchte. Das iPhone sah nicht nur ansehnlicher aus, sondern bot auch viel mehr Platz fĂŒr das Display. Schon bald kopierte die Konkurrenz Apples Design-Vorlage. Tech-Konzern Samsung verlor erst vor Kurzem eine Patenklage von Apple und muss dem Unternehmen 539 Millionen Dollar zahlen.

iPad 2010

iPad: Steve Jobs prÀsentiert das neue GerÀt.
iPad: Steve Jobs prÀsentiert das neue GerÀt. (Quelle: Paul Sakuma/ap-bilder)

Bei seiner Vorstellung 2010 war das iPad keine Weltneuheit. Lange vor dem iPad fand sich das Konzept bereits in Personal Digital Assistants (PDA). Bill Gates prÀsentierte 2001 den ersten modernen Tablet PC. Betriebssystem war Windows XP. Nutzer sollten das GerÀt mit einem Stift bedienen, spÀter war es auch mit den Fingern möglich.

Die GerĂ€te wurden aber nie zum Verkaufsschlager. Erst das iPad Ă€nderte das. Nach eigenen Angaben verkaufte Apple das GerĂ€t innerhalb von 28 Tagen eine Millionen Mal. Das knapp zehn Zoll große Modell gilt als das erste wirklich erfolgreiche Tablet. Im Vergleich zu anderen Tablets zu der Zeit war das iPad schmaler und wirkte desgintechnisch edler. Job erzĂ€hlte spĂ€ter, dass zuerst das iPad entwickelt wurde und dann das iPhone. Doch das erste iPad erschient erst drei Jahre spĂ€ter.

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Die grĂ¶ĂŸten Flops:

Neben erfolgreichen Produkten prĂ€sentierte Apple aber auch GerĂ€te, die Konsumenten verschmĂ€hten. Eine Auswahl von fĂŒnf Apple-Flops.

Apple III 1980

Apple III: Der erste Apple-Computer, an dem Steve Wozniak nicht mitwirkte.
Apple III: Der erste Apple-Computer, an dem Steve Wozniak nicht mitwirkte. (Quelle: imago/Steinach)

Der Apple III erschien im Mai 1980 und war der erste Apple-Computer ohne die Mitarbeit von Steve Woziniak. Vielleicht war das ein Grund fĂŒr den Flop. Vielleicht war es auch der hohe Preis von mindestens 4.000 Dollar. Oder vielleicht war es einfach die UnzuverlĂ€ssigkeit: Das GerĂ€t konnte leicht ĂŒberhitzen. Als Folge rutschten seine Chips aus den Sockeln. Der Grund: es besaß keine aktiven KĂŒhler, denn Steve Jobs fand die GerĂ€te zu laut. Um den Apple III wieder zu reparieren, rieten Apple-Mitarbeiter zu einem einfachen Trick: Kunden sollten das GerĂ€t etwas fĂŒnf Zentimeter ĂŒber den Boden halten und dann fallen lassen. Durch den Aufprall rutschen die Chips wieder zurĂŒck an ihren Platz.

Apple Lisa 1983

Apple Lisa: Das GerÀt beeindruckte mit der grafischen BenutzeroberflÀche.
Apple Lisa: Das GerÀt beeindruckte mit der grafischen BenutzeroberflÀche. (Quelle: LiPo Ching/newscom/dpa-bilder)

Symbole auf dem Bildschirm, eine Maus in der Hand – was heute als Standard gilt, war in den 80er Jahren Seltenheit. Computer bedienten Nutzer hauptsĂ€chlich per Kommandozeile. Doch 1983 beeindruckte Apple die Welt mit dem "Apple Lisa". Der Nachfolger des "Apple II" war der erste kommerzielle Computer mit einer grafischen BenutzeroberflĂ€che und einer Maus. Das GerĂ€t soll nach Steve Jobs erster Tochter benannt worden sein. Apple selbst sagt, das der Name auf dem Akronym "Local Integrated Software Architecture" beruhe. Tech-Redakteure lobten damals den innovativen Charakter des Lisa. Die Kunden waren dagegen weniger beeindruckt. Der Grund: Der extrem hohe Preis von knapp 10.000 Dollar. Lisa wurde zum LadenhĂŒter. 1989 vergrub Apple etwa 2.700 Lisas auf einem Acker in Utah – so will es die Legende – um die GerĂ€te von der Steuer abschreiben zu können.

