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Datenschutzbeauftragter: "Ohne Apple & Google wäre die Corona-App nicht möglich"

Datenschutzbeauftragter zu Corona-App  

"Ohne Apple und Google wäre die App nicht möglich"

16.06.2020, 14:22 Uhr | avr, t-online

Video erklärt: So einfach benutzen Sie die Corona-App

Die Corona-App soll helfen, Infektionsketten möglichst einzuschränken. Mittlerweile ist das Programm auf Handys in ganz Deutschland im Einsatz. Wie die App funktioniert, erklärt t-online.de in einer anschaulichen Animation.

Im Video erklärt: Wie die Corona-App funktioniert und wie Sie sie benutzen. (Quelle: t-online.de)


Ist die Corona-Warn-App wirklich sicher? Werden Google und Apple meine Daten missbrauchen? Noch immer gibt es Menschen, die sich solche Fragen stellen. Ein neues Format soll aufklären.

Die Corona-Warn-App ist in Deutschland erschienen. Noch immer gibt es Menschen, die Datenschutzbedenken haben oder an der App zweifeln. Im Dialogformat Digital-Kompass der Initiative Deutschland sicher im Netz hat der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber wichtige Fragen beantwortet.

Maximal-Strafe für Google und Apple möglich

So äußerte sich Kelber zu den Befürchtungen, dass Google oder Apple die Daten der Corona-App für eigene Zwecke missbrauchen könnten. Die Unternehmen haben Ende Mai Softwareschnittstellen für die App auf ihren Betriebssystemen Android und iOS freigegeben. Mehr dazu lesen Sie hier

"Die Corona-Warn-App wäre ohne die Schnittstelle der Betriebssysteme von Google und Apple nicht möglich", sagt Datenschutzbeauftragter Kelber. "Eine missbräuchliche Verwendung der beiden Betreiber erwarte ich nicht."

Denn falls es doch dazu kommen würde, wäre es für die beiden Unternehmen "sicher ein Super-GAU", sagt der Datenschutzbeauftragte in der Diskussionsrunde. "Es würde wohl auch die maximale Strafe der Datenschutzgrundverordnung, also 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes auslösen."

Auch Softwareentwickler und Co-Vorsitzender des Digitalvereins D64 Henning Tillmann hatte Anfang Juni erklärt, warum Überwachungsängste unbegründet sind. Das Interview dazu lesen Sie hier.

Info: Der Digital-Kompass wird in den kommenden Wochen weitere Online-Diskussionen zum Thema Corona-Warn-App durchführen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ist Bluetooth geeignet?

Die Corona-App soll dabei helfen, Infektionen besser zu verfolgen und so neuen Ausbrüchen vorzubeugen. Mehr zur Funktionsweise der App und die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie in diesem Text.

Die App setzt für die Kontaktverfolgung auf Bluetooth Low Energy (BLE), eine energiesparende Variante von Bluetooth. Experten wie Tillmann merken aber an, dass die Technologie nie darauf ausgelegt war, Abstände zu messen. Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" sagt Jörg Schmalenströer von der Universität Paderborn, dass die Funktionsweise von BLE "eine präzise Distanzschätzung zu anderen Personen" erschwere.

Kelber äußert sich zur Kritik

Auch Datenschutzbeauftragter Kelber ist sich dessen bewusst. Im Video des Digital-Kompass sagt er: "Bluetooth mit einem spezifischen Protokoll ist dafür nie ausgelegt worden, ist aber die am wenigsten schlechte Technologie, die man dafür einsetzen kann."

Was auch oft kritisiert wird: Dass Bürger ohne Corona-Warn-App der Zugang zu Geschäften oder dem Arbeitsplatz verwehrt wird. Dazu sagt Kelber: "Die Aufforderung zur Nutzung der App durch Arbeitgeber, Geschäfte oder ähnliches würde schon nach bestehender Gesetzeslage datenschutzrechtlich nur in Ausnahmefällen Stand halten." Eine gesetzliche Regulierung zur Vermeidung solcher Vorfälle lehne er daher ab – "vorläufig".

Gespräche besonders relevant

Die App soll für so viele Geräte wie möglich erhältlich sein. Je mehr Menschen die App installieren, desto effektiver ist dabei ihr Nutzen, wie Studien zeigten. Wenn Sie die App nutzen möchten, finden Sie den Download-Link in unserem Artikel.

Stattdessen betont Kelber die Bedeutung von Gesprächen mit vertrauenswürdigen Menschen aus dem persönlichen Umfeld: "Maximale Akzeptanz der Corona-Warn-App erfordert persönliche Gespräche mit Menschen, die die App nutzen und denen ich vertraue", sagt Kelber. "Das kann keine Informationskampagne ersetzen."

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