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Pille oder Astrazeneca – was ist gefährlicher?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 17.03.2021Lesedauer: 4 Min.
Antibabypille: Seit der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen seiner Nebenwirkungen ausgesetzt wird, ziehen viele einen Vergleich zur Pille.
Antibabypille: Seit der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen seiner Nebenwirkungen ausgesetzt wird, ziehen viele einen Vergleich zur Pille. (Quelle: Peter Dazeley/getty-images-bilder)
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Seit der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen Thrombosefällen ausgesetzt wird, ziehen viele einen Vergleich zu Nebenwirkungen der Antibabypille. Doch sind die Arzneien tatsächlich vergleichbar?

Das Wichtigste im Überblick


  • Welche Nebenwirkungen können bei der Pille auftreten?
  • Welche Nebenwirkungen gab es bei Astrazeneca?
  • Was ist der Unterschied der Thrombosen?
  • Wie häufig treten die Nebenwirkungen jeweils auf?
  • Welche anderen Medikamente und Faktoren können ebenfalls Thrombosen hervorrufen?

Das Bundesgesundheitsministerium hat am Montag die Impfungen mit Astrazeneca vorerst ausgesetzt, und berief sich dabei auf eine Empfehlung des in Deutschland für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Dieses hatte wegen Meldungen über Thrombosen in Hirnvenen dazu geraten, die Impfungen mit Astrazeneca zunächst zu stoppen. Jetzt diskutieren viele vor allem in sozialen Netzwerken, warum ein Impfstoff bei Thromboserisiko gestoppt wird, während unter anderem die Antibabypille seit Jahrzehnten trotzdem verschrieben wird. Was ist dran an dem Vergleich der beiden Wirkstoffe?


Einfach erklärt: Die Etappen bis zur Zulassung eines Corona-Impfstoffs

Die Entwicklung eines Impfstoffs startet mit der Arbeit im Labor. Zuerst muss das Virus analysiert und verstanden werden, über welche Mechanismen der Erreger die Immunreaktionen des Körpers auslöst. Erst dann folgen die eigentlichen Etappen bis hin zur Zulassung. (Symbolbild)
Etappe 1 – Erprobung an Tieren: Zunächst wird getestet, wie wirksam und verträglich der Impfstoff ist. Neben Affen nutzen Forscher bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 auch Frettchen und genetisch veränderte Mäuse. (Symbolbild)
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Welche Nebenwirkungen können bei der Pille auftreten?

Zu den Nebenwirkungen der Antibabypille teilt unter anderem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit, "venöse Thromboembolien" seien eine "seit langem bekannte, seltene Nebenwirkung bei der Anwendung hormonaler Verhütungsmittel" wie der Pille, aber beispielsweise auch bei einem Hormonpflaster oder -ring.

Unter einer venösen Thrombose versteht man die Entstehung eines Blutgerinnsels in einer Vene, wodurch das Gefäß allmählich verstopft. Das tritt häufig in einer tiefen Beinvene auf und kann Schmerzen, Überwärmung und Schwellungen verursachen. Zusätzlich können sich Teile des Blutgerinnsels lösen, in den Blutstrom gelangen und so zu einer Thromboembolie führen. Das kann in Einzelfällen beispielsweise bei einer Lungenembolie lebensbedrohlich werden.

In sozialen Netzwerken wie Twitter diskutieren Privatleute, aber auch Politiker wie Katarina Barley über den Vergleich zwischen der Pille und Astrazeneca. Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments erklärt beispielsweise: "Übrigens: die neueste Generation der Antibabypille hat als Nebenwirkung Thrombosen bei acht bis zwölf von 10.000 Frauen. Hat das bisher irgendwen gestört?"

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Auch das Bundesgesundheitsministerium teilt dazu mit: "Es ist richtig, dass für Antibabypillen Thrombosen, auch mit tödlichem Verlauf, als sehr seltene Nebenwirkung bekannt und in der Patienteninformation aufgeführt sind." Jede Frau, die eine Antibabypille erhalte, müsse über das Risiko aufgeklärt werden.

Welche Nebenwirkungen gab es bei Astrazeneca?

Das Paul-Ehrlich-Institut sieht "eine auffällige Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen (Sinusvenenthrombosen) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff Astrazeneca".

Bei dieser Form der Thrombose entsteht in den Venen des Gehirns eine Abflusstörung, was der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zufolge zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen, epileptischen Anfällen, Sprachstörungen, Hirnnervenausfällen und Lähmungen sowie letztlich auch dem Tod führen kann. Ein Mangel an Blutplättchen wiederum führt zu einer erhöhten Blutungsneigung. Als Symptome treten zudem punktförmige Einblutungen in der Haut oder den Schleimhäuten auf, gelegentlich auch starkes Nasenbluten.

