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CEs in Las Vegas: Vier wichtige Technik-Trends im Überblick

MEINUNGFaltbare Displays und Co  

Vier wichtige Technik-Trends für 2019 im Überblick

Von Laura Stresing

09.01.2019, 15:47 Uhr
CEs in Las Vegas: Vier wichtige Technik-Trends im Überblick. Das Logo der CES in Las Vegas: Auf der Elektronik-Messe präsentieren Hersteller die Technik der Zukunft.  (Quelle: Reuters/Steve Marcus)

Das Logo der CES in Las Vegas: Auf der Elektronik-Messe präsentieren Hersteller die Technik der Zukunft. (Quelle: Steve Marcus/Reuters)

Die CES in Las Vegas eröffnet das Jahr für die Elektronikbranche und gibt einen Ausblick auf die kommenden Trends. Was sagt uns die Messe für 2019 voraus?

Der Mittwoch markiert Tag zwei und damit Halbzeit auf der CES in Las Vegas. Zeit für eine Zwischenbilanz: Welche Trends zeichnen sich in der Branche ab? Das sind unsere Einschätzungen für 2019:

1. Apple hat alle in der Tasche

Der iPhone-Konzern nimmt aus Prinzip nicht an fremden Veranstaltungen teil und macht auch für die CES – immerhin die weltweit größte Messe für Unterhaltungselektronik – keine Ausnahme. Und trotzdem war Apple auf der diesjährigen CES omnipräsent: Einmal durch das überdimensionierte Werbeplakat vor dem Messegelände, das durchaus als Seitenhieb auf Konkurrenten wie Google verstanden werden kann.

Zum anderen machten sich gleich mehrere Fernsehgerätehersteller zum Sprachrohr Apples, als sie auf der Messe stolz verkündeten, dass ihre Geräte künftig iTunes und AirPlay2 unterstützen werden. Käufer eines Fernsehers von LG oder Samsung zum Beispiel werden bald Apple-Dienste nutzen können, ohne ein iPhone oder iPad zu besitzen – ein absolutes Novum. Apple gewinnt dadurch neue Kunden bei iTunes und kann zusätzlich zu seinem bisherigen Geschäft auch auf den Geräten anderer Hersteller Geld verdienen. Und Marken wie Samsung und LG machen ihre Produkte attraktiver.

Aus Nutzersicht ist es sowieso nur schwer nachvollziehbar, warum Inhalte und Dienste, die über dieselbe Internetleitung kommen, nicht auch auf allen Geräten abgerufen werden können. Diese Mauern, die Hersteller und Diensteanbieter aus Angst vor der Konkurrenz sorgsam zwischen sich errichtet haben, gehören eingerissen, damit Kunden wirklich die freie Auswahl zwischen Inhalten, Diensten und Produkten haben. Der erste Schritt ist jetzt gemacht.

2. Flexible Displays sind ziemlich cool, aber faltbare Smartphones sind überbewertet

Das erste kommerzielle Tablet, das sich zum Smartphone zusammenfalten lässt, kommt von Royole Cooperation und war auf der CES der Star. Samsung hingegen verlor kein Wort über sein Faltphone, das angeblich noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Umso besser für Royole: Das Start-up stiehlt dem Mega-Konzern weiterhin die Show.

Am Stand von Royole jedenfalls herrschte vor dem sogenannten FlexiPai eine Menge Kameratrubel. Die Leute wollen sehen, wie das erste faltbare Smartphone-Tablet funktioniert. Und so viel sei schon gesagt: Ja, es funktioniert und sieht nicht schlecht aus. Zusammengefaltet passt es allerdings bestenfalls in eine ausgebeulte Hosentasche.Eine Handtasche von Royole: Der Konzern hat sein ultra-flexibles Touch-Display in die Tasche verbaut.  (Quelle: Laura Stresing)Eine Handtasche von Royole: Der Konzern hat sein ultra-flexibles Touch-Display in die Tasche verbaut. (Quelle: Laura Stresing)

