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Ginkgo: Wirkung und Anwendung als Heilpflanze

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 10.08.2022Lesedauer: 3 Min.
Ginkgo-Tinktur, -Pulver und Blatt: Ginkgo wird in der chinesischen Medizin bei Konzentrationsstörungen und zur Verbesserung des Gedächtnisses verwendet.
Ginkgo wird in der chinesischen Medizin bei Konzentrationsstörungen und zur Verbesserung des Gedächtnisses verwendet. (Quelle: joannawnuk/getty-images-bilder)
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Ginkgo ist eine der ältesten Heilpflanzen aus der traditionellen chinesischen Medizin und findet vor allem Anwendung bei Vergesslichkeit. Doch schützt Ginkgo wirklich vor Demenz?

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist Ginkgo?
  • Wie wirksam ist Ginkgo?
  • Einnahme als Fertigarzneimittel
  • Ginkgo als Tee? Besser nicht
  • Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
  • Wer darf Ginkgo nicht einnehmen?

Über die Wirkungsweise des Ginkgos wird in Fachkreisen nach wie vor diskutiert. Verschiedene vorliegende Studien weisen auf eine gedächtnisunterstützende Wirkung hin. Abgesichert ist das aber nicht.


12 Heilpflanzen und ihre Wirkung im Überblick

Salbeitee und Kraut: Salbei (lat. Salvia officinalis): Salbei (lat. Salvia officinalis): Das altbekannte Hausmittel gegen Erkältungen hilft nicht, Halsschmerzen zu lindern, sondern wirkt auch antientzündlich, zum Beispiel bei Zahnfleischschmerzen. Als Tee kann das Heilkraut auch bei Magen-Darm-Beschwerden helfen.
Flasche Thymian-Öl: Thymian (lat. Thymus vulgaris): Während das beliebte Gewürz in getrockneter Form auf der Pizza und und in Saucen verwendet wird, wirkt das ätherische Öl der Pflanze gegen Erkältungserreger und löst den Hustenschleim. Die enthaltenen Wirkstoffe entlasten zudem die Bronchialmuskulatur und helfen, wieder aufatmen zu können.
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Was ist Ginkgo?

Der Ginkgobaum, botanisch Ginkgo biloba L., ist ein bis zu 40 Meter hoher Baum, der in Ostasien heimisch ist. Arzneilich wirksam sind die Ginkgoblätter. Sie werden getrocknet, gemahlen und dann weiterverarbeitet. Die Ginkgoblätter, Ginkgo folium genannt, enthalten unter anderem Flavonoide, Diterpenlactone (Ginkgolide), Bilobalid, Ginkgolsäuren und Ginkgotoxine. Die genaue Wirkweise der verschiedenen Inhaltsstoffe ist noch nicht geklärt.

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Ginkgo ist ein traditionell angewendetes Arzneimittel zur Verbesserung kognitiver Leistungsfähigkeit. Verschiedene Studien zeigten, dass sich die Gedächtnisleistung möglicherweise verbessern kann, wenn Ginkgo-Extrakt in höherer Dosierung – 240 Milligramm pro Tag – eingenommen wird. Zudem konnten Demenz-Betroffene alltägliche Tätigkeiten wie Haushaltsarbeiten oder die eigene Körperpflege zumindest vorübergehend wieder etwas besser bewältigen. In den Studien wurde in erster Linie ein bestimmtes Ginkgo-Präparat mit dem Extrakt EGb 761 untersucht.

Auch soll Ginkgo die Durchblutung verbessern und so bei kalten Händen und Füßen helfen und möglicherweise Wirkung bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit zeigen können. Psychische Symptome lassen sich mit Ginkgo möglicherweise ebenfalls lindern. Auch der Einsatz von Ginkgo gegen Tinnitus und Schwindel wird diskutiert. Weitere Untersuchungen sind jedoch auch hier notwendig.

Wie wirksam ist Ginkgo?

Die Wirkungen von Ginkgo zeigten sich in den verschiedenen Studien unterschiedlich stark. Daher lässt sich nicht sicher sagen, bei wie vielen Menschen Ginkgo tatsächlich wirkt oder wie bedeutsam und anhaltend die möglichen positiven Effekte sind. Die beiden europäischen Phytomedizin-Gremien, die ESCOP und das HMPC, haben Ginkgo zur Verbesserung altersbedingter kognitiver Einschränkungen und zur Verbesserung der Lebensqualität als "medizinisch anerkannt" eingestuft.

