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Fondssparen: Mit einem Fondssparplan investieren – So geht's


Langfristige Geldanlage  

Wie Sie mit einem Fondssparplan investieren

30.06.2020, 15:35 Uhr
Fondssparen: Mit einem Fondssparplan investieren – So geht's. Fonds-Sparen: Mit einem Fonds-Sparplan können Sie langfristig Geld profitabel anlegen. (Quelle: Getty Images/eggeeggjiew)

Fonds-Sparen: Mit einem Fonds-Sparplan können Sie langfristig Geld profitabel anlegen. (Quelle: eggeeggjiew/Getty Images)

Mit einem Fondssparplan legen Sie regelmäßig eine kleine Summe in einen Investmentfonds an. Doch wie funktioniert das? Wie teuer ist ein solcher Sparplan? Und wo liegt der Unterschied zu einem ETF-Sparplan? Ein Überblick für Börseneinsteiger.

Regelmäßig einen kleinen Betrag anlegen und nach einigen Jahren ein ordentliches Vermögen aufgebaut haben, das klingt verlockend. Doch wie soll das gelingen? Ganz einfach: Nicht mit einem Sparbuch – sondern mit einem Fondssparplan. 

Der Vorteil: Für diese Form der Geldanlage benötigen Sie keinen großen Einmalbetrag, sondern zwacken einfach jeden Monat etwas Geld ab, zum Beispiel 25 oder 50 Euro, und legen es in einen Investmentfonds an. Gemeint sind damit Geldkörbe, die das Kapital vieler Anleger in Wertpapiere, Rohstoffe oder Immobilien investieren.

Wenn der Wert der Anlageobjekte steigt, profitieren Sie davon. Langfristig können Sie so ohne großen Aufwand und ohne hohes Risiko ein sattes Vermögen ansparen.

Was ist überhaupt ein Fondssparplan?

Bei einem Fondssparplan legen Sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig eine feste Summe Geld in einen Investmentfonds an – statt lediglich einmal einen größeren Betrag. Bei manchen Direktbanken oder Onlinebrokern im Internet können Sie bereits ab einer Summe von 25 Euro pro Monat in einen Fondssparplan einzahlen, häufig liegt die Mindestrate jedoch bei 50 Euro im Monat.

Ihr Geld landet dann in einem Investementfonds. Gemeint ist damit eine Art Korb, in denen Anleger Geld einzahlen. Dieses Geld investiert der Fonds in Wertpapiere wie Aktien, in Rohstoffe wie Gold oder in Immobilien. Je nachdem heißen die Fonds dann Aktien-, Immobilien-, oder Rohstofffonds.

Der Clou dabei: Sie profitieren so von einer steigenden Wertentwicklung der jeweiligen Anlageklasse. Wenn die Kurse von Gold, Immobilien oder Aktien steigen, wächst auch Ihre Vermögen.

Anders als bei einem Sparplan in Aktien investieren Sie beim klassischen Fondssparen in viele verschiedene Anlageobjekte und streuen so Ihr Risiko breit. Bei den meisten aktiv gesteuerten Fonds entscheidet ein Fondsmanager, in welche Anlageobjekte er investiert.

Bei sogenannten passiven Indexfonds oder ETFs ist das nicht der Fall. Diese bilden per Computeralgorithmus einen Index nach, zumeist einen Aktienindex wie den Dax. Indexfonds sind deshalb – auch im Falle eines Sparplans – günstiger als herkömmliche Fonds.

Ein weiterer Vorteil eines Fondssparplans: Sie müssen sich keine Gedanken über den richtigen Startzeitpunkt machen. Da Sie nicht einmalig einen großen Betrag, sondern regelmäßig viele kleine Summen investieren, ist es nicht einmal schlimm, wenn Sie bei fallenden Kursen einsteigen. In diesem Fall bekommen Sie mehr Fondsanteile für Ihr Geld – steigen die Kurse später wieder, schöpfen Sie mögliche Gewinne ab.

