Fortschritt in der Fortpflanzungsmedizin?

Erstmals menschliche Eizellen im Labor zur Reife gezüchtet

09.02.2018, 08:18 Uhr | AFP

Eizelle: Durch die Forschungsergebnisse könnte der Kinderwunsch unfruchtbarer Krebspatientinnen in Zukunft in Erfüllung gehen. (Quelle: man_at_mouse/Getty Images)

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Forscher haben es zum ersten Mal geschafft, menschliche Eizellen außerhalb des Körpers heranreifen zu lassen. Vor allem für Krebspatientinnen könnte sich hierdurch ein späterer Kinderwunsch erfüllen.

Wissenschaftler aus den USA und Großbritannien haben erstmals menschliche Eizellen im Labor zur Reife gezüchtet. Die aus Eierstöcken entnommenen Zellen seien so weit entwickelt worden, dass sie befruchtet werden könnten, schreiben die Forscher aus New York und Edinburgh in der Fachzeitschrift "Molecular Human Reproduction" veröffentlichten Studie. Dies war bislang lediglich mit Eizellen von Mäusen gelungen. Auch ausgereifte menschliche Eizellen wurden im Labor bereits hergestellt, allerdings waren diese Zellen weiter entwickelt.

Die neue Methode weckt Hoffnungen auf einen Durchbruch in der Fortpflanzungsmedizin. Junge Mädchen, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, könnten sich vor der Behandlung noch unreife Eizellen entnehmen lassen. Die Zellen könnten dann eingefroren und später im Labor herangezüchtet und befruchtet werden. Die bisherige Methode, bei der Krebspatientinnen Eierstockgewebe entfernt und später wieder eingepflanzt wird, birgt das Risiko, dass auch der Krebs wieder zurückkehrt.

Weitere Forschungen sind nötig

Experten bewerten die neue Studie als vielversprechend, warnen aber zugleich vor zu hohen Erwartungen. Es würde noch Jahre dauern, um aus den Forschungsergebnissen eine neue Therapieform zu entwickeln, sagt Channa Jayasena vom Londoner Imperial College. Dennoch sei den Wissenschaftlern ein "wichtiger Durchbruch gelungen".

Der Entwicklungsbiologe Azim Surani von der Universität Cambridge weißt darauf hin, dass die von den Forschern gezüchteten Eizellen kleiner als gewöhnliche Zellen seien und erst noch herausgefunden werden müsse, ob sie tatsächlich im Reagenzglas befruchtet werden können. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler kündigen entsprechende Untersuchungen an, falls sie die Erlaubnis für solche Tests erhalten sollten.

Verwendete Quellen:
  • AFP
  • Molecular Human Reproduction

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