Sie sind hier: Home > Gesundheit > Coronavirus >

Visier oder Alltagsmaske – was schützt besser vor Corona?

In wenigen Bundesländern erlaubt  

Visier oder Alltagsmaske – was schützt besser vor Corona?

Von Melanie Weiner

06.06.2020, 10:07 Uhr
 (Quelle: KameraOne)
So wirkt sich eine Maske auf die Verbreitung von Viren aus

Forscher der Universität von Edinburgh in Schottland haben mithilfe spezieller Kameras den Effekt von Schutzmasken getestet. Die Videos zeigen, wie Masken vor einer Verbreitung des Coronavirus schützen können. (Quelle: KameraOne)

Effekt festgehalten: Auch Forscher aus Edinburgh hatten sich die Wirkung von Masken genauer angesehen und mit Spezialkameras aufgenommen. (Quelle: KameraOne)


Immer mehr Menschen tragen sogenannte Visiere aus Plastik statt eines Mund-Nasen-Schutzes. Doch wie sicher schützen sie vor einer Infektion mit dem Coronavirus und wo sind sie überhaupt erlaubt?

Das Atmen fällt schwer und die Kommunikation leidet ebenfalls: Viele Menschen finden es unangenehm, einen Mundschutz in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln aufzusetzen. Alternativ tragen einige Visiere aus Plastik. Aber ist das überhaupt erlaubt? Und was schützt einen selbst und andere besser vor dem Coronavirus?

Was sind Visiere?

Visiere – auch Face Shields genannt – bestehen aus durchsichtigem, biegsamem Kunststoff und decken das Gesicht vom Kinn bis zur Stirn ab. Sie werden meist mit einem Gummiband an der Stirn befestigt und hängen vor dem Gesicht.

Wie gut schützen Visiere?

Die Verwendung von Visieren anstelle von Alltagsmasken wird bereits von verschiedenen Herstellern beworben. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge können Visiere aber "nicht als gleichwertige Alternative" zum Mund-Nasen-Schutz angesehen werden. Der Grund: Die Plastikscheiben könnten in der Regel maximal nur die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen, heißt es auf der Website des Instituts. Denn Visiere liegen nicht eng am Kopf an und umschließen den Mund- und Nasenbereich nicht. Schließlich kann die potenziell virenhaltige Luft an den Seiten und nach unten entweichen.

Visier: Experten sind sich über den Nutzen von Visieren uneinig. (Quelle: Getty Images/Supersmario)Visier: Experten sind sich über den Nutzen von Visieren uneinig. (Quelle: Supersmario/Getty Images)

Masken hingegen können laut RKI infektiöse Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen, abfangen und die Geschwindigkeit des Atemstroms reduzieren. Das Risiko, eine andere Person mit dem Coronavirus anzustecken, könnte somit verringert werden.

Die Schutzwirkung ist zwar bislang nicht wissenschaftlich belegt, doch das Robert Koch-Institut empfiehlt der Bevölkerung ganz klar das Tragen einer Alltagsmaske oder anderen textilen Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum.

Wer darf Visiere tragen?

Bislang werden die durchsichtigen Visiere vor allem in Arztpraxen, Kliniken, Friseursalons, Supermärkten und in der Gastronomie von Mitarbeitern als zusätzlicher Schutz genutzt. Visiere sollen dort als Ergänzung zu den Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Friseursalon: Berufsgruppen mit engem Menschenkontakt tragen häufig Visiere und Masken. (Quelle: imago images/Independent Photo Agency )Friseursalon: Berufsgruppen mit engem Menschenkontakt tragen häufig Visiere und Masken. (Quelle: Independent Photo Agency /imago images)

Immer mehr Menschen tragen Visiere aber im Alltag – auch ohne zusätzlichen Schutz durch eine Maske. Im Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Mund-Nasen-Bedeckungen werden Visiere als Alternative für die Allgemeinbevölkerung nicht aufgeführt. Einige Bundesländer haben dafür aber Sonderregelungen.

Generell gilt laut dem Robert Koch-Institut, dass das Tragen eines Visiers jedem Bürger gestattet ist, "der aus medizinischen oder anderen triftigen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen kann".

In welchen Bundesländern sind Visiere erlaubt?

Bei der Debatte um die Zulässigkeit von Visieren stützen sich die meisten Bundesländer auf die Aussagen des RKI sowie des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte. Demnach erkennen sie Visiere nicht als gleichwertige Alternative zu Alltagsmasken an (Stand 4. Juni 2020). Allenfalls aus gesundheitlichen Gründen können Ausnahmen gelten.


Auf der Website des Landesgesundheitsamtes Bayern heißt es beispielsweise: "Visier-Schutzmasken sind nicht zur Verhinderung der Virenausbreitung geeignet und erfüllen nicht die Anforderungen des Infektionsschutzes. Sie dürfen zwar genutzt werden, können aber lediglich ergänzend zur Mund-Nasen-Bedeckung verwendet werden."

Zu den Bundesländern, die Visiere aus Plastik oder anderem Material als geeignete Bedeckung für Mund und Nase akzeptieren, gehören etwa Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Verwendete Quellen:
  • Robert Koch-Institut
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • Verordnungen der Bundesländer
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal