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Pseudokrupp bei Kindern: So gefährlich ist das Kruppsyndrom

Atemnot droht  

Pseudokrupp bei Kindern: So gefährlich ist das Kruppsyndrom

01.11.2019, 11:11 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Pseudokrupp bei Kindern: So gefährlich ist das Kruppsyndrom. Ein Kind liegt im Bett und hustet: Pseudokrupp tritt meist nachts auf. (Quelle: Getty Images/KatarzynaBialasiewicz)

Ein Kind liegt im Bett und hustet: Pseudokrupp tritt meist nachts auf. (Quelle: KatarzynaBialasiewicz/Getty Images)

Wenn das Kind plötzlich nachts bellend hustet, dann steckt oft Pseudokrupp dahinter. Welche weiteren Anzeichen es gibt und wie Sie bei akuten Hustenanfällen reagieren sollten, erfahren Sie hier.

Pseudokrupp, auch Laryngitis subglottica und Kruppsyndrom genannt, beschreibt eine Atemwegserkrankung, bei der es zu plötzlich auftretenden starken Hustenanfällen kommt. Eine lebensbedrohliche Atemnot kann die Folge sein. Ausgelöst wird Pseudokrupp meist durch Viren. Vor allem Kinder bis zu drei Jahren sind von Pseudokrupp betroffen.

Pseudokrupp muss vom "echten" Krupphusten unterschieden werden, der bei einer Diphtherie oder einer Infektion mit Haemophilus-influenzae-Bakterien (Hib) auftritt. Gegen diese zwei lebensgefährlichen Infektionserkrankungen werden Kinder in der Regel im Rahmen der Grundimmunisierung geimpft. "Echter" Krupphusten kommt in Deutschland daher nur noch selten vor.

Was ist Pseudokrupp bei Kindern?

Pseudokrupp gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern im Alter zwischen acht Monaten und drei Jahren tritt die Krankheit gehäuft auf. Bei Pseudokrupp entzünden sich die Schleimhäute im Bereich der oberen Atemwege (Krupp) und schwellen stark an. Die Atemwege verengen sich, das Kind kann nur schwer Luft holen. Es kann zu schweren Hustenattacken mit lebensbedrohlicher Atemnot kommen.

Ab dem sechsten Lebensjahr sind Luftröhre und Kehlkopf des Kindes dann ausreichend geweitet, sodass es in der Regel nicht mehr zu Pseudokrupp kommt.

Pseudokrupp: Ursache der Erkrankung

In der Erkältungssaison tritt das Kruppsyndrom gehäuft auf. Die Ursache ist eine Infektion der Atemwege, meist in Folge eines eigentlich harmlosen grippalen Infekts (Erkältungsviren). Andere Viren, die Pseudokrupp auslösen können, sind Masern- und Influenza-Viren.

Weitere mögliche Ursachen sind Bakterien, beispielsweise Staphylokokken sowie Allergien, etwa wenn das Immunsystem des Kindes auf Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben reagiert. Bestimmte Schadstoffe aus der Luft – Zigarettenrauch gilt als besonderer Risikofaktor – begünstigen und verschlimmern das Kruppsyndrom. Auf Rauchen in der Wohnung sollten Eltern daher verzichten.

Pseudokrupp-Symptome: "bellenden" Husten ernst nehmen

Die Hustenattacken treten vor allem in den Abendstunden oder in der Nacht auf. Zu den Pseudokrupp-Symptomen gehören:

  • "bellender", "blökender", intensiver Husten, umgangssprachlich auch Schafhusten genannt
  • keuchender Atem
  • Heiserkeit
  • gepresste Stimme
  • Schluckbeschwerden
  • zischendes oder brummendes Geräusch beim Einatmen
  • Schwierigkeiten beim Luftholen
  • Husten, Schnupfen und Fieber, wenn der Pseudokrupp erkältungsbedingt ist
  • Atemnot
  • Erstickungsangst
  • Weinen

Pseudokrupp-Anfall – was tun?

