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Medikamente: Wechselwirkung mit Lebensmitteln

Lebensmittel und Tabletten  

Wechselwirkungen: Bei manchen Medikamenten sollten Sie einige Nahrungsmittel meiden

04.09.2019, 11:39 Uhr | lk, jb, t-online.de

Medikamente: Wechselwirkung mit Lebensmitteln. Eine Tasse Kaffee und Medikamente: Koffein und bestimmte Medikamente vertragen sich nicht. Das gilt auch für andere Lebensmittel. (Quelle: Getty Images/Goldfinch4ever)

Eine Tasse Kaffee und Medikamente: Koffein und bestimmte Medikamente vertragen sich nicht. Das gilt auch für andere Lebensmittel. (Quelle: Goldfinch4ever/Getty Images)

Kaffee, Milchprodukte und Grapefruitsaft: Wer Medikamente nimmt, sollte von diesen eigentlich unbedenklichen Lebensmitteln in einigen Fällen die Finger lassen. Vielen ist nicht bewusst, dass sie durch ihre Ernährung gefährliche Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln hervorrufen können.

Viele gängige Medikamente enthalten Wirkstoffe, die in Kombination mit bestimmten Lebensmitteln zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. Zusätzlich zu den allgemeinen Nebenwirkungen sollten Sie deshalb auch die Wechselwirkungen mit bestimmten Nahrungsmitteln kennen.

Kaffee in Kombination mit Antibiotikum kann Herzrasen auslösen

Wer  Antibiotika nimmt, sollte koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola, schwarzen oder grünen Tee während der gesamten Einnahmezeit vom Speiseplan streichen. Denn durch das Antibiotikum kann der Körper Koffein schlechter abbauen. Als Folge können Herzrasen und Schlafstörungen auftreten. Das gilt besonders für Präparate, die bei Erkrankungen der Blase, Nieren, Lunge oder des Magens verschrieben werden.

Auf Koffein sollte auch verzichten, wer Medikamente gegen Asthma oder chronische Lungenkrankheiten zu sich nimmt. Denn oft enthalten diese Arzneien Theophyllin. Das Koffein behindert die Ausscheidung dieses Wirkstoffes. So können die Wirkung und auch Nebenwirkungen verstärkt werden. 

Antibiotika und Milchprodukte vertragen sich nicht 

Ebenfalls sollten Antibiotika nicht in Kombination mit Milchprodukten eingenommen werden. Milch, Quark, Joghurt, Käse und kalziumhaltiges Mineralwasser sollten beispielsweise nicht während der Einnahme von Antibiotika mit folgenden Wirkstoffen konsumiert werden: Ciprofloxacin, Norfloxacin und Doxycyclin. Andere Antibiotika wie Penicillin oder Erythromycin können Sie dagegen problemlos mit Milch kombinieren. Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralstoffen wie Kalzium können die Wirkung von Antibiotika ebenfalls hemmen.

Eisenpräparate nicht mit Kaffee, Tee und Rotwein kombinieren

Auch Eisenpräparate sollte man nicht mit Kaffee und Tee schlucken. Sie verhindern, dass das Eisen in den Körper gelangt. Die in Kaffee, grünem und schwarzem Tee sowie Rotwein enthaltenen Gerbstoffe, sogenannte Tannine, binden die Eisenionen und nehmen ihnen somit die Wirksamkeit.

Antidepressiva mögen keine Salami und Käse

Mit dem Genuss von Salami, Käse oder Salzheringen sollte vorsichtig sein, wer Antidepressiva zu sich nimmt: Sie verhindern den Abbau sogenannter biogener Amine. Das sind Substanzen, die zum Beispiel in den aufgeführten Lebensmitteln stecken. Mögliche Nebenwirkungen können hoher Blutdruck, Hirndruck und im schlimmsten Fall eine Gehirnblutung sein.

Lakritz verstärkt entwässernde Wirkung von Diuretika

Wer gegen Herzmuskelschwäche, Nierenunterfunktion oder Wasseransammlungen Diuretika, also entwässernde Medikamente einnimmt, sollte sich Lakritz verkneifen. Denn solche Mittel rauben dem Körper Kalium – Lakritz verstärkt diese Wirkung. Ein Kaliummangel kann zu

  • Muskelschwäche,
  • Müdigkeit,
  • Verstopfung oder
  • Appetitlosigkeit oder Störungen der Herztätigkeit

führen. Deshalb sollte man nicht mehr als 50 Gramm Lakritz täglich essen. Das sind beispielsweise drei bis vier Schnecken. Am besten ist es aber, während der gesamten Einnahmezeit ganz auf die Süßigkeit zu verzichten.

Vorsicht bei der "Anti-Baby-Pille" und Lakritz

Auch bei der Anti-Baby-Pille kann Lakritz zu einem Kaliummangel führen. Größere Mengen sollten daher vermieden werden. Das gilt ebenfalls für Menschen mit Bluthochdruck – insbesondere wenn Diuretika eingenommen werden. Auch Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Leberzirrhose sollten sich bei Lakritz zurückhalten.

Grapefruit verstärkt blutdrucksenkende Medikamente

Zitrusfrüchte können ebenfalls die Wirkung von Arzneimitteln beeinflussen: Grapefruit oder deren Saft verstärkt die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente und verhindert deren Abbau. Dadurch wirken die Mittel bis zu 30 Prozent stärker oder länger als vorgesehen – Kopfschmerzen, Blutdruckabfall und Schwindel drohen.

Vor allem vier Stunden nach dem Verzehr der Frucht verhalte sich der Stoffwechsel unkalkulierbar, erklärt die Apothekenkammer Niedersachsen. Meiden Sie Grapefruit daher am bestehen vollständig. 

Bestimmte Cholesterinsenker und Grapefruitsaft vertragen sich nicht

Wer Lipidsenker einnimmt, also Mittel gegen erhöhte Blutfette, sollte bei den Wirkstoffen Simvastatin oder Atorvastatin ebenfalls auf Grapefruitsaft verzichten.

Grapefruit und Schlaftabletten können gefährlich werden

Finger weg auch von Grapefruit in Kombination mit Schlaftabletten: Dieser Mix kann Symptome wie bei einem Vollrausch auslösen. Wer Medikamente gegen Magen-Darm-Beschwerden schluckt, sollte zwei Stunden vor und nach der Einnahme keine citrathaltigen Getränke wie Wein, Limonade oder Fruchtsaft trinken. Der Grund: Sie steigern die Aufnahme des in den Mitteln enthaltenen Aluminiumsalzes derart, dass der Körper es nicht verarbeiten kann. Dadurch besteht ein Risiko für Krampfanfälle und einen verwirrten Geisteszustand.

Blutgerinnende Mittel und Gemüse können Wechselwirkungen auslösen

Auf Blattsalate, Grünkohl, Rosenkohl oder Spinat sollten Sie verzichten, wenn Sie blutgerinnende Mittel einnehmen. Das Gemüse enthält Vitamin K, was die Wirkung der Arznei hemmen kann. 

Für viele Medikamente gilt: Vorsicht bei Alkohol

Da Medikamente, genau wie Alkohol, über die Leber abgebaut werden, ist eine gleichzeitige Aufnahme oft nicht ratsam. Denn so wird das Filterorgan unnötig belastet. Das gilt im Besonderen für die Einnahme von Paracetamol. 


Es gibt weitere Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Lebensmitteln, die wir hier jedoch nicht alle aufführen können. Fragen Sie daher Ihren Arzt und Apotheker und studieren Sie gründlich den Beipackzettel.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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