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Biontech, Moderna, Astrazeneca: Die Corona-Impfstoffe im Vergleich

Wirksamkeit und Nebenwirkungen  

Biontech, Moderna und Astrazeneca: Die Impfstoffe im Vergleich

24.02.2021, 11:27 Uhr
Biontech, Moderna, Astrazeneca: Die Corona-Impfstoffe im Vergleich. Corona-Impfstoffe: Weltweit werden verschiedenste Kandidaten entwickelt, die auf unterschiedlichen Ansätzen beruhen. (Quelle: imago images/Laci Perenyi)

Corona-Impfstoffe: Weltweit werden verschiedenste Kandidaten entwickelt, die auf unterschiedlichen Ansätzen beruhen. (Quelle: Laci Perenyi/imago images)

Mehrere Impfstoffe gegen das Coronavirus stehen in Deutschland zur Verfügung. Doch welcher bietet den zuverlässigsten Schutz? Und was ist über mögliche Nebenwirkungen bekannt?

In Deutschland werden bislang der Corona-Impfstoff "BNT162b2" von Biontech und Pfizer sowie der Moderna-Impfstoff "mRNA-1273" verimpft. Am 29. Januar hat die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema auch grünes Licht für den Impfstoff "AZD1222" des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca gegeben. Dieser ist damit der dritte, der in der EU für die Impfung gegen Covid-19 zugelassen ist.

Biontech, Moderna, Astrazeneca: Impfstoffe im Vergleich

Ist einer der Kandidaten "besser" als die anderen? Eine Übersicht, was die Wirkstoffe eint – und was sie unterscheidet.

Art des Impfstoffs und Funktionsweise

  • Biontech: mRNA-basierter Impfstoff
  • Moderna: mRNA-basierter Impfstoff
  • Astrazeneca: Vektorviren-Impfstoff

Die Mittel von Biontech und Moderna basieren beide auf künstlich hergestellter mRNA und wirken auf die gleiche Weise. Die Erbinformation für das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus wird mithilfe von kleinen Fettpartikeln in unsere Zellen geschleust. Diese produzieren dann das Eiweiß, das dem Virus als Schlüssel in unsere Zellen dient. Unser Immunsystem erkennt dieses Eiweiß und beginnt, Antikörper dagegen zu bilden.

Als Basis für den Vektorviren-Impfstoff von Astrazeneca hingegen dient ein für Menschen harmloses Schimpansen-Schnupfenvirus als Transportmittel. Dieses wird mit Bestandteilen des Coronavirus SARS-CoV-2 bestückt. Die menschliche Immunabwehr reagiert im Idealfall auf dieses harmlose, als SARS-CoV-2 getarnte Virus, indem es Antikörper gegen das tatsächliche Coronavirus produziert.

Wirksamkeit und Ausmaß des Schutzes

  • Biontech: 95 Prozent Wirksamkeit
  • Moderna: 94,5 Prozent Wirksamkeit
  • Astrazeneca: Zwischenergebnis aus Phase III: 60 bis 70 Prozent bei bis zu 65-Jährigen, Wirksamkeit bei älteren Menschen noch unklar

Die Impfstoffe von Biontech und Moderna wirken beide ähnlich gut. Nach Auswertung der Studienergebnisse verhindern sie zu rund 95 Prozent eine Covid-19-Erkrankung. Die Moderna-Vakzine ist Studien zufolge auch bei älteren Menschen sehr effektiv. Ähnlich wie bei Biontech setzt der Schutz etwa zehn Tage nach der ersten Dosis ein, mit einem maximalen Effekt nach der zweiten Dosis.

Der Vektor-Impfstoff von Astrazeneca dagegen soll eine insgesamt geringere Schutzwirkung haben. Medienberichte über angeblich nur acht Prozent Wirksamkeit bei älteren Menschen wurden vom Hersteller und dem Bundesgesundheitsministerium als falsch zurückgewiesen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) hat den Astrazeneca-Impfstoff schließlich für alle Altersgruppen zugelassen. Nach einer Empfehlung der deutschen Impfkommission vom 28. Januar soll der Astrazeneca-Impfstoff nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden.

