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Zuhause abnehmen: Was taugen Online-Fitnessstudios?

Zuhause abnehmen  

Was taugen Online-Fitnessstudios?

Von Laura Stresing

03.01.2019, 17:40 Uhr
Zuhause abnehmen: Was taugen Online-Fitnessstudios?. Vier Frauen machen Kniebeugen: Online-Fitnessstudios locken mit attraktiven Preisen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Getty)

Vier Frauen machen Kniebeugen: Online-Fitnessstudios locken mit attraktiven Preisen. (Quelle: Getty/Thinkstock by Getty-Images)

Zum neuen Jahr nehmen sich viele Menschen vor, abzuspecken und mehr Sport zu treiben. Dank zahlreicher Online-Angebote geht das auch bequem zu Hause. Hier erfahren Sie, ob ein Online-Fitnessstudio das Richtige für Sie ist. 

Pünktlich zum Jahresbeginn sind Diät-Ratgeber und Fitnessstudios wieder sehr gefragt. Schließlich starten viele Menschen wie so oft mit dem guten Vorsatz ins neue Jahr, sich gesünder zu ernähren und mehr zu bewegen. Das merken auch die Betreiber von Online-Fitnessstudios wie NewMoove, FitnessRaum.de oder Gymondo. 

Zu Beginn eines neuen Jahres schlägt die Zahl der Neuanmeldungen immer deutlich nach oben aus, verrät etwa Dennis Langer von Gymondo, einer Art Netflix für Fitness-Videos. Gegen eine monatliche Gebühr können Nutzer hier ihr persönliches Sportprogramm für Zuhause zusammenstellen. Die ersten Trainingseinheiten sind kostenlos. 

"Im Januar und zur Bikini-Zeit ist die Motivation der Nutzer am größten", weiß Langer aus Erfahrung. Damit den Neukunden die Lust später nicht verloren geht, sollten sie sich ein Programm aussuchen, das ihnen Spaß macht, rät der gelernte Fitness-Trainer. Insgesamt stehen den Gymondo-Kunden mehr als 700 Kurse zur Auswahl, in denen einfache Übungen zum Nachmachen gezeigt werden. Das sei genug Material, um zwei Jahre lang zu trainieren, sagt Langer. Und das Unternehmen sorgt regelmäßig für Nachschub. Ein Videokurs dauert zwischen 15 und 80 Minuten. 

Die Preise sind attraktiv, doch es gibt Haken

Laut Michèle Scherer von der Verbraucherzentrale Brandenburg eignen sich Online-Fitnessstudios vor allem für Menschen, die zeitlich flexibel sein wollen und kein passendes Angebot in ihrer Nähe finden, etwa in ländlichen Regionen. Preislich seien die Online-Angebote durchaus attraktiv. Die günstigsten Tarife starten bei etwa sieben Euro pro Monat und liegen damit deutlich unter dem Durchschnitt stationärer Fitnessstudios. Allerdings sind diese Tarife oft an längere Vertragslaufzeiten geknüpft.

Auch bei den kostenlosen Probe-Abos ist Vorsicht geboten, denn die Vertragsbedingungen unterscheiden sich zum Teil deutlich voneinander. "Bei manchen Anbietern läuft das Probe-Abo automatisch aus, bei anderen geht es nahtlos in einen Vertrag über. Dann muss man dran denken, rechtzeitig zu kündigen", erklärt Scherer. Die Vertragslaufzeit kann dabei nur wenige Monaten oder bis zu zwei Jahren betragen. Verbraucher sollten daher unbedingt auf das Kleingedruckte achten. Bei einer Stichprobe im vergangenen Jahr fand die Verbraucherzentrale Brandenburg bei zehn von zehn Anbietern unzulässige Klauseln in den Vertragsbedingungen. Alle Online-Fitnessstudios wurden abgemahnt und haben danach nachgebessert, berichtet Scherer. 

Kostenlose Konkurrenz durch YouTube

Aus Sicht von Gymondo-Sprecher Langer bietet das Online-Training eine gute Ergänzung zu stationären Fitnessstudios: "Es gibt so viele Menschen, die sich nicht trauen, ins Fitnessstudio zu gehen, obwohl es ihnen helfen würde", sagt er. Genau solche Menschen will Gymondo für sich gewinnen. Doch wieso sollte jemand für Fitness-Videos im Netz Geld ausgeben? Schließlich findet man auf YouTube sehr viele Übungsvideos zum Nulltarif. 

Allerdings gebe es dabei keinerlei Qualitätskontrolle, mahnt der Fitness-Experte Langer. "Wir haben uns die Konkurrenz bei YouTube natürlich genau angesehen und da ist vieles dabei, das wirklich gefährlich ist." Bei Übungen mit Langhanteln oder Kettle-Balls etwa sei das Verletzungsrisiko so hoch, dass Gymondo sie aus dem Programm verbannt hat. Auch Scherer warnt vor den Risiken des Heimtrainings: "Der Nutzer sollte sich seiner Sache sicher sein. Es gibt nämlich keinen Trainer, der darauf achtet, dass die Übungen richtig ausgeführt werden."

