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Mückenstich: Hilft Spucke wirklich gegen den Juckreiz?

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Hilft Spucke bei einem Mückenstich?

01.08.2021, 10:56 Uhr | jb, t-online

Mückenstich: Hilft Spucke wirklich gegen den Juckreiz?. Mückenstich: Hat das Insekt zugestochen, sollten Sie die Stelle schnell behandeln, damit sich der Stich nicht entzündet. (Quelle: Getty Images/frank600)

Mückenstich: Hat das Insekt zugestochen, sollten Sie die Stelle schnell behandeln, damit sich der Stich nicht entzündet. (Quelle: frank600/Getty Images)

Ärgerlich, wenn man gerade von einer Mücke gestochen wurde und keine spezielle Salbe oder ähnliches zur Hand hat, um den Juckreiz und die Entzündung zu lindern. Aber es heißt doch, dass Spucke hilft. Stimmt das wirklich?

Sobald man den Mückenstich bemerkt, neigen viele dazu, diesen mit etwas Speichel zu behandeln. Dieser Trick stammt meist von den Eltern oder Großeltern und soll den Juckreiz lindern und dafür sorgen, dass die Entzündung schneller abheilt. Aber bringt das wirklich etwas? Oder ist das nur ein Mythos?

Warum juckt ein Mückenstich?

Um zu verstehen, welche Behandlungsmöglichkeiten bei Mückenstichen helfen, ist es wichtig zu wissen, was bei einem Mückenstich geschieht: Mit ihrem Stich injiziert die Mücke zugleich ihren eigenen Speichel in die Wunde. Dieser hat laut dem Insektenforscher Professor Dr. Heinz Mehlhorn von der Universität Düsseldorf drei Aufgaben:

  • Er verflüssigt das Blut.
  • Er hemmt die Blutgerinnung.
  • Er dient zur Gefäßerweiterung.

Bestimmte Wirkstoffe sorgen also dafür, dass die Mücke das Blut leichter und schneller aufsaugen kann.

Auf den Speichel der Mücke beziehungsweise die darin enthaltenen Proteine reagiert der Mensch allergisch. Die Folge: Die Einstichstelle wird rot, schwillt an und juckt. 

Wenn Sie sich nun an der Stelle kratzen, verteilen Sie den Mückenspeichel unter der Haut. Dadurch reagiert ein größerer Bereich allergisch.

Hilft Spucke bei einem Mückenstich?

Der menschliche Speichel hilft nur bedingt bei der Heilung, denn er enthält keine Bestandteile, die die Komponenten aus dem Mückenspeichel bekämpfen beziehungsweise neutralisieren und somit die allergische Reaktion lindern. 

Allerdings wird durch unseren Speichel der Juckreiz für kurze Zeit gelindert. Das liegt an der Kälte, die durch die Verdunstung der Flüssigkeit entsteht (Verdunstungskälte). Eine Behandlung des Stichs ersetzt der Speichel jedoch nicht. Laut Prof. Dr. med. Marcus Maurer, Forschungsdirektor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Charité in Berlin, habe lauwarmes Wasser dieselbe Wirkung.

Aber: Ist der Juckreiz sehr stark, kratzen viele den Stich auf, erklärt Dr. Norbert Behnke, Dermatologe aus Berlin. Dadurch können Bakterien in die Wunde geraten, wodurch sich der Stich entzündet. Mit etwas Speichel können Sie zumindest die Haut um die Einstichstelle etwas reinigen, sodass weniger Verschmutzungen in die Wunde gelangen. 

Was hilft gegen einen Mückenstich?

Wenn Sie keine spezielle Salbe gegen Mückenstiche zur Hand haben, können Sie auch auf Hausmittel zurückgreifen, um den Juckreiz zu lindern. Als hilfreich erwiesen haben sich unter anderem:

  • Zwiebeln – In dem Saft der Knolle ist Schwefel enthalten. Er wirkt sowohl desinfizierend als auch antibakteriell und unterstützt somit die Wundheilung. Darüber hinaus lindert der Zwiebelsaft Hautreizungen.
  • Schnaps – Alkohol wirkt antibakteriell und desinfizierend. Wird er auf die Haut aufgetragen, verdunstet er, wodurch Verdunstungskälte entsteht. Durch den Schnaps wird also nicht nur die Wunde desinfiziert, sondern die Hautbeule auch gekühlt. Sie sollten jedoch nur klaren Schnaps verwenden, um die Wunde nicht zu verunreinigen.
  • Teebaumöl – Das ätherische Öl desinfiziert nicht nur die Einstichstelle und verhindert so, dass sie sich entzündet. Teebaumöl soll zudem auch den Schmerz lindern. 

Warum hilft Hitze bei einem Mückenstich?

Experten raten allerdings, den Mückenstich zu reinigen und anschließend kurzzeitig mit Hitze zu behandeln. 50 Grad reichen hierfür aus. Die Hitze helfe gegen den Juckreiz, so Experten. Die hohen Temperaturen zerstören die Enzyme aus dem Mückenspeichel, die den Juckreiz auslösen.

Achten Sie bei der Hitzebehandlung darauf, dass Sie dabei die Haut nicht verbrennen. Als Richtwert können Sie eine Münze über der Feuerzeugflamme erwärmen. Können Sie sie gerade noch so eben kurzzeitig anfassen, ist die Temperatur okay. 

Hilft Kälte bei einem Mückenstich?

Ja, sowohl Hitze als auch Kälte können bei einem Mückenstich Linderung verschaffen. Experten raten daher, den Stich möglichst schnell zu kühlen. Hierfür eignen sich ein Kühlpad oder auch ein kaltes, nasses Handtuch, das auf die entzündete Stelle gelegt wird.

Verwendete Quellen:
  • Mit Material von der Nachrichtenagentur dpa
  • Wissen.de
  • Spiegel.de
  • Interview Prof. Dr. Heinz Mehlhorn
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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