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Biontech, Moderna, Astrazeneca, J&J: Corona-Impfstoffe im Vergleich

Wirksamkeit und Nebenwirkungen  

Biontech, Moderna, Astrazeneca, J&J: Die Impfstoffe im Vergleich

06.09.2021, 10:26 Uhr
Biontech, Moderna, Astrazeneca, J&J: Corona-Impfstoffe im Vergleich. Impfung gegen Covid-19: Bei den Impfstoffkandidaten von Biontech, Moderna, Astrazeneca und J&J gibt es teils deutliche Unterschiede. (Quelle: imago images/MiS)

Impfung gegen Covid-19: Bei den Impfstoffkandidaten von Biontech, Moderna, Astrazeneca und J&J gibt es teils deutliche Unterschiede. (Quelle: MiS/imago images)

Mehrere Impfstoffe gegen das Coronavirus stehen in Deutschland zur Verfügung. Doch welcher bietet den zuverlässigsten Schutz? Und was ist über mögliche Nebenwirkungen bekannt?

In Deutschland werden bislang vier Corona-Präparate verimpft: "BNT162b2" von Biontech und Pfizer, der Moderna-Impfstoff "mRNA-1273", der Impfstoff "AZD1222" des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca und das Vakzin vom US-Hersteller Johnson & Johnson.

Ist einer der Kandidaten "besser" als die anderen? Eine Übersicht, was die Wirkstoffe eint – und was sie unterscheidet.

Art des Impfstoffs und Funktionsweise

  • Biontech: mRNA-basierter Impfstoff
  • Moderna: mRNA-basierter Impfstoff
  • Astrazeneca: Vektorviren-Impfstoff
  • Johnson & Johnson: Vektorviren-Impfstoff

Die Mittel von Biontech und Moderna basieren beide auf künstlich hergestellter mRNA und wirken auf die gleiche Weise. Die Erbinformation für das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus wird mithilfe von kleinen Fettpartikeln in unsere Zellen geschleust. Diese produzieren dann das Eiweiß, das dem Virus als Schlüssel in unsere Zellen dient. Unser Immunsystem erkennt dieses Eiweiß und beginnt, Antikörper dagegen zu bilden.

Als Basis für die Vektorviren-Impfstoffe von Astrazeneca und J&J hingegen dient ein für Menschen harmloses Schnupfenvirus als Transportmittel. Dieses wird mit Bestandteilen des Coronavirus SARS-CoV-2 bestückt. Die menschliche Immunabwehr reagiert im Idealfall auf dieses harmlose, als SARS-CoV-2 getarnte Virus, indem es Antikörper gegen das tatsächliche Coronavirus produziert.

Wirksamkeit und Ausmaß des Schutzes

  • Biontech: 95 Prozent Wirksamkeit
  • Moderna: 95 Prozent Wirksamkeit
  • Astrazeneca: 80 Prozent
  • Johnson & Johnson: 65 Prozent

Die Impfstoffe von Biontech und Moderna wirken beide ähnlich gut. Nach Auswertung der Studienergebnisse verhindern sie bei Erwachsenen zu rund 95 Prozent eine schwere Covid-19-Erkrankung. Bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren zeigte der Impfstoff von Biontech einer aktuellen Studie zufolge eine Wirksamkeit von 100 Prozent.

Die Moderna-Vakzine ist Studien zufolge auch bei älteren Menschen besonders effektiv. Ähnlich wie bei Biontech setzt der Schutz etwa zehn Tage nach der ersten Dosis ein, mit einem maximalen Effekt nach der zweiten Dosis.

Ende Mai gab Moderna bekannt, dass sein Vakzin auch bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren höchst wirksam sei. Das Vakzin habe bei einer klinischen Studie mit Teilnehmern im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren nach geläufiger Krankheitsdefinition eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt.

Der Vektor-Impfstoff von Astrazeneca dagegen soll eine etwas geringere Schutzwirkung haben. Laut neuen Studiendaten liegt die Wirksamkeitsquote bei 70 bis 80 Prozent nach vollständiger Impfung. Die Wirksamkeit gegen schwere Verläufe soll nach Herstellerangaben bei 100 Prozent liegen.

Das Mittel von Johnson & Johnson hat ebenfalls eine geringere Wirksamkeit als der von Biontech und Moderna. Die Schutzwirkung 14 Tage nach der Einmalimpfung liegt bei 65 Prozent. Der Impfstoff schützt zu 77 Prozent gegen schwere Verläufe.

Mögliche Nebenwirkungen und Verträglichkeit

Bei allen Corona-Impfstoffen können Nebenwirkungen auftreten. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) handelt es sich dabei vor allem um "vorübergehende Lokalreaktionen und Allgemeinreaktionen", die bereits in klinischen Untersuchungen aufgefallen sind. Sie seien harmlos und nicht mit schwereren oder länger andauernden Erkrankungen verbunden.

Zu den zehn häufigsten Impfreaktionen gehören laut PEI:

  1. Kopfschmerzen
  2. Müdigkeit
  3. Schmerzen an der Einstichstelle
  4. Örtliche Reaktion
  5. Fieber
  6. Schüttelfrost
  7. Muskelschmerzen
  8. Grippeähnliche Erkrankung
  9. Schwindelgefühl
  10. Unwohlsein

Die prozentual meisten Meldungen zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung erhält das Paul-Ehrlich-Institut bisher zum Mittel von Astrazeneca.

Auch wenn die häufigsten Nebenwirkungen harmlos und vorübergehend sind, kommt es in seltenen Fällen auch zu schweren unerwünschten Reaktionen nach der Covid-19-Impfung. Welche bisher aufgetreten sind, lesen Sie hier.

Corona-Impfstoff: Weltweit werden verschiedene Kandidaten entwickelt, die auf unterschiedlichen Ansätzen beruhen. (Quelle: imago images/Future Image International)Corona-Impfstoff: Weltweit werden verschiedene Kandidaten entwickelt, die auf unterschiedlichen Ansätzen beruhen. (Quelle: Future Image International/imago images)

Lagerung und Haltbarkeit

Die mRNA-Impfstoffe haben einen Nachteil gegenüber den Vektor-Vakzinen: Sie müssen tiefgekühlt transportiert und bei längeren Liegezeiten bei Minustemperaturen gelagert werden. Dagegen genügen bei Vektor-Impfstoffen Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad. Sie eignen sich daher besser für den Einsatz in Hausarztpraxen.

Preis

  • Biontech: etwa 12 € pro Dosis
  • Moderna: etwa 14 € pro Dosis
  • Astrazeneca: etwa 2,50 € pro Dosis
  • Johnson & Johnson: etwa 7 € pro Dosis

Beim Preis pro Impfdosis zeigen sich bei den Kandidaten große Unterschiede. Der Astrazeneca-Impfstoff ist in der Beschaffung am günstigsten.

Verwendete Quellen:
  • vfa – Die forschenden Pharmaunternehmen
  • Pharmazeutische Zeitung
  • Weltgesundheitsorganisation WHO
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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