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Netflix schockiert Anleger mit dĂŒsteren GeschĂ€ftsprognosen

Von dpa
21.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Netflix hat am 20.
Netflix hat am 20.01.2022 Zahlen fĂŒr das 4. Quartal bekannt gegeben. (Quelle: Jenny Kane/AP/dpa./dpa)
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Los Gatos (dpa) - In der Corona-Pandemie gehörte Netflix bislang zu den Krisengewinnern.

Der Zulauf war so groß, dass der Streaming-MarktfĂŒhrer in den USA und Kanada seit dem Ausbruch der Pandemie gleich zweimal die Preise erhöhen und trotzdem die Nutzerzahlen signifikant erhöhen konnte. Doch nun zeichnet sich ab, dass sich Netflix von seinen paradiesischen Zuwachsraten aus den Lockdown-Zeiten verabschieden muss. Am Donnerstag nach US-Börsenschluss erschreckte der Unterhaltungskonzern seine Investorenmit einem dĂŒsteren Ausblick.

FĂŒr das laufende Quartal erwartet Netflix lediglich 2,5 Millionen neue Kunden. Damit blieb das Unternehmen deutlich unter den Prognosen der Analysten. Auch andere Zahlen bereiten den Investoren Kopfschmerzen. Der starke US-Dollar drĂŒckt die Einnahmen aus dem Rest der Welt. Betriebs- und Reingewinn werden laut der Prognose des Managements zurĂŒckgehen. Die Aktie stĂŒrzte nachbörslich zeitweise um rund 20 Prozent ab.

Neukunden-Ziel verfehlt

Im letzten Quartal 2021 legte die weltweite Anzahl der Abonnenten dank Streaming-Hits wie "Squid Game" noch um 8,3 Millionen auf insgesamt knapp 222 Millionen zu. Das eigene Ziel von 8,5 Millionen Neukunden wurde damit aber knapp verfehlt.

Finanziell lief es zuletzt rund: Im Schlussquartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreswert um 16 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs um rund 12 Prozent auf 607 Millionen Dollar (537 Mio Euro).

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Netflix hatte vor allem zu Beginn der Pandemie einen regelrechten Kundenansturm erlebt, doch das Wachstum flaut schon lĂ€nger ab. Der Streaming-Riese kĂ€mpft mit starker Konkurrenz - Rivalen wie Disney+, Hulu und HBO Max rĂŒsten auf, zudem sind neue Anbieter wie Peacock und Paramount+ hinzugekommen. Im Quartalsbericht rĂ€umte Netflix ein, dass sich der Wettbewerb intensiviert habe, da Entertainment-Konzerne weltweit ihre eigenen Streaming-Services entwickelten.

Familien können sich nicht mehrere Anbieter leisten

Die stĂ€rkere Konkurrenz sorgt zum einen dafĂŒr, dass das eigene Kundenwachstum Grenzen bekommt. Viele Familien können sich nicht mehrere Streamingdienste parallel leisten, sondern mĂŒssen sich beispielsweise zwischen Disney+ und Netflix entscheiden. In manchen Regionen wie Lateinamerika ist die allgemeine Wirtschaftslage so angespannt, dass sich viele Verbraucher dort gar keine Streaming-Abos mehr leisten können.

Schlecht entwickeln sich auch die Kosten. Die Netflix-Wettbewerber buhlen mit dem MarktfĂŒhrer auch um frische Inhalte, was die Preise fĂŒr DrehbĂŒcher und Produktionen in die Höhe treibt. Netflix fĂ€llt es zunehmend schwerer, das hohe Tempo bei der Vorstellung neuer Serien und Spielfilme aufrecht zu erhalten.

Die maue Prognose fĂŒr das laufende Quartal begrĂŒndete Netflix deshalb auch mit wenigen geplanten Streaming-Premieren. So starten etwa die neue Staffel der Hit-Serie "Bridgerton" und der mit Spannung erwartete Science-Fiction-Blockbuster "The Adam Project" erst im MĂ€rz. Im Schlussquartal 2021 hatte Netflix mit vielen neuen Serien und Filmen sein bislang stĂ€rkstes Angebot versprochen - und das Neukunden-Ziel trotzdem verfehlt.

ÜbersĂ€ttigung im Streaming-GeschĂ€ft?

Experten werfen schon lĂ€nger die Frage auf, ob das Streaming-GeschĂ€ft auf eine ÜbersĂ€ttigung zusteuert. Netflix setzt wegen der verhaltenen Wachstumsaussichten in etablierten MĂ€rkten wie Nordamerika stark auf seine internationale Expansion. Besonderen Erfolg hatten zuletzt etwa Produktionen aus SĂŒdkorea wie "Squid Game".

Am Freitag wurde bekannt, dass der Serien-Hit eine zweite Staffel bekommen wird. "Das Universum von "Squid Game" hat gerade erst begonnen", wurde Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, vom Magazin "Deadline" zitiert. Die umstrittene Thrillerserie wurde in den ersten vier Wochen nach dem Start im vergangenen Herbst in 142 Millionen Haushalten angesehen.

Asien und Europa waren 2021 mit je ĂŒber sieben Millionen neuen Nutzern die wichtigsten MĂ€rkte fĂŒr Netflix. In den USA und Kanada kam nur gut eine Million an neuen Kunden hinzu.

Der trĂŒbe GeschĂ€ftsausblick von Netflix brachte nachbörslich auch die Aktien anderer Streaming-Anbieter krĂ€ftig unter Druck. FĂŒr den Unterhaltungsgiganten Walt Disney ging es zeitweise um rund fĂŒnf Prozent nach unten, fĂŒr Roku - den fĂŒhrenden US-Hersteller von StreaminggerĂ€ten - sogar um ĂŒber sechs Prozent. Auch der Mutterkonzern des Netflix-Konkurrenten Paramount+, ViacomCBS, und der Live-Sport-Streaming-Dienst FuboTV erlitten deutliche Kursverluste.

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