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Künstliche Intelligenz: Diese Teams haben Aussicht auf den WM-Titel 2018

Computer berechnet WM-Favoriten  

Diese Teams könnten Weltmeister werden

16.06.2018, 19:12 Uhr | str, t-online.de

Künstliche Intelligenz: Diese Teams haben Aussicht auf den WM-Titel 2018. Der WM-Pokal: In vielen Tippgemeinschaften wird gerätselt, wer sich in diesem Jahr den Titel holt.  (Quelle: dpa/Dirk Waem/BELGA)

Der WM-Pokal: In vielen Tippgemeinschaften wird gerätselt, wer sich in diesem Jahr den Titel holt. (Quelle: Dirk Waem/BELGA/dpa)

Wer wird Weltmeister? Forscher berechnen die Titelchancen der WM-Teilnehmer. Deutschland gehört zum Kreis der Favoriten, aber das Rennen könnte am Ende ein anderes Team machen.

Von Tippspielen über Tier-Orakel bis hin zu Hexenmeistern: Kuriose Vorhersagen zum Ausgang der Fußball-WM haben eine lange Tradition. Computerexperten verlassen sich bei ihren Prognosen aber natürlich am liebsten auf Daten.

In diesem Jahr haben sich gleich mehrere Teams daran gemacht, computergestützte Rechenmodelle zu entwickeln, die den Verlauf der Weltmeisterschaft vorhersagen sollen. Interessanterweise kommen die Rechenprogramme zu teilweise sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Die Liste der möglichen Favoriten ähnelt sich jedoch. 

So hat die Künstliche Intelligenz (KI) eines gemischten Forscherteams aus Deutschland und Belgien berechnet, dass ein Sieg der Spanier am wahrscheinlichsten sei, während mehrere Analyseprogramme namhafter Finanzinstitute auf Brasilien tippen. 

So wurden die Wahrscheinlichkeiten berechnet 

Für ihre WM-Prognose haben Entwickler der technischen Universitäten Dortmund, München und Gent (Belgien) ihre KI mit ganz unterschiedlichen Daten gefüttert. Neben Informationen über die Spieler, wie zum Beispiel deren Alter, bisheriges Zusammenspiel und Erfolge, flossen auch Fifa-Rankings, Wettquoten und sogar sozio-ökonmische Daten des Herkunftslandes in die Analyse mit ein. 

Anschließend ließen die Forscher das Programm die WM simulieren – und zwar 100.000 Mal. Dabei spielt die KI alle 64 Spiele einzeln durch und ermittelt die jeweiligen Gewinnaussichten beider Teams. Demnach hat Spanien die besten Chancen, stets eine Runde weiter zu kommen, sich bis zum Finale vorzukämpfen und schließlich den Pokal zu holen. 

Deutschland hingegen – so die Prognose – dürfte es auf dem Weg ins Finale mit deutlich härteren Gegnern zu tun bekommen. Dadurch steigt die Gefahr eines frühen Ausscheidens. Kämpft sich Löws Mannschaft aber wider Erwarten bis zuletzt durch, könnte sie ihren Erfolg von vor vier Jahren wiederholen.

Viele deutsche Fans dürften ihre Hoffnungen an das folgende Abschluss-Szenario knüpfen. Die Forscher haben die Final-Zusammensetzung sogar als die wahrscheinlichste Konstellation für die Schlussrunden identifiziert. 

Grafik: Ein deutsch-belgisches Forscherteam sagt mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz den möglichen Ausgang der WM voraus. (Quelle: t-online.de/Screenshot https://motherboard.vice.com)Grafik: So sieht das wahrscheinlichste Szenario in der Schlussrunde aus. (Quelle: Screenshot https://motherboard.vice.com/t-online.de)

Gute Aussichten auf den WM-Titel haben den Berechnungen zufolge aber auch Brasilien, Frankreich oder Belgien. Gastgeber Russland hingegen hat kaum Chancen auf einen Heimsieg, zeigen die Berechnungen. 

Diese Prognosen sind allerdings sehr gewagt. Das geben die Forscher selbst zu. Schließlich hängt die Gewinnaussicht eines jeden Teams stark davon ab, auf welche Gegner es trifft. Dass die KI den kompletten Turnierverlauf exakt vorhersagen könne, sei "extrem unwahrscheinlich". Unvorhergesehene Entwicklungen, wie die Entlassung des Spanien-Trainers werden von der Statistik ebenfalls nicht berücksichtigt. 

Konkurrenz-Modelle aus der Finanzwelt

Weitere konkurrierende Computeranalysen zur Fußball-WM stammen aus der Finanzwelt. Computer-Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs sehen beispielsweise Brasilien auf dem Weg zum 6. WM-Titel. Analysen der Danske Bank und der Swiss Bank stützen diese These, berichtet Bloomberg. Commerzbank und die Schweizer UBS wollen hingegen Deutschland als WM-Sieger ausgemacht haben. 

Das Programm der US-Finanzanalysten von Goldman Sachs simulierte eine Million mögliche Partien mit Daten, die bis ins Jahr 2005 zurückreichen. Hier wurden vor allem Spieler- und Mannschaftsdaten sowie Einschätzungen zur Team-Performance berücksichtigt. Die KI sollte in den Daten aus der Vergangenheit nach wiederkehrenden Mustern suchen und daraus auf die Zukunft schließen.  

Das Modell sagt voraus, dass Brasilien und Deutschland im Finale aufeinander treffen werden. Brasilien werde mit einer Wahrscheinlichkeit von 18,5 Prozent als Sieger aus dem Match hervorgehen. 

Wie zuverlässig ist die Prognose?

Solche statistisch gestützten Prognosen sind eigentlich keine große Überraschung. Hier machen sich vor allem Brasiliens frühere Spielerfolge bemerkbar: Keine andere Mannschaft holte den WM-Titel häufiger als Brasilien. Doch wie man bei der letzten WM sehen konnte: Ausreißer nach unten sind immer möglich. 

Dass Big Data-Analysten versuchen, das Geheimnis des Fußballs zu entschlüsseln ist übrigens kein neues Phänomen. Bereits 2009 haben der Sportjournalist Simon Kuper und der Ökonom Stefan Szymanski mit dem Buch "Soccernomics" versucht, der Erfolgsformel der weltbesten Clubs auf die Spur zu kommen. Dabei fanden sie unter anderem heraus: Die Welt des Fußballs wird eben nicht allein vom Geld regiert. Inspiration für das Buch bot die Geschichte des US-amerikanischen Baseball-Clubs "Oakland Athletics", der zeitweise dank ausgefuchster Spieler-Analysen Erfolge feierte. Die "Moneyball Years" schrieben Geschichte und wurden 2011 mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt. 

Verwendete Quellen:

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