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Kryptowährungen: Werbung auf Facebook wieder erlaubt

Nach dem Hype  

Kryptowährungen: Werbung auf Facebook wieder erlaubt

27.06.2018, 15:24 Uhr | dpa

. Ein Bitcoin-Logo hängt im Schaufenster: Derzeit liegt die wohl bekannteste Kryptowährung bei 6.000 – und nicht mehr 20.000 – Dollar. (Archivbild) (Quelle: dpa/Jens Kalaene)

Ein Bitcoin-Logo hängt im Schaufenster: Derzeit liegt die wohl bekannteste Kryptowährung bei 6.000 – und nicht mehr 20.000 – Dollar. (Archivbild) (Quelle: Jens Kalaene/dpa)

Seit Anfang des Jahres war es auch Facebook verboten, für virtuelle Währungen zu werben. Das ändert sich nun wieder – nur einige Währungen sind weiterhin auf der schwarzen Liste.

Facebook hat das generelle Werbeverbot für Kryptowährungen gelockert. Ab sofort sei es wieder möglich, in dem sozialen Netzwerk für Produkte wie Bitcoin oder Ethereum zu werben. Das Unternehmen werde aber vorher prüfen, ob die beworbenen Angebote rund um Kryptowährungen sicher und legal sind, wie aus einem Firmenblog hervorgeht. Facebook hatte im Januar Anzeigen für Kryptowährungen verboten, da sie oft mit irreführenden oder betrügerischen Praktiken in Verbindung gestanden hatten. Auch Google verhängte einen Werbebann.

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Nicht möglich ist weiterhin Werbung für die stark umstrittenen sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs), einer unregulierten Art der Geldschöpfung, bei der es in den vergangenen Monaten immer wieder zu großen Betrugsfällen gekommen ist. Auch für binäre Optionen, einem Finanzderivat, das ebenfalls viel Spielraum für Schummeleien lässt, darf bei Facebook weiterhin nicht geworben werden.

Den Höhepunkt erreichte der Bitcoin im Dezember

Der Markt für sogenannte Kryptowährungen war Ende vergangenen Jahres heiß gelaufen. So übersprang der Kurs des Bitcoin, das bekannteste Spekulationsobjekt dieser Art, innerhalb weniger Wochen eine Tausender-Marke nach der anderen – bis er schließlich im Dezember zeitweise mehr als 20.000 Dollar gekostet hatte. Von diesem Niveau ist er aktuell mit knapp über 6.000 Dollar weit entfernt.

Eine Ursache für den Absturz war, dass einige etablierte und traditionelle Börsenbetreiber Produkte auf den Bitcoin eingeführt hatten, die es auch erlauben, mit fallenden Kursen Geld zu verdienen. Der Bitcoin wurde damit leichter handelbar und ist näher an die klassischen Finanzmärkte herangerückt. Am Anfang hatte dies die Rallye befeuert. Doch seit Mitte Dezember geht es bergab.

Auch Sicherheitsfragen sorgen für Schwierigkeiten

Ein weiterer Grund für den Verfall sind auch Sicherheitsprobleme, die besonders kleinere Betreiber von Handelsplätzen für Kryptowährungen betreffen, und die zunehmend strengeren Auflagen.

Der Börsenwert aller virtuellen Währungen wie Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum oder Ripple sank in den vergangenen Monaten rapide: Aktuell liegt sie nach einer Berechnung von Coinmarketcap.com bei 245 Milliarden Dollar – zum Höhepunkt der Kryptowährungs-Manie hatte der Markt ein Volumen von mehr als 800 Milliarden Dollar.

Besonders für die junge Generation hängt an Bitcoin und Co.

Anhänger der Kryptowährungen sehen in diesen eine Chance, unabhängiger von den Notenbanken und Regierungen zu werden. Gerade unter jungen und von neuen Technologien geprägten Menschen sowie in sozialen Netzwerken sind diese daher sehr beliebt. Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert Shiller hatte die Kryptowährungen am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg TV als "bemerkenswertes soziales Phänomen" bezeichnet.

Trotz der jüngsten Kursverluste sieht Shiller nach wie vor eine spekulative Blase – schließlich hatte ein Bitcoin Ende 2016 noch weniger als 1.000 Dollar und Ende 2014 sogar nur rund 300 Dollar gekostet. Viele Experten warnen immer wieder vor der Gefahr eines hohen Verlusts bei Anlagen in Kryptowährungen oder bezweifeln ihren Sinn. Nicht ganz überraschend sieht zum Beispiel die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), einer Art Zentrale der Notenbanken weltweit, virtuelle Währungen sehr kritisch.

Die Zahlungen verschlingen Massen an Energie

Es gebe kaum ein wirtschaftliches Problem, das durch die Kryptowährungen gelöst werde, heißt es in dem jüngst veröffentlichten Jahresbericht der BIZ. Die dezentrale Technologie sei anfällig. Transaktionen mit Kryptowährungen wie dem Bitcoin seien langsam und teuer. Zudem würden durch Kryptowährungen große Mengen an Energie verbraucht. Die Politik müsse Missbrauch verhindern, aber weitere Experimente ermöglichen.

Die BIZ-Experten hatten in früheren Berichten Kryptowährungen bereits als eine "Bedrohung für die Finanzstabilität" bezeichnet. BIZ-Generaldirektor Agustin Carstens sagte vor kurzem, Bitcoin sei zu "einer Kombination aus Spekulationsblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe" geworden.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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