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Was ist ein Aktiendepot? Per Vergleich zum richtigen Anbieter

Statt Sparbuch  

Welches ist das beste Aktiendepot für mich?

Von Mauritius Kloft, Sabrina Manthey

02.07.2020, 12:47 Uhr
Was ist ein Aktiendepot? Per Vergleich zum richtigen Anbieter. Um in Aktien investieren zu können, benötigen Sie ein Aktiendepot, das die Wertentwicklung Ihrer Aktien anzeigt. (Quelle: imago images/Thomas Trutschel/photothek)

Um in Aktien investieren zu können, benötigen Sie ein Aktiendepot. (Quelle: Thomas Trutschel/photothek/imago images)

Wenn Sie Aktien kaufen möchten, benötigen Sie ein Wertpapierdepot – etwa bei einer Direktbank im Internet. Aber wie lege ich das an? Auf was sollte ich beim Depot-Vergleich achten? Und welches ist das beste?

Auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto erzielt Ihr Gespartes kaum noch Erträge. Um dem zu entgehen, können Sie Ihr Geld in Aktien, also Unternehmensanteile, investieren.

Dazu brauchen Sie ein Aktiendepot. Es funktioniert wie ein Bankkonto, nur dass Sie darin statt Geld Wertpapiere lagern. Die Wertentwicklung Ihres Aktiendepots können Sie einfach verfolgen und Ihr Aktienportfolio durch Käufe oder Verkäufe anpassen. Wichtig dabei ist ein umfassender Vergleich verschiedener Anbieter – damit Sie das günstigste Depot für sich finden.

Wie eröffne ich ein Aktiendepot?

Um mit Aktien zu handeln, benötigen Sie ein Aktiendepot. Das ist ein Konto, das alle Ihre Wertpapiere enthält und auflistet. Ein Aktiendepot können Sie am einfachsten bei einer Direktbank oder einem Onlinebroker, also einem Aktienhändler im Internet, eröffnen. Sie sollten jedoch die Anbieter miteinander vergleichen (siehe unten).

Wenn Sie ein passendes Depot gefunden haben, ist das Eröffnen sehr leicht. Sie müssen sich wie bei einem normalen Konto identifizieren, beispielsweise über das so genannte Postidentverfahren.

In Ihrem Aktiendepot behalten Sie die Übersicht über Ihre Wertpapiere. Dort können Sie diese unkompliziert verwalten, neue erwerben oder eine Aktie verkaufen – der Aktienhandel funktioniert ganz einfach.

Neben dem Depot benötigen Sie noch ein sogenanntes Verrechnungskonto. Das können Sie am einfachsten bei der Direktbank eröffnen, bei dem Sie auch Ihr Depot eröffnen wollen oder es schon getan haben. Ebenso können Sie Ihr Depot auch mit einem Verrechnungskonto bei einer anderen Bank verknüpfen.

Tipp: Achten Sie hier ebenfalls auf die Kosten. Denn auch vermeintlich niedrige Kontoführungsgebühren schmälern auf lange Sicht Ihren Ertrag.

Worauf muss ich beim Depot-Vergleich achten?

Um das beste Depot für Ihre Zwecke zu finden, sollten Sie verschiedene Depotanbieter miteinander vergleichen. Dazu nutzen Sie am besten unseren tabellarischen Vergleich der gängigsten Anbieter (siehe unten). Alternativ können Sie sich auch auf Vergleichsportalen im Internet über die Konditionen der Aktiendepots informieren.

Achten Sie auf bei der Auswahl jeden Fall auf die Kosten. Bei manchen Anbietern ist zum Beispiel eine bestimmte Anzahl an Ordern, also Kaufaufträgen, kostenlos. Allerdings ist es auch wichtig, wie benutzerfreundlich und verständlich ein Depot gestaltet ist.

Wenn Sie regelmäßig in Aktien investieren wollen, bietet sich ein Aktien-Sparplan an. Auf diese Weise kaufen Sie in einem vorher festgelegten Turnus immer wieder Aktien oder Anteile eines Aktienfonds.

Nicht alle Direktbanken und Onlinebroker bieten für sämtliche Aktien und Aktienfonds Sparpläne an. Wollen Sie darauf nicht verzichten, sollten Sie bei der Auswahl eines Wertpapierdepots darauf achten, dass diese Funktion möglich ist.

