Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Sicherheit >

CCC fordert Verbot für unverschlüsselte Datenübertragung

Konfrontationskurs  

Chaos Computer Club fordert Verbot von unverschlüsselter Datenübertragung

22.01.2015, 16:53 Uhr | t-online.de, dpa

Nach dem Vorschlag von Politikern, Dienste zu verbieten, die verschlüsselte Kommunikation nutzen – beispielsweise WhatsApp oder Apple iMessage – hat der Chaos Computer Club (CCC) nun mit einer entsprechenden Gegenforderung reagiert. Unverschlüsselte Kommunikation müsse strikt verboten werden, verlangt der CCC.

Aus blanker Angst vor technischen Einschränkungen der Möglichkeiten von Ermittlern und Hackern im Staatsdienst hätten sich Politiker für ein faktisches Verbot effektiver Kryptographie ausgesprochen, so der CCC in einer Pressemitteilung.

Der britische Premierminister David Cameron war einer der ersten, die ein Verbot von Kommunikations-Apps mit Verschlüsselung ins Gespräch gebracht hatten, die Sicherheitsbehörden keinen Zugang zu Inhalten bieten. Von Bundesinnenminister Thomas de Maizière waren diese Woche ähnliche Forderungen zu hören.

Verbot komme Rückschritt gleich

Alle diese Forderungen hätten das Ziel, so der CCC, "Bedarfsträgern" jederzeit vollen Zugriff auf digitale Kommunikation zu gewähren. "Dass dabei notgedrungen das Rad der technischen Evolution auf das Niveau von Windows 3.1 zurückgedreht werden muss, nehmen sie entweder in Kauf oder ist ihnen noch nicht erklärt worden."

Wer Daten seiner Kunden unverschlüsselt übertrage, archiviere und damit deren Sicherheit gefährde, müsse mit empfindlichen Strafen belegt werden, so die Forderung.

BSI fordert Verschlüsselung

Nach den Enthüllungen über die ausufernde Internet-Überwachung durch den US-Abhördienst NSA und dessen britischen Gegenpart GCHQ setzen Privatleute und Unternehmen stärker auf Verschlüsselung. In Deutschland forderte zuletzt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Wirtschaft zum Einsatz von harter Verschlüsselung auf der Basis des offenen Systems GnuPG auf, für das staatliche Stellen mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Hintertür besitzen.

Anbieter einiger Kurzmitteilungsdienste werben auch damit, dass sie keinen Zugriff auf Inhalte der Nutzer hätten und sie deshalb auch nicht Behörden preisgeben könnten.

"Wir fordern, dass die Millionen, die in die Militarisierung der Netze gesteckt werden, stattdessen in den Bau offener, sicherer Systeme zu investieren sind", erklärte der CCC. Das Geld solle auch in eine bessere technische Ausbildung fließen.

Weitere Digital-Themen finden Sie hier.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Sicherheit

shopping-portal