Mögliche Nebenwirkungen und Verträglichkeit

Bei allen drei Impfstoffen können ähnliche Nebenwirkungen auftreten. Darunter vor allem Schmerzen an der Einstichstelle, aber auch Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. In einigen Fällen ist es bei der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen zu allergischen Reaktionen gekommen. Es wird vermutet, dass das an dem Inhaltsstoff Polyethylenglycol – kurz PEG – liegen könnte. Dieser ist oft in Kosmetika enthalten. Der Vektorimpfstoff von Astrazeneca enthält kein PEG und könnte daher für starke Allergiker besser verträglich sein.

Impfung gegen Covid-19: Bei den Impfstoffkandidaten von Biontech, Moderna und Astrazeneca gibt es teils deutliche Unterschiede. (Quelle: imago images/Future Image International)Impfung gegen Covid-19: Bei den Impfstoffkandidaten von Biontech, Moderna und Astrazeneca gibt es teils deutliche Unterschiede. (Quelle: Future Image International/imago images)

Transport, Lagerung, Haltbarkeit

  • Biontech: Lagerung bei minus 70 Grad
  • Moderna: Lagerung bei zwei bis acht Grad für bis zu 30 Tage
  • Astrazeneca: Lagerung bei zwei bis acht Grad für mindestens sechs Monate

Die größte Schwierigkeit beim Biontech-Mittel ist sein Transport und seine Lagerung bei sehr hohen Minusgraden. Am Einsatzort angekommen, kann der Impfstoff dann lediglich bis zu fünf Tage bei Kühlschranktemperaturen aufbewahrt werden.

Die Impfstoffe von Moderna und Astrazeneca sind hier wesentlich einfacher in der Handhabung und stabiler. Sie benötigen keine aufwendigen Kühlketten und lassen sich bei Kühlschranktemperaturen lagern. Ein Vorteil des Astrazeneca-Wirkstoffs: Der Hersteller gibt an, dass das Mittel so mindestens sechs Monate haltbar ist.

Preis

  • Biontech: 12 € pro Dosis
  • Moderna: 14,70 € pro Dosis
  • Astrazeneca: 1,78 € pro Dosis

Beim Preis pro Impfdosis zeigen sich bei den Kandidaten große Unterschiede. Der Astrazeneca-Impfstoff ist in der Beschaffung am günstigsten.

Fazit

Bei den drei Corona-Impfstoffen lassen sich viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige markante Unterschiede feststellen. Das Mittel von Biontech/Pfizer weist insgesamt eine sehr hohe Wirksamkeit auf. Der Impfstoff muss allerdings bei hohen Minustemperaturen transportiert und gelagert werden, was seinen Einsatz erschwert.

Modernas Impfstoff hat eine ebenfalls sehr hohe Wirksamkeit und kann zudem mit Logistikvorteilen punkten, da dieser keine ultrakalte Lagerung wie das Biontech-Vakzin benötigt.

Die Schutzwirkung des Astrazeneca-Wirkstoffs fällt geringer aus als die der beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Er hat jedoch einen großen Vorteil: Er ist sehr viel robuster gegen Temperaturen und einfach in der Handhabung. Damit ist es möglich, ihn auch in Ländern mit weniger Ressourcen für aufwendige Kühlketten einzusetzen. Zudem ist der Impfstoff deutlich günstiger als die mRNA-Impfstoffe.

Verwendete Quellen:
  • vfa – Die forschenden Pharmaunternehmen
  • Pharmazeutische Zeitung
  • Weltgesundheitsorganisation WHO
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
  • Nachrichtenagentur dpa
  • ntv: Die drei Top-Corona-Impfstoffe im Vergleich, 24. November 2020
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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