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Neue Empfehlungen fĂŒr die Rheumatherapie in Corona-Zeiten

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 12.10.2020Lesedauer: 2 Min.
Rheuma-Erkrankung: Menschen mit aktivem Rheuma können infektanfĂ€lliger sein und sollten sich daher sehr konsequent an die empfohlenen Maßnahmen halten.
Rheuma-Erkrankung: Menschen mit aktivem Rheuma können infektanfĂ€lliger sein und sollten sich daher sehr konsequent an die empfohlenen Maßnahmen halten. (Quelle: PORNCHAI SODA/getty-images-bilder)
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Covid-19 kann Menschen mit chronischen Erkrankungen besonders schwer treffen. Zu den Risikogruppen gehören zum Teil auch Rheuma-Patienten. Das sollten sie beachten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Haben Rheuma-Patienten ein erhöhtes Infektionsrisiko?
  • Was ist bei der Medikation zu beachten?
  • Welche Empfehlungen gibt es außerdem?

Die meisten Infektionen mit SARS-CoV-2 verlaufen mild. Viele Erkrankte, bei denen Covid-19 einen schweren Verlauf nimmt, sind chronisch krank. Auch Patienten mit Autoimmunerkrankungen können nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Risikogruppe von Covid-19 gehören.


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Was sind Autoimmunerkrankungen? Autoimmunerkrankung ist der Oberbegriff fĂŒr eine Vielzahl an Krankheiten, deren Auslöser ein Defekt des Immunsystems ist. Die AbwehrkrĂ€fte des Immunsystems attackieren fĂ€lschlicherweise körpereigenes Gewebe, statt gegen körperfremdes Material wie Viren, Bakterien oder Pilze vorzugehen.

Zu den hÀufigsten Autoimmunerkrankungen zÀhlen:

  • entzĂŒndliches Rheuma (rheumatoide Arthritis)
  • Multiple Sklerose (chronische EntzĂŒndung des Nervensystems)
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Rosacea (chronisch-entzĂŒndliche Hautkrankheit)
  • Hashimoto-Thyreoiditis (chronische EntzĂŒndung der SchilddrĂŒse)
  • Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung der Haut und Gelenke)

Haben Rheuma-Patienten ein erhöhtes Infektionsrisiko?

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Rheumatologie (DGRh) hat ihre Behandlungsempfehlungen zur Rheumatherapie in Corona-Zeiten aktualisiert. Der Grund: Inzwischen liegen Fallberichte, Registerdaten und Studien vor, die detailliertere Aussagen zu den Erkrankungsrisiken fĂŒr diese Patientengruppe erlauben.

In den Empfehlungen der DGRh heißt es zum Corona-Risiko:

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  • Rheuma-Patienten haben den bisher zusammengetragenen Daten zufolge kein erhöhtes Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren.
  • Auch das Risiko fĂŒr einen schweren Verlauf scheint nicht erhöht zu sein.
  • Einige der bekannten Risikofaktoren fĂŒr einen schwereren Covid-19-Verlauf wie ein höheres Lebensalter, mĂ€nnliches Geschlecht, Rauchen, Diabetes, starkes Übergewicht oder bestehende Lungen-, Herz- oder Nierenerkrankungen kommen bei Rheuma-Patienten hĂ€ufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt. Sie dĂŒrfen daher nicht außer Acht gelassen werden.
  • Durch die entzĂŒndlich-rheumatische Erkrankung selbst scheint das Corona-Risiko nur dann erhöht zu sein, wenn die Patienten Glukokortikoide in einer Dosis von 10 Milligramm und mehr pro Tag einnehmen oder wenn die Erkrankung gerade besonders aktiv ist, die Rheumasymptome also schlecht medikamentös beherrscht werden können.

Was ist bei der Medikation zu beachten?

Die Experten der DGRh raten Rheumatikern, ihre gut eingestellte Rheuma-Medikation nicht allein aus Sorge vor dem Coronavirus zu verĂ€ndern. "Ein Umstellen der Medikation geht oft mit einem Aufflammen der rheumatologischen Grunderkrankung einher und erhöht das Covid-19-Risiko dann erst recht", wird Professor Christof Specker, Direktor der Klinik fĂŒr Rheumatologie und Klinische Immunologie am Klinikum Essen-Mitte und Sprecher der DGRh, in der Mitteilung zitiert.

Lediglich bei Patienten mit positivem SARS-CoV-2-Abstrich und/oder bereits beginnenden Covid-19-Symptomen solle die Therapie mit Biologika und bestimmten anderen immunmodulierenden Rheumamedikamenten unterbrochen werden. Eine Therapie mit Glukokortikoiden unter 10 Milligramm pro Tag könne dagegen fortgesetzt werden.

Wichtig: Halten Sie dazu RĂŒcksprache mit Ihrem behandelnden Arzt und folgen Sie den Ă€rztlichen Anweisungen.

Physiotherapie: Sie kann dabei helfen, Beschwerden bei rheumatoider Arthritis zu lindern.
Physiotherapie: Sie kann dabei helfen, Beschwerden bei rheumatoider Arthritis zu lindern. (Quelle: ChesiireCat/getty-images-bilder)

Welche Empfehlungen gibt es außerdem?

Rheuma-Patienten sollten sich zudem an die allgemein geltenden Hygiene- und Abstandsregeln halten. Außerdem empfiehlt die DGRh die Nutzung der Corona-Warn-App.

Besonderes Augenmerk richten die Experten darauf, Alltag und Versorgung der Patienten nicht unnötig einzuschrĂ€nken. In der Regel sei es nicht gerechtfertigt, Rheuma-Patienten allein aufgrund einer angenommenen GefĂ€hrdung durch Covid-19 ArbeitsunfĂ€higkeit zu attestieren, heißt es in den Empfehlungen. Auch dĂŒrfe keinesfalls auf medizinisch notwendige Eingriffe und Therapien wie Physiotherapie verzichtet werden.

Wie fĂŒr andere Risikopatienten auch ist fĂŒr Menschen mit Rheuma ein umfassender Impfschutz von hoher Bedeutung. ÜberprĂŒfen Sie daher Ihren Impfschutz in Abstimmung mit Ihrem Rheumatologen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
AutoimmunerkrankungCOVID-19RKI
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