Schaut man sich am Royole-Stand etwas genauer um, fallen all die anderen Möglichkeiten auf, die ein ultra-flexibles Touch-Display bietet. Das junge Unternehmen hat seine Technologie zum Beispiel in Bluetooth-Lautsprecher, Spielzeug und sogar Handtaschen integriert. Das alles ist natürlich nur Show – diese Produkte kann man nicht kaufen. Sie sollen demonstrieren, was sich mit dem ultradünnen, ultra-flexiblen Display alles anstellen lässt. Und ehrlich gesagt ist das um einiges spannender als ein olles Tablet.

3. Der Fernsehmarkt wird noch unübersichtlicher – aber wird er auch besser?

QLED, OLED, LED, LCD, und so weiter: Wer gehofft hatte, dass sich die Verwirrung um die verschiedenen Display-Technologien und Standards auf dem Fernsehmarkt auflösen würde, wird enttäuscht. Im Gegenteil: Es wird schlimmer. Die Hersteller haben der Liste der handelsüblichen Bildschirmtechnologien in diesem Jahr noch ein paar Schlagworte hinzugefügt. Samsung etwa bringt seine modularen MicroLED-Displays auf den Markt. Daneben etablieren sich Laser-Fernseher, beispielsweise von Hisense.

Welche Technologie wirklich überlegen ist, muss sich erst noch zeigen. Die Qualitätsunterschiede sind wahrscheinlich so minimal, dass in der Praxis vor allem der Preis, beziehungsweise die Herstellungskosten ins Gewicht fallen dürften.

Eins jedoch sollten Käufer nicht vergessen: Bei dieser ganzen Fachsimpelei und den unterschiedlichen Begrifflichkeiten geht es vor allem ums Marketing. LG zum Beispiel hat seine LCD-Technik für die neuen 8k-Premium-Fernseher verfeinert und spricht in diesem Segment jetzt von NanoCell TV. Das klingt nach einer neuen Technologie, ist es aber nicht.

Insgesamt zeigte sich der TV-Markt in diesem Jahr innovationsscheu. Bei Sony etwa ging es vor allem um die Größe. Genau wie Samsung hat das Unternehmen seinen ersten Mega-TV mit fast zweieinhalb Metern Spannbreite enthüllt. Ansonsten ging es in den Pressekonferenzen häufig um verbesserte Bildqualität durch künstliche Intelligenz oder die Integration von Sprachassistenten.


4. Bei der Heimelektronik sehen sich die Konzepte der Hersteller verdächtig ähnlich

 

Die Vorstellungen vom vernetzten Zuhause sind seit Jahren die gleichen. Der Kühlschrank, der Rezepte vorliest oder die Waschmaschine, die sich meldet, wenn die Wäsche fertig ist – die Smart Home-Konzepte, die Samsung oder LG auf dieser CES vorgestellt haben, klingen im Großen und Ganzen veraltet. Und das aus gutem Grund: Diese Ideen stehen schon seit vielen Jahren im Raum. Doch die Hersteller kommen erst nach und nach dazu, ihre Versprechen einzulösen. Noch schwerer ist es offenbar, sich wieder von diesen Vorstellungen zu lösen und gänzlich neue Ideen zu entwickeln. Stattdessen wird einfach alles vernetzt, was bisher offline gute Dienste leistete.

LG präsentiert sein smartes Zuhause. (Quelle: Laura Stresing)LG präsentiert sein smartes Zuhause. (Quelle: Laura Stresing)

Viele Möchtegern-Startups bilden da keine Ausnahme. Von der Dusche über die Gürtelschnalle bis zum Katzenklo – there’s an app for that! Die Entwickler solcher Anwendungen leben offensichtlich in einer Welt ohne Probleme. Sonst würden sie sich nicht solche Lösungen ausdenken.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen

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