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Witwenrente: Wer hat wann Anspruch auf die finanzielle Absicherung?

Absicherung beim Tod des Partners  

Witwenrente – Wer hat wann Anspruch auf die Rente für Hinterbliebene?

Von Sabrina Manthey

01.03.2019, 10:50 Uhr
Witwenrente: Wer hat wann Anspruch auf die finanzielle Absicherung?. Frau blickt in die Leere: Ehepartner oder Lebenspartner erhalten nach dem Tod des Partners eine Hinterbliebenenrente, wenn dieser eine Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen hat. (Quelle: Getty Images/annebaek)

Frau blickt in die Leere: Ehepartner oder Lebenspartner erhalten nach dem Tod des Partners eine Hinterbliebenenrente, wenn dieser eine Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen hat. (Quelle: annebaek/Getty Images)

Die Witwenrente, alternativ auch die Witwerrente oder Hinterbliebenenrente, dient der finanziellen Absicherung des verbliebenen Partners nach dem Tod des anderen. Wir erklären die Voraussetzungen für den Bezug einer Witwenrente, wie hoch sie ausfällt und was Sie dafür tun müssen.

Die Witwenrente (Hinterbliebenenrente) dient der Absicherung im Todesfall für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner. Nach dem Tod des Ehe- oder Lebenspartners muss das Leben in der Regel nicht nur neu gedacht, sondern auch finanziell neu geplant werden. Hat der Verstorbene bereits eine Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen, kann diese in Teilen auf den hinterbliebenen Partner übertragen werden.

Für eine Übergangszeit von drei Monaten nach dem Todesfall, dem so genannten "Sterbevierteljahr", zahlt die gesetzliche Rentenversicherung die Rente des Verstorbenen an den Partner in voller Höhe aus. Dann entscheidet sich, ob entweder das alte oder das neue Recht Anwendung findet und ob die große oder kleine Witwenrente ausgezahlt wird.

Ältere Frau mit Gehstock: Hinterbliebene sollten die Witwenrente unverzüglich bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. (Quelle: Getty Images/Photographee.eu)Ältere Frau mit Gehstock: Hinterbliebene sollten die Witwenrente unverzüglich bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. (Quelle: Photographee.eu/Getty Images)

Die Witwenrente beantragen

So schwer die Zeit sein mag, Hinterbliebene sollten unmittelbar nach dem Tod des Ehepartners oder des Lebenspartners einen Antrag auf Witwenrente / Witwerrente beziehungsweise Hinterbliebenenrente stellen. Den Antrag sowie Erläuterungen und Formulare für die Bescheinigung des Einkommens finden Sie auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung (hier klicken: Witwenrente und Witwerrente).

Witwenrente nach altem oder neuem Recht

Je nachdem, wann die Ehe oder Lebenspartnerschaft geschlossen wurde beziehungsweise der Partner verstorben ist, kommt bei der Witwenrente das alte oder das neue Recht zur Anwendung.

Witwenrente – das alte Recht:

  • der Ehepartner ist vor dem 1. Januar 2002 verstorben oder
  • die Ehe wurde vor dem 1. Januar 2002 geschlossen, der Ehepartner ist nach dem 31. Dezember 2001 verstorben und einer der Ehepartner wurde vor dem 2. Januar 1962 geboren

Witwenrente – das neue Recht:

  • die Eheschließung fand nach dem 31. Dezember 2001 statt oder
  • wenn die Ehe vor dem 31. Dezember 2001 geschlossen und ein Ehepartner nach dem 1. Januar 1962 geboren wurde

Egal, ob nach altem oder neuem Recht, bei der Witwenrente wird noch einmal zwischen der großen und der kleinen Witwenrente unterschieden. Hinterbliebene erhalten bei der kleinen Witwenrente 25 Prozent der Rente des Verstorbenen, bei der großen Witwenrente nach altem Recht 60 Prozent, nach neuem 55 Prozent.

Für beide gelten folgende Voraussetzungen:

  • die Ehe muss bis zum Tod des Partners bestanden haben
  • der Hinterbliebene darf nicht wieder geheiratet haben
  • der Verstorbene muss mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt beziehungsweise die rentenrechtliche Wartezeit erfüllt haben

Große oder kleine Witwenrente

Die kleine Witwenrente erhalten Hinterbliebene, die das 47. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht erwerbstätig sind und keine Kinder erziehen. Die Bezugsdauer der kleinen Witwenrente ist auf 24 Monate begrenzt. Danach sollten Hinterbliebene in der Lage sein, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.

Die große Witwenrente wird im Grunde ab Vollendung des 47. Lebensjahrs gezahlt. Allerdings gilt auch hier eine schrittweise Anpassung der Altersgrenze. Im Jahr 2018 liegt diese bei 45 Jahren und 7 Monaten und wird jedes Jahr um einen Monat angehoben, bis die Altersgrenze von 47 Jahren ab 2029 erreicht ist.

Zudem erhalten Hinterbliebene die große Witwenrente, wenn sie ein Kind erziehen oder ein behindertes Kind betreuen oder wenn sie aufgrund einer Krankheit oder Behinderung erwerbsgemindert sind.

