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Für Smartphones und Co.: Warum die SIM-Karte bald verschwinden wird

Kleine Karten, große Unterschiede  

Warum die SIM-Karte bald verschwinden wird

01.06.2019, 12:51 Uhr | dpa

Für Smartphones und Co.: Warum die SIM-Karte bald verschwinden wird. Eine SIM-Karte hat fast jeder schon einmal in ein Mobiltelefon gefummelt. (Quelle: dpa/Franziska Gabbert)

Eine SIM-Karte hat fast jeder schon einmal in ein Mobiltelefon gefummelt. Über die Jahre sind die Karten immer kleiner geworden - und inzwischen als eSIM zum Teil schon fest in Geräten verbaut. Foto: Franziska Gabbert. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa)

Es ist nur ein Mini-Prozessor mit einem kleinen Speicher auf einem Stückchen Plastik. Doch ohne SIM-Karte gäbe es kein mobiles Telefonieren, keine Kurznachrichten und keine Datenverbindungen. In Zukunft könnte sie überflüssig werden.

Anfang der 90er-Jahre hatte die SIM noch das Format einer Bankkarte. "Sie wurde aber schnell von der Mini-SIM ersetzt", erklärt Henning Gajek vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de". Die Mini-SIM ist ihrem Namen zum Trotz heute die größte Variante. Sie misst 2,5 mal 1,5 Zentimeter und kommt vor allem in einfachen Handys zum Einsatz.

Dann gibt es noch die Micro-SIM, mit ihren Maßen (1,5 mal 1,2 cm) eine Zwischengröße, die Gajek zufolge immer weniger Verwendung findet. "Die neueren Geräte arbeiten eigentlich alle mit Nano-SIM." Diese misst 1,23 mal 0,88 cm und besteht fast nur noch aus dem Chip, die Plastik-Einfassung ist hauchdünn. Die Provider liefern meist alle Kartengrößen auf einem Träger. Das benötigte Format drückt man aus der vorgestanzten Form oder setzt es aus den herausgedrückten Teilen wieder zusammen.

Kleine Karten sollen tonnenweise Plastikmüll vermeiden

Und auch die Träger schrumpfen. Viele Provider haben ihre Größe halbiert, sie sind nur noch so groß wie eine halbe Bankkarte. So will etwa die Telekom 2019 bis zu 17,5 Tonnen Plastikmüll sparen, Telefonica jährlich sogar 30 Tonnen.

SIM-Karten zum Einsetzen sind mittel- bis langfristig aber ohnehin ein Auslaufmodell. Der Grund dafür heißt "eSIM". Dabei handelt es sich um einen schon im Gerät eingebauten Chip. Nutzer bekommen dann nur noch einen Code zugeschickt, mit dem sie ihr Tarif-Profil freischalten können. Das soll auch den Vertragswechsel einfacher machen.

Nicht nur in Smartphones oder Tablets sind eSIMs sinnvoll – wenn auch aktuell erst wenige Spitzen-Smartphones die eSIM unterstützen, wie Gajek sagt. Auch in Wearables wie Smartwatches oder Fitnesstrackern lohnt der Einsatz. Mit aktiviertem Profil kann man etwa direkt mit einer Smartwatch telefonieren – ganz ohne verbundenes Smartphone.

eSIM von den Netzbetreibern

Und wie sieht es bei den Netzbetreibern aus? Telefonica bietet die eSIM allen Vertragskunden optional an. Bei der Telekom sind dagegen sowohl Laufzeit- als auch Prepaid-Verträge eSIM-fähig. Und bei Vodafone ist die eSIM eine Option für Vertragskunden. Man arbeite aber an einem Angebot auch für Prepaid-Kunden, erklärte ein Sprecher.

eSIM-Smartphones haben derzeit meist auch noch einen Slot für SIM-Karten und bieten so nützliche Dual-SIM-Funktionen – wie auch Telefone mit zwei SIM-Karten-Slots. Per Dual-SIM ist man auf einem Telefon unter zwei Rufnummern erreichbar und kann etwa eine beruflich und die andere privat nutzen. Oder man kauft im Urlaub eine lokale SIM-Karte, um dort günstiger zu telefonieren oder zu surfen.

Zwischen den verschiedenen Anbietern und Tarifen lässt sich bei Dual-SIM hin- und herspringen. "Wer 18 Uhr Feierabend hat und keine beruflichen Anrufe mehr erhalten möchte, der legt die Nummer einfach still bis zum nächsten Morgen", sagt Gajek.

Zwei Kartenslots vorhanden

Die meisten Dual-SIM-fähigen Smartphones haben heutzutage zwei Kartenslots, wovon einer in der Regel ein Hybridslot ist, wie Andreas Seeger vom Fachmagazin "Connect" erklärt. Das heißt, der zweite Einschub kann eine SIM- oder eine Speicherkarte aufnehmen. Wer sich nicht irgendwann zwischen Speicherplatz-Erweiterung und zweiter SIM-Karte entscheiden will, wenn das Telefon "vollläuft", sollte ein Gerät mit ausreichend internem Speicher kaufen, rät Seeger.

Eine andere SIM-Spielart nennt sich Multi-SIM. Hinter dem Begriff steckt die Möglichkeit, einen Vertrag auf mehreren Geräten zu nutzen, etwa auf einem zweiten oder sogar dritten Mobiltelefon oder auch auf einem Tablet oder einer Smartwatch.

Die dazu benötigten weiteren SIM-Karten sind nur selten in Verträgen eingeschlossen und kosten meist extra, weiß Henning Gajek – pro eSIM-Profil beziehungsweise pro SIM-Karte meist um die fünf Euro zusätzlich. Man ist dann überall unter der gleichen Rufnummer erreichbar und nutzt die Vertragsleistungen auf allen Geräten.

Probleme mit der Multi-SIM

Bei Multi-SIM kommt es auf korrekte Einstellungen an. "Man muss festlegen, auf welchem Gerät man SMS empfängt", sagt Gajek. Wer zum Beispiel mit dem "falschen" Smartphone unterwegs ist und dann für eine Überweisung eine SMS-TAN benötigt, der steht vor einem Problem.


Was bei Multi-SIM auch noch nerven kann: Nicht bei allen Anbietern lässt sich ändern, dass bei einem Anruf alle Geräte klingeln, bemängelt Andreas Seeger. Bei den Konfigurationsmöglichkeiten von Multi-SIM gebe es generell große Unterschiede.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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