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Bitcoin-Hype ist vorbei: Kryptowährungen verlieren weiter massiv an Wert

Dramatischer Wertverlust  

Bitcoin im freien Fall – ist der Hype endgültig vorbei?

21.11.2018, 08:34 Uhr | dpa

Bitcoin-Hype ist vorbei: Kryptowährungen verlieren weiter massiv an Wert. Bitcoin-Münzen als Symbol für die Kryptowährung: Als alltägliche Währung eignen sich Bitcoin und Co. wohl kaum. (Archivbild) (Quelle: Reuters/Benoit Tessier)

Bitcoin-Münzen als Symbol für die Kryptowährung: Als alltägliche Währung eignen sich Bitcoin und Co. wohl kaum. (Archivbild) (Quelle: Benoit Tessier/Reuters)

In den letzten zwei Jahren haben Kryptowährung wie der Bitcoin eine verrückte Kurve hingelegt: Erst ging es steil bergauf – und dann kam der Fall. Das hat mehr als einen Grund.

Hätte man vor zwei Jahren vorhergesagt, dass sich der Preis der Internetwährung Bitcoin innerhalb weniger Monate verzwanzigfacht, wäre das gewagt gewesen – ähnlich gewagt wie die Prognose, dass der Kurs wenig später wieder um 80 Prozent fällt. Doch genau das ist passiert.

Blickt man heute auf den Markt für Digitalwährungen oder Kryptoanlagen, ist das Bild ernüchternd. Die Stimmung unter Anlegern scheint schlecht zu sein, das macht sich in den Kursen bemerkbar. Der Bitcoin, quasi die "Ur-Kryptowährung", hat allein in den vergangenen sieben Tagen ein Viertel an Wert eingebüßt.

Für andere bekannte Digitalanlagen, sozusagen die "Kinder" des Bitcoin, sieht es nicht besser aus. Von der Euphorie, die den Preis für einen Bitcoin vor gut einem Jahr bis auf 20.000 US-Dollar getrieben hat, ist wenig zu spüren. Etwas mehr als 4.000 Dollar ist ein Bitcoin noch Wert. Dieser Absturz hat Gründe.

Letztes Jahr erreichte die Euphorie ihren Höhepunkt

Zuallererst fällt auf, dass der einstige Krypto-Hype weitgehend verflogen ist. Noch vor einem Jahr waren Digitalanlagen in aller Munde. Nahezu täglich drängten neue Kryptowährungen und Handelsplattformen an den Start. Sogar zwei große amerikanische Börsen sprangen auf den Zug auf und führten spezielle Terminkontrakte auf Bitcoin ein.

An den Finanzmärkten kam das einem Ritterschlag gleich. Obwohl auch stets viele kritische Stimmen zu vernehmen waren, deutete damals wenig darauf hin, dass die Kryptowelle bald abebben würde.

Einen ähnlichen Hype erlebte auch die "Blockchain" selbst

Getragen wurde der damalige Krypto-Boom auch von der Technik, die hinter vielen digitalen Währungen steht: die sogenannte "Blockchain". Diese technische Neuerung, die sich als digitales und bisher fälschungssicheres Kontenbuch umschreiben lässt, gilt vielen Fachleuten immer noch als zukunftsweisend.

Wichtige Branchen, seien es Banken, Versicherungen oder auch die Industrie, erforschen und testen die Blockchain. Sie erhoffen sich wirtschaftliche Vorteile wie Kostenersparnisse.

Jetzt lässt das Interesse nach

Von dieser Euphorie für die Blockchain können Digitalanlagen aber nicht mehr profitieren. Vielmehr macht es den Eindruck, als seien Kryptowährungen eine Zeit lang eine Art Testfeld für die neue Technik gewesen. Jedenfalls hat das breite Interesse an digitalen Anlagen merklich abgenommen.

Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass die Nachfrage nach Grafikkarten, die zur Herstellung von Bitcoin benötigt werden, stark nachgelassen hat. Der große Grafikkartenhersteller Nvidia hat dies erst vor wenigen Tagen bestätigt.

Immer wieder werden Handelsplattformen gehackt

Zu dem Kurseinbruch der Digitalwährungen kommt weitere Probleme hinzu. So werden Anleger immer wieder geschädigt, weil ihre Konten bei einschlägigen Handelsplattformen von Kriminellen geknackt und ihr dortiges Guthaben gestohlen wird. Die digitalen Börsengänge (ICOs), bei denen Unternehmen verbriefte digitale Rechte (Tokens) an Anleger ausgeben, glänzen seit jeher nicht gerade durch Transparenz. Erst kürzlich hat die US-Börsenaufsicht SEC zwei Unternehmen mit Strafen belegt, weil diese ihre ausgegebenen Anteile nicht vorschriftsmäßig als Wertpapiere registriert haben sollen.

Hinzu kommen starke Kursschwankungen bei nahezu allen Digitalwährungen. Diese Schwankungen machen sie als alternatives Zahlungsmittel – und dies war schließlich die ursprüngliche Idee von Bitcoin und Co. – faktisch untauglich.

Den Zentralbanken, die meist das alleinige Recht zur Ausgabe herkömmlicher Währungen haben, sind Digitaldevisen seit jeher ein Dorn im Auge. Schließlich wollen viele Kryptowährungen auch in Konkurrenz zu herkömmlichen Währungen wie Euro oder Dollar treten. Vielleicht gerade deshalb testen große Notenbanken schon seit längerem, ob sie das Konzept digitaler Währungen für sich als digitales Zentralbankgeld nutzbar machen können.

Bislang hat die Bösenaufsicht den Indexfond nicht genehmigt

Vergebens warten Bitcoin-Anhänger zudem auf ein Großereignis: die Zulassung eines börsengehandelten Indexfonds, auch ETF genannt. Namhafte Investoren wie die Winklevoss-Zwillinge – bekannt als ehemalige Partner von Facebook-Chef Mark Zuckerberg – versuchen seit längerem, von der SEC eine Genehmigung für einen derartigen Fonds zu erhalten. Bislang ohne nennenswerten Erfolg.


Die Genehmigung eines ETF in den USA käme – ähnlich wie die Einführung von Bitcoin-Terminkontrakten – einem Ritterschlag gleich. Doch zurzeit sieht es nicht danach aus, dass Kryptowährungen diese Ehre zuteil wird - und damit auch ihr Kurs davon profitieren könnte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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