In der ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapie) arbeiten Experten aus europäischen Hochschulen und Fachgesellschaften zusammen und bewerten die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Heilpflanzen. Das HMPC (Herbal Medicinal Product Committee) ist ein wissenschaftlicher Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, der im Auftrag des Gesetzgebers pflanzliche Arzneimittel wissenschaftlich bewertet.

Das HMPC hat die Anwendung von Ginkgoblättern in Form von Trockenextrakten zur Verbesserung altersbedingter kognitiver Einschränkungen und zur Verbesserung der Lebensqualität bestätigt. Die ESCOP bestätigt Ginkgo ebenfalls für die symptomatische Behandlung von leichter bis mittelschwerer Demenz, einschließlich primärer degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und deren Mischformen zur Verbesserung der kognitiven Leistung.

Ginkgo in der Natur: Schon seit Jahrhundert findet die ostasiatische Baumart Anwendung in der Traditionellen chinesischen Medizin.
Schon seit Jahrhundert findet die ostasiatische Baumart Anwendung in der Traditionellen chinesischen Medizin. (Quelle: caoyu36/getty-images-bilder)

Einnahme als Fertigarzneimittel

Die Qualität der Ginkgoblätter ist im Europäischen Arzneibuch festgelegt. Arzneilich wirksame Ginkgo-Präparate sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Bei Demenz kann die Ärztin oder der Arzt sie aber auch in einer Dosierung von 240 Milligramm pro Tag verschreiben. Ginkgohaltigen Produkten in Form von Nahrungsergänzungsmitteln wird keine ausreichende Wirkung zugeschrieben, da es für Nahrungsergänzungsmittel keine definierten Ginkgo-Extrakte gibt und die eingesetzte Menge in der Regel zu gering ist.

"Wer aufgrund von Erkrankungen bereits andere Medikamente einnehmen muss, sollte vor der Einnahme von arzneilich wirksamem Ginkgo in jedem Fall mit seinem behandelnden Arzt Rücksprache halten. Das Risiko für Nebenwirkungen und Wechselwirkungen ist zwar gering, aber nicht auszuschließen", sagt Brigitte Neumann, Diplom-Oecotrophologin aus Uttenreuth. "Anwender sollten zudem ärztlich abklären, ob Ginkgo ihnen überhaupt einen Nutzen bringen kann. Als Demenz-Prävention beispielsweise ist Ginkgo in den Leitlinien bislang nicht empfohlen."

Ginkgo als Tee? Besser nicht

Von Ginkgo als Teezubereitung raten Experten ab. Nicht nur, dass über einen Teeaufguss die benötigte Wirkstoffmenge nicht erreicht werden kann. Die Konzentration an schädlichen Ginkgolsäuren und Ginkgotoxinen ist bei den im freien Handel erhältlichen Ginkgo-Tees häufig zu hoch, da diese nicht ausreichend kontrolliert werden, warnen zum Beispiel die Verbraucherzentralen: Der zulässige Gehalt an Ginkgolsäuren sei in ginkgohaltigen Arzneimitteln auf 5 ppm (1 µg/g) beschränkt. Bei Nahrungsergänzungsmitteln und Tees aus dem freien Handel gebe es diese Vorgaben nicht.

(Quelle: Privat)


Brigitte Neumann ist Diplom-Oecotrophologin aus Uttenreuth. Die freiberufliche Ernährungswissenschaftlerin ist in der Erwachsenenbildung tätig. Sie hält unter anderem Vorträge in Schulen und Firmen und arbeitet mit Verbänden, Institutionen, Krankenkassen und Ärzten zusammen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

"Möglich ist, dass bei der Einnahme von Ginkgo Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Magenschmerzen oder Durchfall auftritt. Möglicherweise kann es helfen, vor der Einnahme etwas zu essen und ein großes Glas Wasser zu trinken. Bleiben die Beschwerden bestehen, sollte von einer weiteren Einnahme abgesehen und Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden", rät Neumann. Möglich ist zudem, dass Kopfschmerzen und/oder allergische Hautreaktionen auftreten. Auch dann sollte das Präparat abgesetzt werden.

Wer darf Ginkgo nicht einnehmen?

Menschen, die Blutgerinnungshemmer einnehmen, wird von Ginkgo abgeraten. Bei Langzeitanwendung von Ginkgo wurden Einzelfälle von Blutungen beobachtet. Zwar ist deren ursächlicher Zusammenhang mit der Einnahme von Ginkgo-Zubereitungen nicht bewiesen, dennoch raten Experten von einer gleichzeitigen Einnahme ab. Nicht empfohlen ist Ginkgo zudem für Schwangere, Stillende und Jugendlichen unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vorliegen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Ann-Kathrin Landzettel
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