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Biontech und Moderna: Haben Corona-Impfstoffe einen Einfluss auf Spermien?

Studie zu Biontech und Moderna  

Haben Corona-Impfstoffe einen Einfluss auf Spermien?

08.10.2021, 14:09 Uhr
Biontech und Moderna: Haben Corona-Impfstoffe einen Einfluss auf Spermien?. Corona-Impfung: Die Behauptung, dass die Impfung gegen Covid-19 die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnte, existiert schon lange. (Quelle: imago images/ITAR-TASS)

Corona-Impfung: Die Behauptung, dass die Impfung gegen Covid-19 die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnte, existiert schon lange. (Quelle: ITAR-TASS/imago images)

Forscher haben bereits herausgefunden, dass das Coronavirus die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Aber hat auch die Corona-Impfung einen Einfluss auf Spermienzahl und -qualität?

Dass Virusinfektionen bei Männern zu Unfruchtbarkeit und sexuellen Funktionsstörungen führen können, ist schon länger bekannt. Auch für Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 konnten in mehreren Untersuchungen schon 2020 Hinweise darauf gefunden werden.

Sowohl im Gewebe verstorbener als auch in dem genesener Covid-19-Patienten konnten beispielsweise US-Forscher das Virus mithilfe einer Hodenbiopsie nachweisen. Laut Studienleiter Professor Dr. Ranjith Ramasamy von der Universität in Miami sei die Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit unabhängig vom Schweregrad der Infektion gewesen.

Neue Studie: Haben mRNA-Impfstoffe einen Einfluss auf Spermien?

Immer wieder kursiert vor allem im Internet das Gerücht, dass auch Covid-19-Impfstoffe Männer unfruchtbar machen können. Das Forscherteam um Ramasamy hat deshalb eine Studie zu den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna durchgeführt und anhand von Samenproben untersucht, ob das stimmt.

45 gesunde Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren gaben vor und nach der Impfung mit einem mRNA-Vakzin eine Samenprobe ab. Zuvor wurden alle Teilnehmer untersucht, um sicherzustellen, dass keine Fruchtbarkeitsprobleme bestanden. Die Analyse der Proben betrachtete das Spermavolumen, die Spermienkonzentration sowie die Gesamtzahl beweglicher Spermien.

Das Ergebnis der im englischsprachigen Fachmagazin "JAMA Network" veröffentlichten Studie: Weder die Spermienzahl noch die -qualität hätten unter der Impfung gelitten, so Studienautor Ramasamy. Zu Beginn der Studie lag die Spermienkonzentration im Durchschnitt bei 26 Millionen pro Milliliter und der TMSC-Wert bei durchschnittlich 36 Millionen Spermien. Nach der zweiten Impfung lagen diese Werte bei durchschnittlich 30 Millionen pro Milliliter beziehungsweise bei 44 Millionen Spermien – und waren damit sogar deutlich gestiegen.

Info: Der TMSC-Wert (Total Motile Sperm Count) misst die Anzahl beweglicher Spermien pro Milliliter Ejakulat.

Daraus im Umkehrschluss einen positiven Effekt auf die Fruchtbarkeit abzuleiten, sei nach Aussagen der Forscher aber übertrieben. Fest stehe jedoch: Diese Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die mRNA-Impfstoffe keinen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit haben, so Ramasamy. Dies sei insofern zu erwarten, da die Impfstoffe mRNA und nicht das lebende Virus enthielten.

Unfruchtbar nach Impfung? Das sagt das PEI

Das für die Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat sich ebenfalls zu den Gerüchten geäußert. Es schreibt dazu: "Wie für jede Arzneimittelzulassung in der EU erforderlich, wurden auch hier vor der Anwendung am Menschen verschiedene Untersuchungen zur möglichen Toxizität – also Giftigkeit – an Tieren durchgeführt. (...) Mit dieser Datenlage ist im Rahmen einer Arzneimittelzulassung die bestmögliche Sicherheit für den Ausschluss von Schäden an Fortpflanzungsorganen und von einer Beeinträchtigung der Fortpflanzung beim Menschen gewährleistet."

Die Sorgen um eine mögliche Unfruchtbarkeit nach einer Corona-Impfung sind auch laut PEI nach aktuellem Wissensstand unbegründet.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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