Laut den Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird die Atemnot des Kindes nur in seltenen Fällen so groß, dass akute Erstickungsgefahr besteht. Meist verlaufe der Pseudokrupp-Anfall ohne Komplikationen und das Kind beruhige sich wieder. Trotzdem ist es möglich, dass es zu lebensbedrohlicher Atemnot kommt. So können Sie Ihr Kind bei einem Hustenanfall unterstützen:

  • Versuchen Sie, bei einem Hustenanfall Ruhe zu bewahren, damit sich die Atemprobleme Ihres Kindes durch Angst nicht zusätzlich verschlimmern.
  • Helfen Sie Ihrem Kind, wieder besser Luft zu bekommen. Nehmen Sie es hoch oder setzen Sie es aufrecht hin.
  • Feuchtkühle Luft lindert häufig den Husten. Öffnen Sie ein Fenster und lassen Sie das Kind frische Luft einatmen. Das verbessert zugleich die Sauerstoffzufuhr.
  • Alternativ tut vielen Kindern feuchtwarme Luft gut. Lassen Sie heißes Wasser in die Badewanne einlaufen, damit Dampf entsteht, und setzen Sie sich mit Ihrem Kind auf den Badewannenrand.
  • Falls Sie ein Inhalationsgerät haben, kann das Kind mit Kochsalzlösung inhalieren. Das Salz wirkt befeuchtend und abschwellend.
  • Verstärkt sich der Anfall und bekommt das Kind immer schwerer Luft, rufen Sie den Notarzt unter 112. Atemnot ist ein Notfall.
  • Beruhigt sich Ihr Kind – und erst dann – können Sie ihm in kleinen Schlucken etwas Kühles zu trinken geben, beispielsweise Wasser oder Tee. Verzichten Sie auf kohlensäurehaltige Getränke und Milch.
  • Lassen Sie auch nach dem Anfall das Fenster noch etwas geöffnet. Die frische Luft tut den Atemwegen gut. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind warm eingepackt ist.

Kleinkind mit Atemgerät: Um die Atmung zu erleichtern, können Sie das Kind auch mit einer Kochsalzlösung inhalieren lassen. (Quelle: Getty Images/EllenaZ)Kleinkind mit Atemgerät: Um die Atmung zu erleichtern, können Sie das Kind auch mit einer Kochsalzlösung inhalieren lassen. (Quelle: EllenaZ/Getty Images)

Auch wenn der Hustenanfall überstanden ist: Ihr Kind muss zum Kinderarzt. Der Hustenanfall kann sich wiederholen. Ein Pseudokrupp, der zu spät behandelt wird, kann lebensgefährlich werden. Außerdem ist es wichtig, dass der Arzt untersucht, ob möglicherweise ein "echter" Krupphusten oder eine akute bakterielle Epiglottitis (akute Kehlkopfentzündung) hinter dem Hustenanfall steckt.

Pseudokrupp behandeln: Wie lange dauert der Krupphusten?

Diagnostiziert der Arzt Pseudokrupp, wird er in der Regel kortisonhaltige Zäpfchen, Tabletten, Spritzen oder Sprays verschreiben. Diese bekämpfen die Entzündung und lassen die Schleimhäute abschwellen.

Kortison wirkt erst nach einigen Stunden. In Akutsituationen wird daher Adrenalin über einen Vernebler verabreicht. Diese Inhalationen werden in der Klinik oder kinder- und jugendärztlichen Praxis durchgeführt. Nach zwei Tagen ist der Pseudokrupp meist überstanden.

Allerdings kann sich die Entzündung der Atemwege auf das Mittelohr, die Luftröhre oder sogar auf die Lunge ausweiten – dann dauert der Heilungsprozess länger. Die Gefahr einer Lungenentzündung besteht bei bakteriellen Infektionen. Dann muss mit Antibiotika behandelt werden. Eine Immunität nach Pseudokrupp gibt es nicht, da die Auslöser so vielfältig sind.



Ist Pseudokrupp ansteckend?

Pseudokrupp ist nicht ansteckend, da es sich um eine Entzündung handelt. Ansteckend ist die Erkrankung, die vor dem Krupphusten auftritt und die zur Entzündung der oberen Atemwege führt, beispielsweise eine Erkältung oder Grippe.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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