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Bitcoin-ETF treibt die Kurse hoch: Das sollten Anleger nun wissen


Neuer Fonds  

Die Euphorie der Bitcoin-Anleger hat einen Namen

19.10.2021, 14:38 Uhr
Bitcoin-ETF treibt die Kurse hoch: Das sollten Anleger nun wissen. Broker an der Börse (Symbolbild): Impulse aus den USA lassen den Bitcoin-Preis an seinem bisherigen Allzeithoch kratzen. (Quelle: Getty Images/H-Gall)

Broker an der Börse (Symbolbild): Impulse aus den USA lassen den Bitcoin-Preis an seinem bisherigen Allzeithoch kratzen. (Quelle: H-Gall/Getty Images)

Kommt zum Jahresende noch einmal das große Kursfeuerwerk beim Bitcoin? Ein neuer ETF aus den USA weckt neue Hoffnungen. t-online erklärt, was dahinter steckt und ob wirklich ein neues Allzeithoch auf Anleger wartet.

Die Krypto-Welt hat ein kurzes Gedächtnis: Längst sind die Sorgen vor einem steigenden Regulierungsdruck in China in den Hintergrund gerückt, stattdessen sorgt nun der erste Krypto-Fonds aus den USA für neue Hoffnungen – und katapultiert den Bitcoin-Kurs in Sichtweite zu seinem Allzeithoch im Frühjahr.

Was genau ist der Auslöser für den neuen Bitcoin-Anstieg? Und lohnt sich der Einstieg für Anleger jetzt noch? t-online erklärt es Ihnen.

Warum steigt der Bitcoin-Kurs aktuell so stark an?

Vor allem Spekulationen haben in den vergangenen Tagen den Bitcoin-Kurs in eine neue Hochphase gejagt. Viele Anleger haben in der Hoffnung auf die Zulassung des ersten Bitcoin-ETFs am amerikanischen Markt Bitcoins gekauft. Am Dienstag war es dann tatsächlich soweit: Der Bitcoin-ETF des Anbieters ProShares feierte unter dem Kürzel BITO sein Börsendebüt in den USA. 

Das ist ein historisches Ereignis für die Krypto-Szene, denn zuvor sind viele Anbieter mit dem Versuch gescheitert, Kryptowährungen über einen Exchange Traded Fund enger mit dem klassischen Markt zu koppeln. Dementsprechend deutlich spiegelte sich die Freude nach dem Börsendebüt im Bitcoin-Kurs wider. Der Kurs sprang am Dienstag über die 64.000-Dollar-Marke und hält am Mittwochmorgen sein hohes Niveau mit leichten Schwankungen.

Viele Anleger sehen die ETF-Zulassung als deutliches Signal, dass die USA in Zukunft einen anderen Weg als China bei den Kryptowährungen einschlagen wird, das zuletzt durch ein sehr rigides Vorgehen gegen jegliche Kryptowährung den Markt verunsichert hat. Laut dem Krypto-Experten Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus ist die Etablierung des ersten Krypto-ETFs an der US-Börse dagegen der "Ritterschlag für Bitcoin und Co."

Was bedeutet das für die kommenden Wochen?

Die Erwartungen für die kommenden Wochen liegen bei den Anlegern hoch – schließlich hoffen viele, dass eine Zulassung weitere Kurssprünge nach sich zieht, manche träumen auch schon von einem neuen Allzeithoch.

Doch das ist nicht ausgemacht. "Die Einführung des ProShare-ETFs ist bereits in den Kurs eingepreist", erklärt Emden. "Entscheidender wird es sein, ob in den kommenden Wochen weitere Anbieter ebenfalls bitcoinbasierte ETFs auf den Markt bringen."

Es könnte die nächsten Tage sogar ruhiger werden, wie vergangene Haussen zeigen. Als etwa El Salvador den Bitcoin als offizielle Währung einführte, bauschte sich der Kurs vor dem Ereignis auf, danach sackte er aber wieder ab. Frei nach der Börsenweisheit: Kaufe das Gerücht, verkaufe die Nachricht. Ist der aktuelle Höhenflug also nur ein Strohfeuer?

Kurs von 80.000 Dollar in diesem Jahr noch möglich

Es gibt einige Anzeichen, die dagegen sprechen. Die Hoffnung der Anleger auf eine Jahresendrally könnte dem Kurs weiteren Antrieb geben und auch die schwelenden Inflationsängste in den USA könnten für den Bitcoin-Kurs stabilisierend wirken. 

"Ein Kurs von 80.000 Dollar ist durchaus zum Jahresende möglich – so weit sind wir davon schließlich nicht mehr entfernt", sagt Emden. Ein Siegeszug der Kryptowährungen sei das aber nicht. "Das Thema der Regulierungen schwebt noch immer wie ein Damoklesschwert über Kryptowährungen wie Bitcoin", gibt Emden zu bedenken. 

Soll ich als Privatanleger jetzt noch einsteigen?

