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Coronavirus: Risikogruppen – Darauf sollten Rheuma-Patienten achten

Vorerkrankungen als Risikofaktor  

Neue Empfehlungen für die Rheumatherapie in Corona-Zeiten

12.10.2020, 16:24 Uhr
Coronavirus: Risikogruppen – Darauf sollten Rheuma-Patienten achten. Rheuma-Erkrankung: Menschen mit aktivem Rheuma können infektanfälliger sein und sollten sich daher sehr konsequent an die empfohlenen Maßnahmen halten. (Quelle: Getty Images/PORNCHAI SODA)

Rheuma-Erkrankung: Menschen mit aktivem Rheuma können infektanfälliger sein und sollten sich daher sehr konsequent an die empfohlenen Maßnahmen halten. (Quelle: PORNCHAI SODA/Getty Images)

Covid-19 kann Menschen mit chronischen Erkrankungen besonders schwer treffen. Zu den Risikogruppen gehören zum Teil auch Rheuma-Patienten. Das sollten sie beachten.

Die meisten Infektionen mit SARS-CoV-2 verlaufen mild. Viele Erkrankte, bei denen Covid-19 einen schweren Verlauf nimmt, sind chronisch krank. Auch Patienten mit Autoimmunerkrankungen können nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Risikogruppe von Covid-19 gehören.

Was sind Autoimmunerkrankungen? Autoimmunerkrankung ist der Oberbegriff für eine Vielzahl an Krankheiten, deren Auslöser ein Defekt des Immunsystems ist. Die Abwehrkräfte des Immunsystems attackieren fälschlicherweise körpereigenes Gewebe, statt gegen körperfremdes Material wie Viren, Bakterien oder Pilze vorzugehen.

Zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen zählen:

  • entzündliches Rheuma (rheumatoide Arthritis)
  • Multiple Sklerose (chronische Entzündung des Nervensystems)
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Rosacea (chronisch-entzündliche Hautkrankheit)
  • Hashimoto-Thyreoiditis (chronische Entzündung der Schilddrüse)
  • Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung der Haut und Gelenke)

Haben Rheuma-Patienten ein erhöhtes Infektionsrisiko?

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat ihre Behandlungsempfehlungen zur Rheumatherapie in Corona-Zeiten aktualisiert. Der Grund: Inzwischen liegen Fallberichte, Registerdaten und Studien vor, die detailliertere Aussagen zu den Erkrankungsrisiken für diese Patientengruppe erlauben.

In den Empfehlungen der DGRh heißt es zum Corona-Risiko: 

  • Rheuma-Patienten haben den bisher zusammengetragenen Daten zufolge kein erhöhtes Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren.
  • Auch das Risiko für einen schweren Verlauf scheint nicht erhöht zu sein.
  • Einige der bekannten Risikofaktoren für einen schwereren Covid-19-Verlauf wie ein höheres Lebensalter, männliches Geschlecht, Rauchen, Diabetes, starkes Übergewicht oder bestehende Lungen-, Herz- oder Nierenerkrankungen kommen bei Rheuma-Patienten häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt. Sie dürfen daher nicht außer Acht gelassen werden.
  • Durch die entzündlich-rheumatische Erkrankung selbst scheint das Corona-Risiko nur dann erhöht zu sein, wenn die Patienten Glukokortikoide in einer Dosis von 10 Milligramm und mehr pro Tag einnehmen oder wenn die Erkrankung gerade besonders aktiv ist, die Rheumasymptome also schlecht medikamentös beherrscht werden können.

Was ist bei der Medikation zu beachten?

Die Experten der DGRh raten Rheumatikern, ihre gut eingestellte Rheuma-Medikation nicht allein aus Sorge vor dem Coronavirus zu verändern. "Ein Umstellen der Medikation geht oft mit einem Aufflammen der rheumatologischen Grunderkrankung einher und erhöht das Covid-19-Risiko dann erst recht", wird Professor Christof Specker, Direktor der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie am Klinikum Essen-Mitte und Sprecher der DGRh, in der Mitteilung zitiert.

Lediglich bei Patienten mit positivem SARS-CoV-2-Abstrich und/oder bereits beginnenden Covid-19-Symptomen solle die Therapie mit Biologika und bestimmten anderen immunmodulierenden Rheumamedikamenten unterbrochen werden. Eine Therapie mit Glukokortikoiden unter 10 Milligramm pro Tag könne dagegen fortgesetzt werden.

Wichtig: Halten Sie dazu Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt und folgen Sie den ärztlichen Anweisungen.

Physiotherapie: Sie kann dabei helfen, Beschwerden bei rheumatoider Arthritis zu lindern. (Quelle: Getty Images/ChesiireCat)Physiotherapie: Sie kann dabei helfen, Beschwerden bei rheumatoider Arthritis zu lindern. (Quelle: ChesiireCat/Getty Images)

Welche Empfehlungen gibt es außerdem?

Rheuma-Patienten sollten sich zudem an die allgemein geltenden Hygiene- und Ab­standsregeln halten. Außerdem empfiehlt die DGRh die Nutzung der Corona-Warn-App.

Besonderes Augenmerk richten die Experten darauf, Alltag und Versorgung der Patienten nicht unnötig einzuschränken. In der Regel sei es nicht gerechtfertigt, Rheuma-Patienten allein aufgrund einer angenommenen Gefährdung durch Covid-19 Arbeitsunfähigkeit zu attestieren, heißt es in den Empfehlungen. Auch dürfe keinesfalls auf medizinisch notwendige Eingriffe und Therapien wie Physiotherapie verzichtet werden.


Wie für andere Risikopatienten auch ist für Menschen mit Rheuma ein umfassender Impfschutz von hoher Bedeutung. Überprüfen Sie daher Ihren Impfschutz in Abstimmung mit Ihrem Rheumatologen.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie: Handlungsempfehlungen
  • Ärzteblatt
  • Robert Koch-Institut
  • Internisten im Netz
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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