Macintosh Portable 1989

Macintosh Portable: Das GerÀt im ukrainischen Apple-Museum in Kiew.
Macintosh Portable: Das GerÀt im ukrainischen Apple-Museum in Kiew. (Quelle: Oleksandr Rupeta/NurPhoto/dpa-bilder)

HĂ€tten Sie Lust, regelmĂ€ĂŸig knapp sieben Kilogramm mit sich herumzuschleppen? So viel wog der Macintosh Portable, der erste tragbare Mac. Bei der Veröffentlichung 1989 machte das GerĂ€t einen guten Eindruck: FĂŒr einen tragbaren Computer bot er eine sehr gute Rechenleistung, ein Trackball diente als Mausersatz sowie eine Akkulaufzeit von bis zu zehn Stunden. Auch Kritiker bewerteten das positiv. Das hohe Gewicht und der Kaufpreis (circa 6.500 Dollar) schreckten aber Kunden ab, so dass der Mac Portable auf dem Markt floppte.

Apple Newton 1993

Apple Newton: Ein Highlight war die Handschriftenerkennung.
Apple Newton: Ein Highlight war die Handschriftenerkennung. (Quelle: Alexandra Mudrats/Tass/dpa-bilder)

Ein tragbarer Mini-Computer mit Handschriftenerkennung? Erinnert etwas an ein Smartphone. Der Apple Newton MessagePad erschien aber im Jahr 1993 und galt als ambitioniertes Projekt. Der damalige Apple-Chef John Sculley bewarb das GerĂ€t bei der PrĂ€sentation in Boston als "Basistechnologie des digitalen Zeitalters". Highlight des Newtons waren der berĂŒhrungsempfindliche Bildschirm und die lernfĂ€hige Handschriftenerkennung. Nutzer konnten mithilfe des mitgelieferten Stifts in Schreibschrift Texte auf dem den Bildschirm verfasse. Das GerĂ€t erkannte dabei die Eingabe.

In den ersten Versionen des Apple Newton funktionierte das schlecht. Ein Ruf, den der erste Apple-Minicomputer nicht mehr loswurde. Und das, obwohl bei spĂ€teren Versionen des GerĂ€ts die Handschriftenerkennung viel besser funktionierte. Apple verlangte fĂŒr das GerĂ€t etwa 700 Dollar. Bis 1998 verkaufte der Konzern aber nur knapp 300.000 GerĂ€te. Nach seiner RĂŒckkehr stoppte Steve Jobs daher die Produktion, der Apple Newton wurde eingestellt.

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Apple (Bandai) Pippin 1996

1996 erschien eine neue Konsole, die den Giganten Ninentdo, Sega und Sony Konkurrenz machen sollte: die "Atmark" vom japanischen Spielwarenherrsteller Bandai. Das GerĂ€t war ein Computer von Apple, der Apple Pippin. Apple produzierte das GerĂ€t mit dem Gedanken, es an andere Anbieter lizensieren zu lassen. Es sollte als billiger Computer und gleichzeitig Spielekonsole die Kunden ĂŒberzeugen. Allerdings erwies sich das GerĂ€t als ziemlicher Flop. Sowohl als Konsole als auch Computer war Pippin zu leistungsschwach. Vielen KĂ€ufern war der Preis wohl auch zu hoch: knapp 600 Dollar. Zum Vergleich: Die Playstation kostet knapp 300 Dollar. Bandai verkaufte nur 42.000 Einheiten, ehe es die Produktion beendete, die Playstation verkaufte sich ĂŒber 100 Millionen Mal.

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