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So schĂŒtzen Sie sich im Supermarkt vor einer Ansteckung

  • Nicole Sagener
Von Nicole Sagener

Aktualisiert am 10.12.2020Lesedauer: 4 Min.
Hier können Atemmasken helfen: Was ein Husten im Supermarkt auslöst, zeigt dieses 3D-Modell von finnischen Forschern. (Quelle: t-online)
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Plexiglasscheiben, Abstandshinweise, beschrĂ€nkter Einlass: SupermĂ€rkte wollen Kunden und Angestellte auch im zweiten Lockdown vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 schĂŒtzen. Doch wie sinnvoll sind die Maßnahmen wirklich?

Das Wichtigste im Überblick


TschĂŒss GedrĂ€nge, hallo Schlangestehen: In SupermĂ€rkten und EinzelhandelsgeschĂ€ften gelten seit dem FrĂŒhjahr wegen des Coronavirus erhöhte Hygiene- und Abstandsregeln – die zeitweise auch zu Schlangen vor den GeschĂ€ften fĂŒhren.


Anleitung zum grĂŒndlichen HĂ€ndewaschen

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Aktuell reichen die Maßnahmen von an der Kasse angebrachten Plexiglasscheiben und Abstandsmarkierungen auf dem Boden bis hin zu EinlassbeschrĂ€nkungen und der Bitte, lieber mit der Geldkarte anstelle von Bargeld zu zahlen. All das soll verhindern, dass sich Kunden und Mitarbeiter wĂ€hrend des Einkaufs mit dem Coronavirus infizieren.

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Doch wie sinnvoll sind die Maßnahmen ĂŒberhaupt? Und wie kann ich mich wirklich vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 beim Einkauf schĂŒtzen? Wir geben hier Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was bringen die Bodenaufkleber als Abstandshalter?

Bei allen Unsicherheiten ist eines klar: Das Coronavirus wird hauptsĂ€chlich ĂŒber eine Tröpfcheninfektion sowie ĂŒber die noch kleineren Aerosole von Mensch zu Mensch ĂŒbertragen – also durch das Einatmen von Viren, die ein infizierter Mensch etwa beim Sprechen oder Husten weitergibt. Laut dem Robert Koch-Institut ist auch eine Ansteckung bei Menschen möglich, die selbst keinerlei oder aber nur milde und unklare Symptome haben. Infizierte können außerdem auch wĂ€hrend der Inkubationszeit andere anstecken, die in den meisten Studien mit fĂŒnf bis sechs Tagen angegeben wird.

Das alles zeigt, dass Sie auch im Supermarkt einen als bislang sicher geltenden Mindestabstand von 1,5 bis zwei Metern zu anderen Menschen einhalten sollten. Die Abstandsmarkierungen auf dem Boden sind also sinnvoll.

Auch, dass sich in einem Markt nicht zu viele Kunden auf einmal drĂ€ngen, kann somit tatsĂ€chlich vor Ansteckungen zwischen den Kunden zu helfen. GrundsĂ€tzlich gilt: Bleiben Sie anderen Menschen so gut es geht fern – ob in der Schlange, an der Kasse oder zwischen den Regalen.

Kann ich mich ĂŒber Waren infizieren, die zuvor von Angestellten oder anderen Kunden angefasst wurden?

SARS-CoV-2 kann einer US-amerikanischen Studie zufolge bis zu 72 Stunden auf Kunststoff und Edelstahl ĂŒberleben, auf Papier bis zu 24 Stunden. Auf porösen OberflĂ€chen wie etwa Baumwolle ist die Überlebensdauer des Virus einer neuen australischen Studie von Mitte Oktober zufolge generell niedriger: Sie betrĂ€gt demnach abhĂ€ngig von der Temperatur zwischen 14 Tagen und weniger als 16 Stunden. Die Wissenschaftler fanden zudem heraus: Auf glatten OberflĂ€chen wie von Handydisplays oder Bankautomaten kann das Coronavirus bis zu 28 Tage ĂŒberleben – und damit lĂ€nger als bislang angenommen.

Andere Wissenschaftler bezweifeln aber, dass sich die Ergebnisse von Laborstudien Eins zu Eins auf die RealitĂ€t ĂŒbertragen lassen.

Denn gelangen die Erreger etwa durch Hustentröpfchen auf OberflĂ€chen wie einer Packung Toilettenpapier und von da aus ĂŒber eine Schmierinfektion auf die Hand eines Kunden, kommt das Hustensekret dort mit dem sauren Milieu der Haut in Kontakt. Das verringert laut Experten wie dem Virologen Christian Drosten von der Berliner CharitĂ© die Ansteckungsgefahr vermutlich deutlich.

Dennoch sollten Sie auch hier die allgemeinen Hygieneregeln beachten: Fassen Sie sich beim Einkauf möglichst nicht an Mund, Nase oder Augen und waschen Sie sich nach dem Einkauf grĂŒndlich die HĂ€nde.