Was kostet ein Aktiendepot?

Der Preis eines Depots setzt sich aus verschiedenen Kosten zusammen. Die wichtigsten sind:

  1. Depotgebühren: Im Gegensatz zu Filialbanken ist ein Depot bei Direktbanken oder Onlinebrokern im Internet oft kostenlos.
  2. Ordergebühren: Bei jedem Kauf oder Verkauf von Aktien müssen Ordergebühren an den Depotanbieter bezahlt werden. Das sind bei Onlinebrokern und Direktbanken meist Pauschalbeträge von fünf bis zehn Euro. Manchmal kommen hier noch prozentuale Beträge dazu, die sich nach der Höhe Ihres Kauf- oder Verkaufsauftrag, Order genannt, richten. Bei manchen Anbietern ist auch eine bestimmte Anzahl an Ordern kostenlos.
  3. Handelsplatz-Gebühren: Zu den Ordergebühren an den Depotanbieter kommen Gebühren an dem Handelsplatz, also dort, wo ein Broker oder eine Direktbank Ihre gewünschten Aktien kauft oder verkauft. Der Preis je Aktie oder Aktienfondsanteil kann dabei je Handelsplatz variieren. Günstiger als der Börsenhandel ist der Aktienkauf in der Regel bei einem so genannten Direkthändler. Damit ist ein Wertpapierhändler gemeint, der Aktien und Fondsanteile auf Vorrat hält. In diesem so genannten "außerbörslichen Handel" sind Aktien und Fondsanteile meist billiger, da Sie die Börsengebühren sparen.
  4. Nebenkosten: Kursgewinne über dem Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro müssen in Deutschland besteuert werden. Die so genannte "Abgeltungssteuer" beträgt pauschal 25 Prozent auf den Ertrag.

Welches Aktiendepot ist das beste für mich?

Die Antwort auf diese Frage hängt von mehreren Faktoren ab. Der wichtigste ist der Preis, also die Gebühren, die Sie für die Nutzung Ihres Depots bezahlen (siehe oben). Relevant ist außerdem, wie hoch die sogenannten Ordergebühren ausfallen. Damit sind die Kosten gemeint, die pro Kauf einer Aktie oder eines Anteil eines Aktienfonds oder ETFs anfallen.

Sind Sie an einem Aktien-Sparplan interessiert, müssen Sie außerdem beachten, ob der Depotanbieter Sparpläne auf Aktien, Fonds oder ETFs zulässt – und wie hoch die Gebühr für das Anlegen der regelmäßigen Sparrate ausfällt.

Grundsätzlich gilt: Direktbanken oder Depotanbieter, bei denen Sie Ihr Depot per Computer oder Smartphone im Internet steuern können, sind in der Regel billiger als Filialbanken, da sie keine Gebühren für die Eröffnung des Aktiendepots verlangen.

Einen Überblick über die Kosten der gängigsten Direktanbieter im Internet finden Sie in unserer Vergleichstabelle:



Hinweis: Für den Vergleich hat t-online.de die gängigsten Anbieter für Direktdepots untersucht. Das Direktdepot sowie ein Verrechnungskonto für den Kauf von Wertpapieren können Sie bei allen aufgeführten Anbietern kostenlos eröffnen.
Zudem gibt es bei allen Anbietern die Möglichkeit, ETF-Sparpläne abzuschließen.
Die Kategorie "Aktien-Sparplan" bezieht sich nur auf Sparpläne, mit denen es möglich ist, in einzelne Aktien zu investieren.
Etwaige Kosten für Telefonorder oder persönliche Beratung fließen in die obige Tabelle ebenso wenig ein wie die Börsengebühren der jeweiligen Handelsplätze. Die Kosten für die Ordergebühr beziehen sich nur auf inländischen Handel, ggf. unterscheiden sie sich beim Kauf ausländischer Aktien.

Wie handele ich mit meinem Depot?

Um überhaupt Aktien zu kaufen, müssen Sie über die Suchmaske Ihres Depots die entsprechenden Wertpapiere finden. Dazu benötigen Sie die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die internationale Identifikationsnummer (ISIN). Diese Nummern besitzt jedes Wertpapier.