Grundsätzlich gilt: Legen Sie nur Geld an, das Sie die nächsten 15 oder 20 Jahre nicht benötigen. Denn Kurse können kurzfristig ins Negative rutschen. Gerade ein Investment in Rohöl beispielsweise ist sehr schwankungsanfällig. Wenn Sie Ihre Anteile an einem Tiefpunkt verkaufen müssen, haben Sie womöglich Verluste gemacht.

Welche Kosten sind mit einem Fondssparplan verbunden?

Bei einem Sparplan fallen verschiedene Kosten an. Auf folgende Punkte sollten Sie achten:

  • Depotkosten: Da Sie zunächst ein Depot eröffnen müssen, bevor Sie einen Fondssparplan anlegen können, sollten Sie diese Gebühren im Blick behalten. Bei vielen Onlineanbietern und Direktbanken fallen für ein Depot keine Kosten an. Bei Filialbanken und Sparkassen kann ein Depot mehr als 20 Euro im Jahr kosten.
  • Ausgabeaufschlag: Das ist der Betrag, den eine Fondsgesellschaft dafür bekommt, dass sie Ihnen einen Fondsanteil vermittelt. Diese Kosten entstehen jedes Mal, wenn eine Direktbank einen bestimmten Kauf für Sie ausführt. Der Ausgabeaufschlag kann bis zu sechs Prozent der Investitionssumme betragen, häufig gewähren Onlinebroker darauf jedoch einen Rabatt. Darauf sollten Sie unbedingt achten, denn ein hoher Ausgabeaufschlag kann Ihre Rendite auf Dauer beträchtlich mindern (siehe unten). Bei ETFs entfällt der Ausgabeaufschlag in der Regel, hier fallen jedoch Ordergebühren an, die meist aber deutlich geringer als der Ausgabeaufschlag sind.
  • Verwaltungsgebühren: Das sind die Kosten, die eine Fondsgesellschaft dafür erhebt, dass sie einen Fonds anbietet. Diese Kosten werden häufig in der Gesamtkostenquote ("Total Expense Ratio", kurz "TER") zusammengefasst. Die Kosten der Fonds können sich erheblich unterscheiden. ETFs sind hier am günstigsten, denn es muss kein Fondsmanager bezahlt werden, der das Vermögen verwaltet.

Wie sehr unterschiedliche Kosten Ihren Gewinn aus einem Investment schmälern können, zeigt folgendes Beispiel, in dem wir eine Sparrate von 50 Euro, eine jährliche Rendite von 6 Prozent und eine Laufzeit von 15 Jahren annehmen:

AusgabeaufschlagTERGewinnGesamtbetrag
2,5 Prozent0,5 Prozent4.476,2313.476,23
4,5 Prozent0,5 Prozent4.218,3113.218,31
6 Prozent0,9 Prozent3.597,7712.597,77

Sollte ich mithilfe eines Fonds- oder lieber eines ETF-Sparplans investieren?

Das hängt von Ihren Vorlieben ab. Als Börseneinsteiger empfiehlt es sich, mithilfe eines ETF-Sparplans zu investieren statt mit einem klassischen Fondssparplan. Das hat mehrere Gründe:

  • Kosten: Dadurch, dass bei ETFs Computer einen Aktienindex nachbilden, sind sie günstiger als herkömmliche Aktien- oder Mischfonds. Denn es muss kein Manager bezahlt werden, der die Zusammensetzung des Fonds überwacht. Bei ETFs ist deshalb die Gesamtkostenquote (TER), die alle wichtigen Kosten umfasst, deutlich geringer als bei herkömmlichen Fonds. Das gilt auch für Sparpläne in ETFs.
  • Erträge: ETFs erzielen bei breiter Streuung langfristig eine mindestens genauso hohe Rendite wie klassische aktiv gesteuerte Aktienfonds. Das liegt daran, dass es selbst Experten nur selten gelingt, exakte Prognosen über künftige Marktentwicklungen zu machen – um so bessere Renditen zu erwirtschaften als der gesamte Markt, den ein ETF abbildet.
  • Transparenz: Ein weiterer Vorteil von ETF-Sparplänen ist die größere Transparenz von ETFs im Vergleich zu herkömmlichen Misch- oder Aktienfonds. Da ein ETF einen bestimmten Aktienindex nachbildet, wissen Sie als Anleger zu jedem Zeitpunkt, welche Unternehmensanteile der Fonds enthält. Aktiv gemanagte Fonds sind häufig weniger transparent. So erfahren Sie als Anleger oft nur mit einer zeitlichen Verzögerung oder an einem bestimmten Stichtag, aus welchen Aktien sich der Fonds gerade zusammensetzt.

