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Amazon setzt Polizei-Kooperation bei Gesichtserkennung aus

Von dpa
Aktualisiert am 11.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Amazon stoppt die Belieferung der Polizei mit der Software mit dem Namen "Rekognition" f├╝r ein Jahr.
Amazon stoppt die Belieferung der Polizei mit der Software mit dem Namen "Rekognition" f├╝r ein Jahr. (Quelle: Holger Hollemann/dpa./dpa)
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Seattle (dpa) - Amazon will seine Gesichtserkennungs-Software ein Jahr lang nicht der Polizei zur Verf├╝gung stellen. Der Konzern hoffe, dass der US-Kongress sich in dieser Zeit auf einen regulierenden Rechtsrahmen f├╝r die Technologie einigen k├Ânne, erkl├Ąrte Amazon in der Nacht zum Donnerstag.

Man werde die Software mit dem Namen "Rekognition" aber weiterhin zum Beispiel f├╝r Organisationen verf├╝gbar machen, die nach vermissten Kindern suchen, die Opfer von Menschenh├Ąndlern geworden sein k├Ânnten.

Zuletzt verst├Ąrkte sich in den USA Kritik am breiten Einsatz von Gesichtserkennung, weil damit ├ťberwachung von Menschen und die Diskriminierung einzelner Bev├Âlkerungsgruppen m├Âglich sei. Einige US-St├Ądte wie etwa San Francisco untersagten den Einsatz solcher Technologien. Bei der Gesichtserkennung durch Beh├Ârden werden zur Identifizierung von Personen Kamerabilder mit Datenbanken abgeglichen. Bef├╝rworter entgegnen, dank Gesichtserkennung k├Ânnten in vielen F├Ąllen Straftaten schneller aufgekl├Ąrt werden.

Erst Anfang der Woche hatte IBM angek├╝ndigt, sich aus dem Gesch├Ąft mit Gesichtserkennungs-Software komplett zur├╝ckzuziehen. Der Computer-Konzern erkl├Ąrte, er wolle nicht zulassen, dass Technologie f├╝r Massen├╝berwachung, rassistische Diskriminierung oder Menschenrechtsverletzungen verwendet wird, hie├č es in einem Brief an US-Abgeordnete. Google scheut wegen solcher Bedenken schon seit Jahren davor zur├╝ck, Technologie f├╝r Gesichtserkennung anzubieten oder ├Âffentlich zug├Ąnglich zu machen.

Bei Amazon wird die Technologie unter dem Dach der Cloud-Tochter AWS entwickelt. F├╝r Amazon ist das Moratorium eine Kurswende. Bisher verteidigte der Konzern stets den Einsatz von "Rekognition" bei der Polizei - auch nachdem Forscher nach einer Testreihe kritisiert hatten, dass das Programm mehr Fehler bei Gesichtern mit einer anderen Hautfarbe als der wei├čen mache. Amazon konterte, bei den Tests seien falsche Methoden angewandt worden, w├Ąhrend die Technologie korrekt funktioniere. Zugleich hatte sich Amazon-Chef Jeff Bezos bereits im Herbst f├╝r eine Regulierung der Technologie ausgesprochen.

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Microsoft fordert das bereits seit 2018 - und ist zugleich auch ein relevanter Lieferant von Software zur Gesichtserkennung. Die amerikanischen Polizeibeh├Ârden haben aber auch andere Alternativen. So sorgte Anfang des Jahres die Firma Clearview AI f├╝r Aufsehen, die einfach eine Datenbank aus Millionen ├Âffentlich zug├Ąnglichen Fotos von Online-Diensten zusammentrug und unter anderem Polizeibeh├Ârden darauf zugreifen l├Ąsst. Unter anderem Google, YouTube und Twitter forderten die Firma auf, das Abgreifen von Bildern zu unterlassen.

Clearview-Chef Hoan Ton-That bekr├Ąftigte nach Amazons Ank├╝ndigung, die Technologie seiner Firma arbeite korrekt bei allen Hautfarben. Das sei ihm pers├Ânlich ein besonderes Anliegen, sagte der Software-Entwickler, der aus Australien in die USA kam und vietnamesische Vorfahren hat, der Technologie-Website CNET. Dadurch habe man die falsche Identifizierung von Menschen durch die Polizei verhindert. Clearview lasse nur einen "verantwortungsvollen" Einsatz seiner Gesichtserkennungs-Technologie zur Identifizierung von Verd├Ąchtigen - aber nicht etwa als Werkzeug zur ├ťberwachung bei Protesten - zu.

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