Hinzu kommt: Die YouTube-Videos werden vom Suchalgorithmus der Plattform scheinbar wahllos aneinandergereiht, erklärt Langer. "Um einen Trainingseffekt zu erzielen braucht man aber ein Training, das Sinn ergibt. Unsere Programme werden deshalb von richtigen Sportexperten zusammengestellt." 

YouTube hat aber auch seine Vorzüge: Verbraucherschützerin Scherer etwa sieht in der Videoplattform eine günstige Möglichkeit für Einsteiger, die noch nicht so recht wissen, ob ihnen das Heimtraining mit Videoanleitungen überhaupt liegt. "Es empfiehlt sich sowieso, das Konzept erst einmal auszuprobieren, bevor man sich vertraglich bindet", sagt sie. Denn: "Es gehört schon sehr viel Selbstdisziplin dazu." (welche Kanäle empfehlenswert sind, erfahren Sie in der Infobox) 

ONLINE TRAINIEREN: DARAUF SOLLTEN SIE ACHTEN
Auf YouTube findet man sehr viele kostenlose Videoanleitungen von selbsternannten Fitness-Gurus, teilweise von zweifelhafter Qualität. Achten Sie darauf, dass der Trainer alle Übungen ausreichend erklärt und eine Aufwärm- und eine Stretchingphase in seine Videos miteinbezieht. Suchen Sie sich ein Trainingsprogramm, das Ihrem Fitnesslevel entspricht. Meiden Sie Videoanleitungen, die nur dazu dienen, dem Zuschauer teure Sportprodukte aufzuquatschen. Gut gemacht sind beispielsweise die "Happy and Fit"-YouTube-Kanäle, zum Beispiel HappyAndFitYoga oder der Kanal der Australierin Linda Wooldridge (auf Englisch), die viele ihrer professionellen Fitness-Videos gratis auf YouTube hochlädt. Falls ein kostenpflichtiges Abo bei einem Online-Fitnessstudio für Sie in Frage kommt, können Sie sich bei der Verbraucherzentrale Brandenburg informieren. Diese Checkliste (PDF) erklärt, worauf Sie dabei achten sollten. 

Das richtige Training finden

Gymondo will den Nutzer unter anderem durch prominente Trainer und eine lebendige Online-Community bei der Stange halten. Nach der Anmeldung füllt der Nutzer zuerst einen Fragebogen aus, um das passende Programm zu finden. Ein zusätzlicher Fitnesstest soll zeigen, wie viel dem Trainierenden in Sachen Beweglichkeit, Kraft, Koordinationsfähigkeit oder Ausdauer zugemutet werden kann. Außerdem wird jede Übung in den Videos in jeweils drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen gezeigt. Eine Spezialausrüstung ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Der Großteil der Kurse basiert nämlich auf dem Prinzip Körpergewicht und kommt gänzlich ohne Fitness-Geräte aus.

Das ist nicht überall so: Viele Online-Anbieter im Fitness-Bereich verdienen sich durch den Verkauf von teuren Sportartikeln im angeschlossenen Shop noch Geld dazu, weiß Verbraucherschützerin Scherer. "Gerade, wenn dort  irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, raten wir den Verbrauchern zur Vorsicht. So etwas braucht es für ein ausgewogenes Fitnessprogramm nicht." 

Männer und Frauen haben unterschiedliche Präferenzen

Umso mehr müssen sich Online-Fitnessstudios anstrengen, um sich von der Gratis-Konkurrenz im Netz abzuheben und zahlende Abo-Kunden zu gewinnen. Viele bieten deshalb Extras wie Ernährungsratgeber, Rezeptvorschläge oder ein Nutzerprofil, in dem Kunden ihre Trainingserfolge dokumentieren können. "Nutzer sollten sich auf jeden Fall verschiedene Anbieter ansehen und den auswählen, der am besten zu ihren Bedürfnissen passt", meint Scherer. 

Bisher finden offenbar vor allem Frauen Gefallen an den Online-Fitnessstudios. Auch bei Gymondo sei die Nutzerschaft zu 85 bis 90 Prozent weiblich, räumt Langer ein. "In der Männerwelt ist es noch nicht ganz angekommen, dass man auch Zuhause effektiv trainieren kann", fügt er mit Bedauern hinzu. 

Andererseits bilden die Online-Kurse keine Ausnahme, was die unterschiedlichen Trainings-Präferenzen der Geschlechter angeht. Denn die lassen sich auch in den meisten Fitnessstudios beobachten, meint Langer: "Die Männer gehen in den Freihantelbereich, die Frauen besuchen lieber die Kurse." Dabei seien die Fitnesskurse online wie offline durchaus auch für ehrgeizige Sportler geeignet. Einige der Programme bei Gymondo brächten sogar Leistungssportler an ihre Grenzen, sagt Langer. 

Verwendete Quellen:

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