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Apple Pay: Koalition will Apple zur Öffnung für andere Anbieter zwingen

Mobiles Bezahlen  

Koalition will Apple zur Öffnung zwingen

16.11.2019, 13:18 Uhr | dpa

Apple Pay: Koalition will Apple zur Öffnung für andere Anbieter zwingen. Mehrere iPhones zeigen die Anwendung Apple Pay: Apple soll den Chip, der bargeldloses Bezahlen ermöglicht, für andere Anbieter öffnen.  (Quelle: imago images/Overstreet)

Mehrere iPhones zeigen die Anwendung Apple Pay: Apple soll den Chip, der bargeldloses Bezahlen ermöglicht, für andere Anbieter öffnen. (Quelle: Overstreet/imago images)

Ein deutscher Gesetzentwurf könnte Apples Bezahlplattform Apple Pay torpedieren. Der Konzern solle seinen iPhone-Chip zum kontaktlosen Bezahlen auch für andere Anbieter öffnen, so die Forderung.

Ein scheinbar kleines Detail in einem neuen Gesetz gegen Geldwäsche sorgt derzeit für Zoff zwischen dem iPhone-Konzern und der deutschen Politik. Eine von der Großen Koalition eingebrachte Änderung könnte Apple nämlich dazu zwingen, Banken und Zahlungsdiensten direkten Zugang zum NFC-Chip der iPhones zu öffnen.

NFC steht für Near Field Communication und ist eine Schnittstelle für kontaktlose Datenübertragung. Der Chip ermöglicht das bargeldlose Bezahlen. Auf dem iPhone geht das bisher allerdings nur via Apple Pay, denn Apple hält seine Technologie unter Verschluss.  

Für Android gibt es Alternativen zu Google Pay

Deutsche Finanzunternehmen, die ihren Kunden bargeldloses Bezahlen auf dem iPhone ermöglichen wollen, müssen entweder eine Kooperation mit dem US-Konzern abschließen oder auf umständlichere Datenübertragungsmethoden wie das Einlesen von QR-Codes ausweichen. Bei dem Open-Source-Betriebssystem Android ist das anders: Viele Android-Nutzer haben heute schon die Wahl, ob sie Google Pay oder lieber eine Bezahl-App ihrer Bank nutzen wollen. 

Damit auch deutsche Alternativen zu Apple Pay entstehen können, brauchen die Entwickler Zugriff auf den NFC-Chip im iPhone oder der Apple Watch. Genau darauf zielt nun der Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen ab. 

Konkurrenten beschweren sich bei der EU-Kommission 

Dieser sieht vor, dass Infrastruktur-Betreiber Zahlungsdiensten Zugang zur Infrastruktur gewähren müssen – "gegen angemessenes Entgelt und unter Verwendung angemessener Zugangsbedingungen". Das Gesetz dient eigentlich zur Umsetzung der europäischen Geldwäscherichtlinie – der Punkt, der ausdrücklich der NFC-Öffnung dienen soll, wurde aber hinzugefügt. Es wurde am Donnerstagabend im Bundestag beschlossen, muss aber auch noch in den Bundesrat.

Deutsche Banken und Sparkassen hatten lange einen direkten Zugang zur NFC-Schnittstelle der iPhones gefordert. Auf europäischer Ebene gibt es laut Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager diverse Beschwerden gegen Apple.


Apple widerspricht

Der Konzern begründet seine Position mit Benutzerfreundlichkeit und Datensicherheit. Der Zugriff auf die NFC-Antenne läuft über einen gesonderten Sicherheitschip, die sogenannte "Secure Enclave", in der Apple auch andere wertvolle Daten wie Passwörter absichert.

"Wir sind überrascht, wie plötzlich dieses Gesetzgebungsverfahren eingeleitet wurde", erklärte Apple. "Wir befürchten, dass der Gesetzentwurf die Nutzerfreundlichkeit bei Zahlungen verschlechtern und den Datenschutz und die Sicherheit von Finanzdaten gefährden könnte." Apple würde mit der Bundesregierung gern daran arbeiten, "die technischen Hintergründe von Apple Pay verständlich zu machen".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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