Den richtigen Einstiegspunkt kann jeder Anleger nur für sich selbst bewerten, zu erwarten ist aber: Besonders in den Hochphasen ist der Bitcoin attraktiv für Privatinvestoren. Sollte der Kurs das aktuelle Allzeithoch von 65.000 Dollar überschreiten, könnten viele Kleinanleger erneut vom Bitcoin-Fieber gepackt werden und einsteigen, um von der neuen Welle zu profitieren. 

Es könnte sich also das Muster aus dem Frühjahr wiederholen: Bei der vergangenen Rally haben viele Kleinanleger, die neu eingestiegen sind, die Welle vorangetrieben, bis der Bitcoin-Kurs sein neues Allzeithoch von 65.000 Dollar erreichte – danach ging es steil bergab.  Krypto-Experte Emden warnt daher: "Das plötzliche Einsteigen von Privatanlegern kann auch eine Gefahr sein. Der Ballon könnte sich wieder aufblasen und irgendwann platzt er dann."

Zeitgleich ist davon auszugehen, dass viele Anleger das Durchbrechen der 65.000-Dollar-Linie als Verkaufssignal sehen. Viele dürften beim Erreichen des bisherigen Allzeithochs erst einmal Gewinne mitnehmen, anstatt die Rally weiter anzufachen. Die Frage bleibt dann: Gibt es genug Kaufwillige, um den Kurs weiter zu treiben?

Kann ich als Privatanleger in diesen ETF investieren?

Der ETF ist als Alternative für Investoren gedacht, die nicht über eine Krypto-Börse direkt in Bitcoins investieren möchten. Das sagte zumindest ProShares-Geschäftsführer Michael L. Sapir am Montag in einem Statement. Sein Produkt soll Bitcoins für ein "großes Segment an Anlegern öffnen", die nicht die "Mühen eingehen möchte, ein Wallet oder ein Konto bei einer Krypto-Börse zu eröffnen". 

Wer aber genau zu welchen Konditionen am Ende in den ETF investieren kann, ist noch immer ungewiss. Fest steht: Der ETF wird an der US-amerikanischen Börse gelistet sein und nicht an einer deutschen Börse. 

Sie können daher theoretisch in den Wert investieren, allerdings ist es mit mehr Aufwand verbunden als bei einem ETF, der an einer deutschen oder europäischen Börse gelistet ist. Nur wenige deutsche Broker bieten diese Dienste an, da sich die Anforderungen bei den Regularien zwischen Europa und den USA zu stark unterscheiden. Ausnahmen gibt es nur für professionelle Anleger, die so leichter auch in US-gelistete ETFs investieren können.

Und selbst wenn Sie über einen Makler in den amerikanischen ETF investieren können sollten, müssen Sie ein besonderes Auge auf das steuerliche Detail werfen. Denn bei ausländischen Fonds zieht Ihr Broker meist nicht automatisch die Steuern für anfallende Gewinne ab, diese müssen Sie also bei Ihrer Steuererklärung später selbst angeben. 

Welche Risiken birgt der neue ETF?

Der neue ETF von ProShares ist ein Future-ETF, er basiert also auf Derivaten. Der Fonds wird daher voraussichtlich Bargeld und Futures enthalten, sodass das Bargeld mit der Entwicklung des Bitcoin-Kurses zu oder abnimmt und so die Kursbewegung widerspiegelt. 

Was sind Futures? Ein Future-Geschäft ist eine Verpflichtung, ein Gut zu einem festgelegten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu kaufen.

Das kann allerdings auch dazu führen, dass der ETF plötzliche Kursbewegungen nicht zeitnah nachbilden kann, sondern nur verzögert. Zudem gelten ETFs, die auf Derivaten beruhen, als deutlich risikoreicher als physische ETFs, die auf Aktien basieren und Indizes nachbilden. 

Krypto-Zertifikate an deutscher Börse als Alternativprodukt

Anleger sollten sich also nicht in der Sicherheit wiegen, der Future-ETF wäre weniger risikoreich als ein direktes Investment in Kryptowährungen. In Deutschland sind aus diesem Grund auch noch keine vergleichbaren ETFs zugelassen. Hier verweisen die Behörden darauf, dass ein ETF diversifizierter aufgestellt sein muss und sich nicht nur auf ein Anlageprodukt beziehen darf. Der neue US-ETF bildet daher vielmehr einen neuen Zugang zu Kryptowährungen, vor allem für professionelle Investoren. 

Doch auch Kleinanleger haben in Deutschland bereits die Möglichkeit, über börsennotierte Produkte in Kryptowährungen zu investieren – wenn auch nur indirekt. An deutschen Börsen können Kunden bereits mit ETN, also Zertifikate auf bestimmte Kryptowährungen, handeln. Ähnlich wie beim neuen US-ETF investieren Sie auch in diesem Fall nicht direkt in Kryptowährungen, sondern der Emittent des Zertifikates kauft Kryptowährungen und lässt Sie als Inhaber eines Zertifikates an der Kursentwicklung teilhaben. Aktuell bieten unter anderem 21Shares, VanEck ETP AG oder auch die ETC Issuance GmbH solche Zertifikate auf den Bitcoin an der Börse Xetra an.

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