Wie vergleiche ich Fondssparpläne miteinander?

Im Internet finden Sie verschiedene Vergleichsportale, auf denen Sie die Konditionen der Sparpläne miteinander vergleichen können. Für den Vergleich entscheidend sind mehrere Faktoren:

  • Kosten: Nicht nur die Depotkosten, sondern auch Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschlag sind wichtig (siehe oben). Bei einem Vergleich sollten Sie darauf unbedingt achten – und auf mögliche Rabatte, die gewährt werden.
  • Auswahl: Die unterschiedlichen Direktbanken haben eine unterschiedliche Angebotsvielfalt. So gibt es nicht bei jeder Direktbank jeden möglichen Fonds-Typen.
  • Rendite: Mit dem jeweiligen Fonds-Typ, auf den ein Sparplan abgeschlossen werden soll, variieren auch die Erträge, genannt Renditen. So liegt sie bei Aktienfonds in der Regel bei etwa sechs Prozent, bei Rentenfonds, also Fonds, die in Anleihen investieren, bei etwa drei Prozent.

Bekannte Anbieter, bei denen Sie einen Fondssparplan einrichten können, sind zum Beispiel folgenden Banken und Onlinebroker:

  • DKB
  • Consorsbank
  • Comdirect
  • Flatex
  • ING
  • Postbank
  • Targobank
  • TradeRepublic (nur ETF-Sparpläne)
  • Maxblue

Wie viel Geld kann ich mit einem Fondssparplan bekommen?

Wie viel Geld Sie am Ende eines Fondssparplans haben, lässt sich nicht pauschal beantworten. So hängt es von den Kosten, dem Fonds-Typ oder der Laufzeit ab, wie viel Vermögen sich mit einem Sparplan aufbauen lässt. Probieren Sie doch einmal den t-online-Sparplanrechner aus:

Wie starte ich einen Fondssparplan?

Einen Fondssparplan anzulegen ist sehr einfach. Folgen Sie am besten dieser Anleitung in vier Schritten:

  1. Direktbank oder Onlinebroker auswählen: Zuallererst müssen Sie sich überlegen, bei welcher Direktbank oder welchem Onlinebroker Sie Ihren Fondssparplan anlegen möchten. Sie können auch bei einer Bank einen Fondssparplan abschließen – das kostet jedoch meist deutlich mehr.
  2. Depot eröffnen: Bevor Sie ein Sparplan anlegen können, benötigen Sie ein so genanntes Wertpapierdepot sowie ein Verrechnungskonto. In dem Depot finden Sie eine Übersicht Ihrer Investments – und mit dem Verrechnungskonto, das an Ihr herkömmliches Girokonto gekoppelt ist, können Sie einfach Zahlungen des Fondssparplans ausführen. Um das Depot und Konto anzulegen, müssen Sie ein Online-Formular ausfüllen und sich per Post-Ident-Verfahren identifizieren. Wie genau Sie in nur drei Schritten zu Ihrem eigenen Wertpapierdepot kommen, erfahren Sie hier.
  3. Nach einem Fonds suchen: In der Suchmaske des Depots können Sie nach einem Fonds suchen, den Sie sich vorher ausgesucht haben. Das können Sie am einfachsten mit der Wertpapierkennnummer (WKN) oder der internationalen Identifikationsnummer (ISIN) des Wertpapiers. Diese Nummern trägt jedes Wertpapier, damit Anleger es nicht verwechseln und leicht finden können.
  4. Sparrate und Sparintervall festlegen: Jetzt können Sie Ihre Sparrate sowie das Sparintervall auswählen (also beispielsweise 100 Euro pro Monat). Meist können Sie die Rate und das Intervall später noch anpassen. Fortan wird regelmäßig der ausgewählte Betrag von Ihrem Verrechnungskonto abgebucht. Für Sie heißt es nun: Warten – bis sich Ihr Geld vermehrt hat.