Wenn Sie die bestimmte Aktie ausgewählt haben, können Sie sie kaufen. Jetzt entscheidet sich, ob Sie die Wertpapiere an einem Börsenplatz erwerben – oder bei einem Direkthändler, der Aktien auf Vorrat hält. Der Direkthandel ist meist günstiger als der Kauf an einer Börse.

Ihr Wertpapierportfolio, also Ihre gekauften Aktien, sollte zu Ihrer geplanten Anlagedauer und Ihrem Anlageziel passen. Ist das Ziel zum Beispiel der Aufbau einer Altersvorsorge, sollten Sie eine langfristige Strategie verfolgen. Ein langer Anlagezeitraum bietet dabei einen weiteren Vorteil, denn auf lange Sicht gleichen sich Kursschwankungen aus, sodass Ihr Verlustrisiko geringer ist.

Grundsätzlich sollten Sie beim Aktienkauf folgende Regeln beachten:

  • Streuen Sie Ihre Risiken breit – am besten über verschiedene Märkte, Länder, Regionen.
  • Behalten Sie bei Kursschwankungen die Nerven.
  • Halten Sie bei andauernden Verlusten nicht an Ihrer Investition fest.
  • Investieren Sie nur einen Teil Ihres verfügbaren Geldes an der Börse.
  • Kaufen Sie keine Aktien auf Kredit.
  • Lassen Sie sich nicht von hohen Kursversprechen locken.

Börsenneulinge und jene, die nicht ständig das Portfolio ihres Aktiendepots umstrukturieren möchten, sollten eher auf Aktienfonds setzen. Das ist eine Art Korb, in dem viele verschiedene Aktien liegen.

Für Kleinanleger bieten sich besonders börsengehandelte Aktienfonds, kurz ETFs, an. Diese sind günstig und bergen im Vergleich zu einem Investment in einzelne Aktien weniger Risiken.

Im Vergleich zu herkömmlichen Aktienfonds sind ETFs Fonds, bei denen ein Computeralgorithmus einen Aktienindex wie den Dax nachbildet. Weil kein Fondsmanager bezahlt wird, sind diese so genannten "passiven" Fonds in der Regel deutlich günstiger als Anteile "aktiv" gemanagter Aktienfonds.

Wie wechsele ich mein Aktiendepot?

Wenn Sie mit Ihrem Depotanbieter unzufrieden sind oder Sie ein anderer Anbieter mit besseren Konditionen lockt, können Sie auch Ihr Depot wechseln. Für einen solchen Depotwechsel fallen keine Kosten an. Das wäre in Deutschland verboten. Für das Depot selbst können selbstverständlich Kosten anfallen (siehe oben).

Der Depotwechsel funktioniert in der Regel sehr einfach. Wir zeigen Ihnen, wie es geht:

  1. Zunächst müssen Sie ein Depot bei einer anderen Bank oder einem anderen Onlinebroker eröffnen.
  2. Anschließend müssen Sie ein Formular ausfüllen und somit den Wechsel bestätigen. Dieses Formular finden Sie meist direkt online bei Ihrem Anbieter.
  3. Generell gilt: Während des Depotwechsels können Sie Ihre Aktien nicht verkaufen. Wie lange die Übertragungen Ihrer Papiere dauert, lässt sich nicht sagen, in der Regel jedoch nicht länger als einige Tage. Bei Wertpapieren auf einem ausländischen Depot kann ein Wechsel auch einige Wochen in Anspruch nehmen. In diesem Fall sollten Sie vor einem Wechsel überlegen, ob Sie die Aktien verkaufen wollen oder nicht.
  4. Es ist in der Regel nicht möglich, dass Fonds-Bruchstücke mitumziehen. Diese entstehen, wenn Sie beispielsweise in einen Sparplan eingezahlt haben und je nach Kurs einen ganzen Fondsanteil oder nur einen Teil erworben haben. Einige Direktbanken bieten dafür einen "Umzugsservice" an. Der Anbieter kümmert sich darum, dass Ihre Aktien und Fondsanteile übertragen werden – und verkauft die in Ihrem Depot verbliebenen Bruchstücke.

