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Coronavirus: Kann ich mich über Kleidung mit Covid-19 anstecken?

Mögliche Infektionsquellen  

Kann ich mich über Kleidung mit Corona anstecken?

11.07.2020, 16:06 Uhr
Coronavirus: Kann ich mich über Kleidung mit Covid-19 anstecken?. Kleidungsgeschäft: Noch ist nicht eindeutig geklärt, ob Kleidungsstücke potenzielle Virenüberträger sein können. (Quelle: Getty Images/franckreporter)

Kleidungsgeschäft: Noch ist nicht eindeutig geklärt, ob Kleidungsstücke potenzielle Virenüberträger sein können. (Quelle: franckreporter/Getty Images)

Wenn wir niesen oder husten, können viele Tröpfchen auf unsere Kleidung gelangen. Doch kann das Coronavirus dort auch überleben? Und ist das Anprobieren von Kleidungsstücken in Geschäften gefährlich?

Das Coronavirus wird über Tröpfchen verbreitet, die wir beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstoßen. Bekannt ist auch, dass es sich durch Händeschütteln oder kontaminierte Oberflächen übertragen kann. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Schmierinfektion.

Forscher haben herausgefunden, dass sich das Coronavirus bis zu mehreren Tagen auf bestimmten Materialien halten kann. Das wirft die Frage auf, inwiefern das auch Stoffe von Kleidungsstücken betrifft. Kann das Coronavirus auch über Jacken, Hosen oder Pullover übertragen werden?

Viren überleben unterschiedlich lange auf Oberflächen

In Laborversuchen überlebte das Coronavirus SARS-CoV-2 unterschiedlich lange: Auf Kupferoberflächen waren es etwa bis zu vier Stunden, auf Karton bis zu einem Tag. Auf rostfreiem Stahl hielten sich die Viren 48 Stunden, auf Plastik waren es rund drei Tage.

Doch diese Zeitangaben sind keine absoluten Ergebnisse. Denn es handelt sich lediglich um Laborergebnisse. Daraus könne man nicht auf das Übertragungsrisiko im Alltag schließen, betonte der Charité-Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast "Coronavirus-Update".

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sagte dazu in einer aktuellen Einschätzung: Theoretisch ist es möglich und denkbar, Coronaviren auf diesem Wege zu übertragen.

Coronavirus an Kleidung noch unerforscht

Die Wissenschaftler untersuchten zwar Oberflächen wie Plastik, Stahl und Pappe – Stoffmaterialien wie Baumwollfasern, Wolle oder Seide wurden allerdings nicht miteinbezogen.

Auch laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung liegen derzeit keine konkreten Informationen zur Überlebensdauer von SARS-CoV-2 auf Textilien vor. "Allerdings sind Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, theoretisch denkbar und können nicht ausgeschlossen werden", schreibt das BfR auf seiner Webseite.

Das bedeutet: Wenn eine infizierte Person zum Beispiel auf ein Kleidungsstück in einem Geschäft hustet, der nächste Kunde dieses dann berührt und sich danach ins Gesicht fasst, könnte er sich so auch anstecken. Bisher ist laut BfR aber kein Fall einer Übertragung auf diesem Weg bekannt.

Ansteckungsrisiko beim Einkaufen minimieren

Auch wenn Wissenschaftler davon ausgehen, dass das Ansteckungsrisiko beim Kontakt mit Kleidung sehr gering ausfällt, sollten Sie vorsichtig sein. Die effektivsten Schutzmaßnahmen vor einer Infektion sind auch beim Einkaufen:

  • Abstand zu den Mitmenschen halten,
  • Hände regelmäßig waschen und
  • nicht das Gesicht berühren.

Die derzeit viel diskutierte Maskenpflicht gilt – Stand 7. Juli – bundesweit in allen Geschäften. Denn dort kann der Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen nicht immer konsequent eingehalten werden.

Zudem kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verhindern, dass beim Husten oder Niesen große Virenmengen ausgestoßen und auf Kleidungsstücke übertragen werden.

Verwendete Quellen:
  • Bundesinstitut für Risikobewertung
  • Robert Koch-Institut
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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