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Trump startet eigene Kommunikationsplattform – und erntet Spott

Von Anna-Lena Janzen

Aktualisiert am 05.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Auf eigene Faust: Donald Trump will mit seinen AnhÀngern im eigenen Netzwerk kommunizieren. (Quelle: Glomex)
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Seit Donald Trump auf Twitter und Facebook gesperrt ist, gibt es GerĂŒchte, er wolle sein eigenes soziales Netzwerk grĂŒnden. Eine neue Plattform des ehemaligen US-PrĂ€sidenten sorgt nun fĂŒr GesprĂ€chsstoff.

Der ehemalige US-PrÀsident Donald Trump hat seine eigene Kommunikationsplattform mit dem Namen "From the Desk of Donald J Trump" live geschaltet. Es handelt sich dabei um eine Art Blog auf seiner Internetseite, der dem Format von Twitter Àhnelt. Trump schreibt darin kurze Nachrichten teils mit Bildern oder Videos, die zwar von seinen AnhÀngern in den sozialen Netzwerken geteilt, aber nicht auf der Plattform selbst kommentiert werden können. Zudem können Nutzer seine Updates per E-Mail abonnieren oder Geld spenden.

WĂ€hrend der konservative US-Sender Fox News das Unterfangen als "Trump grĂŒndet eigene Kommunikationsplattform" betitelte, kommentierten andere US-Medien, der ehemalige PrĂ€sident habe lediglich einen Blog gestartet. Fox News berichtete, die Plattform gebe Trump die Möglichkeit, direkt mit seinen AnhĂ€ngern zu kommunizieren, nachdem er von Facebook und Twitter verbannt worden sei. Trumps KurzbeitrĂ€ge können nun mit wenigen Klicks als Zitat und Link bei den Online-Plattformen geteilt werden. Unklar war zunĂ€chst, ob die Dienste das zulassen werden.

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Schon seit einigen Monaten gibt es GerĂŒchte, Trump wolle sein eigenes Medienunternehmen starten. Der Hintergrund: Facebook hatte Trump im Januar kurz vor dem Ende seiner Amtszeit gesperrt. Auslöser war die ErstĂŒrmung des US-Kapitols durch seine AnhĂ€nger – und dass der PrĂ€sident Sympathie fĂŒr sie bekundete. Auch Twitter und Googles Youtube verbannten Trump damals von seinen Plattformen. Der Twitter-Account mit mehr als 80 Millionen Abonnenten war fĂŒr Trump ĂŒber Jahre der wichtigste Kommunikationskanal.

"Momentan ist es mehr wie ein Newsletter"

In der Kommentarspalte unter dem Fox News Artikel zu dem neuen Tool von Trump zeigten sich einige der Leser irritiert. "Momentan ist es mehr wie ein Newsletter", schrieb einer. "Das ist keine Plattform fĂŒr Meinungsfreiheit", hieß es weiter. "Nun können Trump-Fans wieder verfolgen, wie er sich weiter ĂŒber seine Wahlniederlage aufregt", schrieb ein anderer. Einige Nutzer zeigten sich aber auch erfreut ĂŒber die AnkĂŒndigung und bekundeten ihre Überzeugung, der Ex-PrĂ€sident werde mit dem neuen Format erfolgreicher als alle anderen großen Medien werden. "Ich begrĂŒĂŸe Ihre Stimme zurĂŒck, Mr. President! Gut gemacht!", schrieb ein UnterstĂŒtzer.

Bei Twitter sorgte die Nachricht zunĂ€chst vor allem fĂŒr HĂ€me. Mehrere Medienvertreter teilten einen Tweet mit der AnkĂŒndigung von Fox News – und spotteten darĂŒber, dass die groß angekĂŒndigte Kommunikationsplattform nichts weiter als eine Internetseite oder ein Blog sei. "Es ist im Grunde ein persönlicher Blog fĂŒr jemanden, der nur 280 Wörter lange Gedanken denken kann", schrieb etwa Eliot Higgins, der Betreiber der investigativen Internetplattform Bellingcat.

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Ein langjĂ€hriger Berater Trumps, Jason Miller, schrieb zu den Kommentaren auf Twitter: "Die Website von PrĂ€sident Trump ist eine großartige Ressource, um seine neuesten Aussagen und die Highlights aus seiner ersten Amtszeit zu finden, aber dies ist keine neue Social-Media-Plattform. Dazu werden wir in naher Zukunft zusĂ€tzliche Informationen haben." Es sei bisher noch unklar, ob neben der neuen Plattform noch grĂ¶ĂŸeres Projekt in Arbeit ist, hieß es derweil in dem Fox News Artikel.

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Der Zeitpunkt der Starts von Trumps neuem System scheint durchdacht zu sein: Am heutigen Mittwoch will Facebook bekannt geben, ob Trump weiterhin gesperrt bleibt. Das unabhĂ€ngige Aufsichtsgremium des weltgrĂ¶ĂŸten Online-Netzwerks will eine Entscheidung dazu verkĂŒnden. Das sogenannte Oversight Board kann Entscheidungen des Managements zu Inhalten und Personen kippen – und hat dabei das letzte Wort. Twitter dagegen hatte schon verkĂŒndet, dass es keinen Weg zurĂŒck fĂŒr Trump auf die Plattform gebe.

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