Übrigens: Über Waren wie Spielzeug oder Kleidung, die aus anderen stark von Covid-19 betroffenen LĂ€ndern importiert wurden, können Sie sich nach derzeitigem Wissensstand nicht anstecken.

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Sollte ich besser keinen Einkaufswagen nutzen?

In einigen MÀrkten ist die Nutzung eines Einkaufswagens Pflicht, damit der Markt die aktuelle Anzahl der Kunden im GeschÀft im Blick behalten und so eine zu hohe Kundendichte vermeiden kann. Das birgt jedoch ein anderes Risiko: Werden Wagen oder Körbe nicht nach jeder Nutzung desinfiziert, können an ihnen Viren vom VorgÀnger haften.

Hier hilft nur: Vermeiden Sie, sich wĂ€hrend des Einkaufs ins Gesicht zu fassen oder anschließend mit bloßen HĂ€nden zu essen. Waschen Sie nach dem Einkauf ihre HĂ€nde sofort grĂŒndlich. Sind sie weiterhin unterwegs, nutzen Sie ein Desinfektionsmittel fĂŒr die HĂ€nde, das als "begrenzt viruzid" oder als "viruzid" ausgewiesen ist.

Birgt Bargeld ein Ansteckungsrisiko?

In etlichen MĂ€rkten werden Kunden gebeten, wenn möglich mit der EC- oder Kreditkarte statt mit Bargeld zu zahlen. Wie sinnvoll das ist, lĂ€sst sich nicht klar sagen. Sicher ist zwar: Das Virus kann auch auf Geldscheinen ĂŒberleben.

Ob aber die Menge der auf den Scheinen klebenden Erreger fĂŒr eine Infektion ausreicht, ist nicht klar. Experten zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, sich an Geldscheinen oder MĂŒnzen mit dem Coronavirus anzustecken, sehr gering. "Das auf dem GeldstĂŒck klebende Virus wĂŒrde ich mal weitgehend vergessen", sagte etwa der Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast. Die Coronaviren seien wie Influenzaviren behĂŒllte Viren, die gegen Eintrocknung "extrem empfindlich" seien.

Trotzdem kann es nicht schaden, kontaktlos per Geldkarte oder per Handy zu bezahlen. Sollten Sie mit Bargeld zahlen, achten Sie unbedingt darauf, dass sich Ihre und die Hand des Kassierers nicht berĂŒhren. Denn SARS-CoV-2 kann – wie Grippeviren – per Schmierinfektion auch ĂŒber die HĂ€nde ĂŒbertragen werden.

Wie sinnvoll ist eine Plexiglasscheibe an der Kasse?

In der Regel haben MĂ€rkte inzwischen Scheiben aus Plexiglas an den Kassen angebracht, um Kassierer und Kunden zu schĂŒtzen. Das ist tatsĂ€chlich sinnvoll. Denn die Scheiben halten nicht nur beide Seiten auf genĂŒgend Abstand zueinander. Sie schĂŒtzen auch vor einer Tröpfcheninfektion.

Achten Sie aber auch beim Einpacken der Ware und beim Bezahlen darauf, genug Abstand zu den Kassierern zu halten.

Wie schĂŒtze ich mich sonst noch beim Einkauf?

In der aktuellen Situation kann es kaum ein Zuviel an Schutzmaßnahmen geben – die im Übrigen auch gegen viele andere Erreger schĂŒtzen. Achten Sie im Supermarkt darauf, intelligent zu husten und zu niesen – also statt in die HandflĂ€che lieber in die Armbeuge. Beachten Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen. Waschen Sie sich regelmĂ€ĂŸig und nachdem Sie auswĂ€rts waren grĂŒndlich die HĂ€nde mit Seife.

Was bringt die Maskenpflicht im Supermarkt?

Das Tragen von normalen Atemschutzmasken nĂŒtzt laut aktuellem Kenntnisstand sowohl dem TrĂ€ger als auch dem Umfeld beim Schutz vor einer Infektion. Einerseits kann ein Mund-Nasen-Schutz helfen, andere vor einer Infektion zu schĂŒtzen, weil die Maske einen Teil der Erreger beim Sprechen, Atmen, Niesen und Husten abfĂ€ngt oder umleitet.

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Anderseits kann eine Maske aber auch zum eigenen Schutz beitragen. Denn inzwischen zeigen Untersuchungen, dass auch die Menge der aufgenommenen Viren mit darĂŒber entscheiden kann, wie schwer die Erkrankung ausfĂ€llt. Ein Mund-Nasen-Schutz schĂŒtzt den TrĂ€ger zwar nur teilweise vor Erregern von außen, hĂ€lt aber zumindest einen Teil von ihnen ab.

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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