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Wetter und Corona: Welchen Einfluss hat der Frühling auf die Pandemie?


Wie wird sich der Frühling auf die Pandemie auswirken?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 04.05.2021Lesedauer: 3 Min.
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Frankfurter Mainufer Anfang April: Das Frühlingswetter lockt viele Menschen nach draußen.
Frankfurter Mainufer Anfang April: Das Frühlingswetter lockt viele Menschen nach draußen. (Quelle: Ralph Peters/imago-images-bilder)
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Langsam steigen die Temperaturen und das Wetter wird wieder schöner. Gleichzeitig wächst die Hoffnung, dass die Sonne auch in diesem Jahr das Coronavirus eindämmen könnte. Wie wahrscheinlich ist das?

Das Wichtigste im Überblick


  • Gibt es beim Coronavirus eine Saisonalität?
  • Unter welchen Bedingungen überlebt das Coronavirus besser?
  • Welchen Einfluss hat das veränderte Verhalten im Frühling und Sommer?
  • Hat das Wetter auch einen Einfluss auf die Corona-Todeszahlen?

Im vergangenen Jahr sanken die Corona-Infektionszahlen nahezu parallel zu den steigenden Temperaturen. Mehr Sonnenschein schien für weniger Ansteckungen zu sorgen. Doch gibt es beim Coronavirus wirklich eine Saisonalität? Welchen Einfluss kann das aktuelle Frühlingswetter haben? Und was sollten Sie trotzdem beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.


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1. Schritt (Symbolfoto): Nachdem Sie das Testkit ausgepackt und auf Zimmertemperatur gebracht haben, entnehmen Sie einen Abstrich gemäß der Packungsbeilage.
2. Schritt (Symbolfoto): Um den Test auswerten zu können, müssen Sie die Probe aufbereiten. Dazu geben Sie, je nach Anleitung des Herstellers, zunächst die Probenflüssigkeit in das aufrechte Extraktionsröhrchen.
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Gibt es beim Coronavirus eine Saisonalität?

Im vergangenen Jahr konnte eine gewisse Saisonalität beim Coronavirus durchaus beobachtet werden. Für viele andere Viren wie die Grippe ist ein jahreszeitlich bedingter Verlauf ebenfalls typisch. Für den kommenden Sommer jedoch zweifeln Experten diesen Effekt an. So erklärten der Frankfurter Virologe Martin Stürmer und der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb im ZDF, wegen der Virusmutanten aus Großbritannien (B.1.1.7), Brasilien (P.1) und Südafrika (B.1.351) sei eine Wiederholung des Verlaufs wie im Sommer 2020 unwahrscheinlich.

Es werde laut Zeeb zwar eine "gewisse Saisonalität" geben. "Aber die könnte durch die hohe Infektiosität der Virusvarianten überlaufen werden", erklärt er im ZDF. Die Virusvarianten aus Südafrika und Brasilien kommen im Gegenteil ja sogar aus wärmeren Gegenden, deshalb werde es wahrscheinlich keinen deutlichen Effekt geben, so Zeeb. Dem stimmt auch Martin Stürmer zu, die Varianten könnten sich generell effektiver verbreiten, das würden sie auch bei warmen Temperaturen tun. Zeeb ist zudem überzeugt: "Ohne den Lockdown im vergangenen Frühjahr wären die Zahlen auf keinen Fall so weit runtergegangen."

"Wir haben im ersten Jahr der Pandemie Infektionswellen mit steigenden Zahlen in den wärmeren Jahreszeiten und den wärmeren Regionen gesehen, und es gibt keine Hinweise, dass das im laufenden Jahr nicht auch passiert", sagte auch einer der 16 Experten der Weltwetterorganisation (WMO), Ben Zaitchik von der Johns-Hopkins-Universität. Das Infektionsgeschehen ändere sich in erster Linie in Folge von Schutzmaßnahmen, etwa durch Maskenpflicht oder die Einschränkung von Reisen.

Unter welchen Bedingungen überlebt das Coronavirus besser?

In Laborstudien konnte gezeigt werden, dass das Coronavirus unter kalten und trockenen Bedingungen und bei geringer UV-Strahlung länger überlebt. Trotzdem kann das keinen Beweis liefern, dass die Ergebnisse auch auf das Wetter und seinen Einfluss übertragen werden könnten.

Welchen Einfluss hat das veränderte Verhalten im Frühling und Sommer?

Mittlerweile ist bekannt, dass sich das Coronavirus vor allem in Innenräumen und bei schlechter Lüftung verbreitet. Steigen die Temperaturen, zieht es viele Menschen wieder nach draußen, Kontakte finden häufiger an der frischen Luft statt. Wie der "Public-Health-Forscher" Kai Schulze gegenüber dem ZDF betont, könnte das bereits ausreichen, um den R-Wert wieder unter 1 zu drücken.

Aus ähnlichen Gründen kritisierten Aerosolforscher kürzlich die geplante Einführung von Ausgangssperren, die ihrer Meinung nach nur dazu führten, dass sich die Menschen häufiger und in größeren Gruppen in Innenräumen aufhalten, wo es folglich leichter zu einer Ansteckung kommen könnte.

Hat das Wetter auch einen Einfluss auf die Corona-Todeszahlen?

In sonnigen Gebieten gibt es Statistiken zufolge vergleichsweise wenige Corona-Todesfälle, wie Forscher der Universität Edinburgh im "British Journal of Dermatology" schreiben. Die Wissenschaftler haben dabei laut "Deutschlandfunk" Daten aus den USA, England und Italien untersucht und einen Zusammenhang zwischen Sterblichkeit, Jahreszeit und Breitengrad festgestellt. Einen Einfluss des Vitamin-D-Spiegels schlossen die Wissenschaftler allerdings aus.

Ihre Erklärung zielt eher darauf, dass das UV-Licht der Sonne den Stickstoffmonoxidgehalt im Körper freisetzt. So würde dafür gesorgt, dass sich das Virus im Körper schlechter vermehren kann. Zudem hätten Studien gezeigt, dass mehr Sonnenlicht zu niedrigerem Blutdruck und weniger Herzinfarkten führe. Letztlich lasse sich allerdings nicht abschließend feststellen, ob das Sonnenlicht tatsächlich für die geringeren Todesraten verantwortlich ist.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • ZDF: "Experten zu saisonalen Effekten: Gutes Wetter wird Coronavirus nicht bremsen", 15. April 2021.
  • Deutschlandfunk: "Studie: Weniger Corona-Tote in sonnigen Gebieten", 10. April 2021.
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Robert Koch-Institut: Steckbrief SARS-CoV-2
  • Eigene Recherche
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Von Laura Stresing, Cem Özer, Sandra Simonsen
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