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Sicher diagnostizieren lässt sich eine solche Thrombose erst durch ein CT oder eine Kernspintomographie. Durch den Verschluss der Hirnvene kann Blut nicht mehr abfließen, es kommt zu einem Stau und infolgedessen zu einer Schwellung im Hirngewebe. Dadurch steigt der Hirndruck, was letztlich lebensbedrohlich werden oder zu Langzeitschäden am Gehirn führen kann.

Was ist der Unterschied der Thrombosen?

Grundsätzlich treten durch die Pille vor allem Thrombosen in den Beinen auf, deren Gefährlichkeit sich steigert, wenn sich die Gerinnsel lösen und zu einer Lungenembolie führen könnten. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte dazu im Deutschlandfunk: "Das ist kein guter Vergleich. Die Thrombosen, die es nach Einnahme der Pille gibt, die sind in der Schwere nicht vergleichbar mit den Thrombosen, von denen wir bei Astrazeneca sprechen."

Andere Experten wie Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), erklären jedoch: "Sinusvenenthrombosen treten etwa einmal pro 100.000 Einwohner und Jahr auf, das heißt die jährliche Inzidenz liegt bei rund 1 auf 100.000." Berlit zufolge seien vor allem hormonell bedingte Gründe wie die Einnahme der Pille eine Ursache auch für Hirnvenenthrombosen.

Antibabypille: Auch bei dem Verhütungsmittel können Thrombosen als Nebenwirkung auftreten.
Antibabypille: Auch bei dem Verhütungsmittel können Thrombosen als Nebenwirkung auftreten. (Quelle: Mindful Media/getty-images-bilder)

Allerdings gibt es auch einen rechtlichen Unterschied in der Aufklärung über die Nebenwirkungen. Dazu erklärt das Bundesgesundheitsministerium: "Für die Astrazeneca-Covid-19-Impfung ist die seltene Nebenwirkung einer Sinusvenenthrombose mit teils tödlichem Verlauf bisher nicht in der Patienteninformation aufgeführt, außerdem unterscheidet sich die staatlich empfohlene Impfung von Gesunden arzneimittelrechtlich von der Verordnung eines Arzneimittels." So seien Vertrauen und Transparenz bei Arzneimittelverordnung zwar immer wichtig, "bei Impfungen wegen der breiten Anwendung bei Gesunden aber ganz besonders".

Wie häufig treten die Nebenwirkungen jeweils auf?

Bisher wurde das Astrazeneca-Präparat laut dem Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland mehr als 1,6 Millionen Mal verimpft. Im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung traten demnach sieben Fälle der Hirnvenenthrombose auf, das sind etwa 0,00044 Prozent. Den Angaben zufolge verliefen drei der Blutgerinnsel tödlich. Auffällig sei zudem laut Bundesgesundheitsministerium, dass auch jüngere Menschen und vor allem Frauen betroffen waren.

Dem BfArM zufolge liegt das Risiko, innerhalb eines Jahres eine venöse Thromboembolie zu erleiden, für Frauen ohne hormonelle Verhütungsmittel bei 2 zu 10.000. Je nach Verhütungsmethode steigt diese Zahl auf mindestens 5 bis höchstens 12 zu 10.000. Das sind im Vergleich zu Astrazeneca zwischen 0,05 und 0,12 Prozent.

Welche anderen Medikamente und Faktoren können ebenfalls Thrombosen hervorrufen?

Neben der Antibabypille und dem Astrazeneca-Impfstoff gibt es zahlreiche weitere Medikamente, die ebenfalls das Risiko für eine Thrombose erhöhen können. Dazu zählen beispielsweise einige Krebsmedikamente.

Übergewicht, Rauchen, mangelnde Bewegung, Funktionsstörungen der Schilddrüse, des Zucker- und Fettstoffwechsels, Herzerkrankungen sowie zu wenig trinken können die Gefahr einer Thrombose ebenfalls erhöhen.

Eine Ursache für eine Venenthrombose im Gehirn kann zudem eine genetische Veranlagung zur Blutgerinnungsstörung sein. Mögliche weitere auslösende Faktoren sind auch bei dieser speziellen Form der Thrombose hormonelle Veränderungen durch eine Schwangerschaft, Infektionen im Kopfbereich, etwa im Ohr, aber auch anderer Art, sowie Blut- und Krebserkrankungen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Laura Stresing, Cem Özer, Sandra Simonsen
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