Kann ich auch einen Fondssparplan für mein Kind abschließen?

Ja, das können Sie – und es lohnt sich auch. Grundsätzlich gilt hier: Je früher Sie mit dem Ansparen beginnen, desto besser. Grund dafür ist der Zinseszins-Effekt: Je früher Sie Geld anlegen, desto größer sind über die Jahre Ihre möglichen Gewinne.

Viele Direktbanken bieten deshalb extra Depots samt Fondssparplänen für Kinder an. Diese sind häufig sogar günstiger als herkömmliche Depots. Meist können Sie hier auch schon bei zehn Euro im Monat anfangen, zu investieren.

Dieses Depot können Sie bereits ab Geburt Ihres Kindes eröffnen. Das Besondere: Zwar gehört das Depot offiziell Ihrem Kind, Sie tragen jedoch dafür Verantwortung. Oft ist es auch nicht möglich, in hochspekulative Geschäfte wie Hedgefonds zu investieren, die für Sie als Privatanleger ohnehin nicht geeignet sind. Außerdem dürfen Sie das in einem Junior-Depot angelegte Geld nicht für eigene Zwecke abziehen.

Das Kind kann sich das Geld, sobald es volljährig ist, auszahlen lassen – oder die Anteile in ein herkömmliches Depot übertragen. Es ist in der Regel aber nicht möglich, einen Fondssparplan zu übertragen.

Ein Punkt, den Sie dabei beachten sollten: Wenn Ihr Kind durch die Auszahlung der Erträge eines Fondssparplans bei Volljährigkeit ein zu hohes Vermögen hat, kann es sein, dass es kein Bafög für ein Studium bekommt. Der Freibetrag für das angerechnete Vermögen liegt derzeit bei 7.500 Euro im Jahr.

Was bringt mir ein VL-Fondssparplan?

Vermögenswirksame Leistungen, kurz VL, bekommen Sie von Ihrem Arbeitgeber, um langfristig Vermögen aufzubauen: mit Sparplänen, also auch mit einem Fondssparplan. Ob und wie viel VL Sie erhalten, ist im Tarif- oder Arbeitsvertrag genau geregelt. Maximal sind es jedoch 40 Euro im Monat.

Da das Geld dafür gedacht ist, es anzulegen, erhalten Sie zusätzlich eine staatliche Förderung. Das gilt auch für die Anlage in einen Fondssparplan, für den Sie sich entscheiden können.

Die staatliche Förderung hängt von Ihrem Einkommen ab. So dürfen Sie beim Fondssparen als Single nur ein maximal zu versteuerndes Einkommen von 20.000 Euro haben, als Ehepaar maximal 40.000 Euro. 

Die Förderung beläuft sich auf 20 Prozent des eingezahlten Betrags – höchstens jedoch auf eine Summe von 80 Euro im Jahr. Diesen Betrag würden Sie erreichen, wenn Sie als Single 400 Euro im Jahr anlegen oder als Ehepaar 800 Euro.

Den Vertrag über einen VL-Sparplan schließen Sie als Arbeitnehmer ab und legen ihn Ihrem Arbeitgeber vor, der dann die festgelegte Summe investiert. Es gibt eine Sperrfrist, ehe der VL-Fonds-Sparplan entweder erneuert oder ausgezahlt wird. Diese beträgt in der Regel sieben Jahre.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • finanztip.de
  • finanztreff.de
  • fonds-super-markt.de
  • investmentsparen.net
  • weltsparen.de
  • de.bergfuerst.com
  • depot-vergleich.net
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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