Beratungsstellen der Rentenversicherung: Hier finden Sie eine Beratungsstelle der gesetzlichen Rentenversicherung in Ihrer Nähe. Alternativ können Sie sich an das kostenlose Service-Telefon der Deutschen Rentenversicherung unter 0800 1000 4800 wenden. 
Weiterführende Informationen finden Sie zudem in der Broschüre der Deutschen Rentenversicherung: Hinterbliebenenrente: Hilfe in schweren Zeiten.

Ausschließende Kriterien: Versorgerehe und Rentensplitting

Bei der Witwenrente nach neuem Recht gelten ergänzend noch weitere Bedingungen: Zum einen muss die Ehe beziehungsweise die Lebenspartnerschaft mindestens ein Jahr bestanden haben. Damit wurde Eheschließungen auf dem Krankenbett zur Absicherung des Partners ein Riegel vorgeschoben – der so genannten Versorgerehe. Ein Unfalltod ist von dieser Regel ausgenommen. Zum anderen dürfen die Partner zuvor kein Rentensplitting vereinbart haben.

Rentensplitting: Sind beide Ehepartner beziehungsweise eingetragenen Lebenspartner in den Ruhestand gegangen, können sie sich für das Rentensplitting entscheiden. In diesem Fall wird die Rente auf beide Partner zu gleichen Teilen aufgeteilt. Das heißt, der Partner mit den höheren Rentensprüchen überträgt einen Teil an seinen Partner, sodass beide das Gleiche rausbekommen.

Ältere Frau zählt Münzen: Bei der Berechnung der Witwen- bzw. Hinterbliebenenrente werden Einkommen angerechnet. Doch es gibt auch Freigrenzen. (Quelle: Getty Images/SandraMatic)Ältere Frau zählt Münzen: Bei der Berechnung der Witwen- bzw. Hinterbliebenenrente werden Einkommen angerechnet. Doch es gibt auch Freigrenzen. (Quelle: SandraMatic/Getty Images)

Anrechnung von Einkommen

Auf den Bezug der Hinterbliebenenrente werden die erzielten Einkünfte angerechnet. Dazu zählen neben dem Einkommen aus selbstständiger und nicht selbstständiger Arbeit sowie eigene Renteneinkünfte auch Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie Vermietung und Verpachtung. Diese werden nach dem "Sterbevierteljahr", den ersten drei Monaten nach dem Tod des Partners, angerechnet.

Bei der Anrechnung von Einkommen legt die Deutsche Rentenversicherung zuerst das Bruttoeinkommen und Bruttovermögen zugrunde. Je nach Art des Einkommens werden pauschale Sätze abgezogen und damit das Nettoeinkommen ermittelt. Auf diesen Nettobetrag werden dann noch Freibeträge angewandt. Dieser steigt ab Juli 2018 von 819 auf 845 Euro in den alten Bundesländern beziehungsweise von 783 auf 810 Euro in den neuen Bundesländern. Für jedes waisenrentenberechtigte Kind des Rentenempfängers erhöht sich der Freibetrag um 179 Euro im Westen und um 171 Euro im Osten.

Folgende Pauschalen werden vom Bruttowert abgezogen:

  • Erwerbseinkommen: 40 Prozent
  • Geringfügige Beschäftigung: kein Abzug
  • Selbstständige: 39,8 Prozent
  • Beamte: 27,5 Prozent
  • Vermögen: 25 Prozent
  • Altersente und Erwerbsminderungsrente: 14 Prozent

Abschlag auf die Witwenrente

Ob ein Abschlag auf die Hinterbliebenenrente fällig wird, liegt am Sterbejahr und am Alter des Verstorbenen. Für das Jahr 2018 liegt die Altersgrenze bei 65 Jahren. Das heißt: Ist der Partner mit 65 oder später verstorben, kann die Rente abschlagsfrei bezogen werden. Ansonsten werden pro Monat, den die Witwenrente früher bezogen wird, 0,3 Prozent abgezogen. Die maximale Höhe des Abschlags, um den die Rente gemindert wird, beträgt 10,8 Prozent.

Frau am Ende eines Stegs: Die Rente für Hinterbliebene soll den finanziellen Verlust abmindern. (Quelle: Getty Images/fcscafeine)Frau am Ende eines Stegs: Die Rente für Hinterbliebene soll den finanziellen Verlust abmindern. (Quelle: fcscafeine/Getty Images)

Vorschuss auf die Witwenrente

Hinterbliebene haben die Möglichkeit, innerhalb von 30 Tagen nach dem Tod des Partners einen Vorschuss auf die regulären Zahlungen der Deutschen Rentenversicherung zu beantragen (siehe Merkblatt über den Rentenvorschuss). Dies erfolgt nicht bei der Deutschen Rentenversicherung, sondern beim Renten-Service der Deutschen Post.

Kontakt: Sie erreichen den Renten-Service der Deutschen Post per Telefon unter: 0221 5692-444 oder über das Kontaktformular.

Dort erhalten Antragsteller die entsprechenden Formblätter sowie Hilfe beim Ausfüllen der Formulare. Mitzubringen ist die standesamtliche Sterbeurkunde, die in Sterbefällen kostenfrei ausgestellt wird, und bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zusätzlich die Urkunde über die Lebenspartnerschaft. Die Höhe des Vorschusses berechnet sich aus dem Dreifachen der im Sterbemonat gezahlten Versichertenrente.


Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Deutsche Rentenversicherung
  • Deutsche Post Renten Service
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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