Sobald Ihre Wertpapiere in dem neuen Depot eingetroffen sind, werden sie Ihnen dort angezeigt. Dann können Sie wie gewohnt Ihre Aktien beobachten, verkaufen oder neue erwerben.

Wie übertrage ich meine Aktien auf einen Verwandten oder Bekannten?

Der Übertrag auf eine andere Person ist in der Regel kinderleicht. Sie müssen im Grunde nur ein Formular ausfüllen und damit Ihrem Broker mitteilen, dass Sie Ihr Konto übertragen wollen. Grundsätzlich muss zwischen zwei Fällen unterschieden werden:

  • Übertrag auf einen Bekannten: Wenn Sie Ihr Depot auf einen Bekannten übertragen wollen, zählt das als Verkauf. Das bedeutet, Sie müssen auf erwirtschaftete Erträge Steuern bezahlen. Das sind pauschal 25 Prozent an Abgeltungssteuer für Erträge über dem Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro.
  • Übertrag auf einen Verwandten: Wenn Sie Ihr Depot auf einen Verwandten übertragen wollen, fällt keine Abgeltungssteuer an, weil es rechtlich als Schenkung gilt. Allerdings kann hier die Erbschafts- oder Schenkungssteuer greifen. Die setzt aber erst ab einem Depotwert von 20.000 Euro an, wenn Sie Ihr Depot an Geschwister oder Eltern übertragen. Wenn Sie es Ihrem Kind schenken wollen, gilt die Freigrenze bis 400.000 Euro, bei einem Ehepartner 500.000 Euro.

Wie löse ich mein Aktiendepot auf?

Um Ihr Depot aufzulösen, müssen Sie es kündigen. Meist besteht dazu keine Kündigungsfrist. Damit Ihr Konto aber aufgelöst werden kann, müssen Sie Ihre Wertpapiere in dem Depot verkaufen. Da der Zeitpunkt des Verkaufs wichtig für Ihren Ertrag, genannt Rendite, ist – da die Kurse niedrig sein könnten – überlegen Sie sich, ob Sie wirklich alle Wertpapiere verkaufen und Ihr Depot komplett auflösen wollen.

Ansonsten verkaufen Sie zunächst nur die Wertpapiere, die Ihnen keinen Verlust bringen. Die anderen Aktien können Sie zunächst behalten und, wenn die Kurse gut stehen, verkaufen. Statt ein Depot aufzulösen, können Sie es auch übertragen – an Freunde oder Verwandte (siehe oben).

Was passiert mit dem Aktiendepot, wenn der Anbieter pleitegeht?

Dass ein Anbieter wie eine Direktbank oder ein Onlinebroker pleitegeht, ist eher unwahrscheinlich. Falls das doch kommen sollte, müssen Sie sich als Anleger in der Regel keine Sorgen um Ihr Vermögen, also Ihre Wertpapiere, machen.

Denn ein Depotanbieter agiert nur als Verwalter Ihrer Aktien, das bedeutet: Er hat keinen Zugriff auf Ihre Wertpapiere. Wenn eine Direktbank also pleite geht, können Sie entweder Ihre Aktien verkaufen oder sie einfach auf ein anderes Depot übertragen (siehe oben).

Bankkonten sind per Einlagensicherung geschützt

Möglich ist natürlich, dass nicht der Anbieter Ihres Depots, sondern der des Bankkontos pleitegeht. Dann brauchen Sie sich aber ebenfalls keine großen Sorgen um Ihr Geld zu machen.

Denn Ihr Vermögen ist bei Banken, die ihren Sitz innerhalb der Europäischen Union haben, bis zu 100.000 Euro geschützt. Das ist die sogenannte Einlagensicherung. Viele Banken bieten sogar eine noch höhere Einlagensicherung an.

Verwendete Quellen:
  • Verbraucherzentrale Bundesverband
  • test.de
  • vergleich.de
  • depot-vergleich.de
  • aktienkaufen.com
  • aktiendepot.com
  • gevestor.de
  • fondsvermittlung24.de
  • verivox.de
  • arag.de
  • dkb.de
  • consorsbank.de
  • traderepublic.de
  • maxblue.de
  • flatex.de
  • comdirect.de
  • ing.de
  • weitere Quellen
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