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Ist Omikron f├╝r den Einzelnen nicht riskant?

Von dpa
Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Unter Omikron noch sinnvoll? Eine Frau bekommt ihre Booster-Impfung.
Unter Omikron noch sinnvoll? Eine Frau bekommt ihre Booster-Impfung. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa)
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Lohnt es sich wirklich weiterhin, eine Infektion mit dem Coronavirus zu vermeiden oder sich impfen zu lassen? Das fragen sich immer mehr Menschen. Die wichtigsten Zweifel im Faktencheck.

Es ist unproblematisch, sich jetzt mit Corona anzustecken, behaupten immer mehr Menschen. Man k├Ânne sich eh kaum vor Omikron sch├╝tzen, und wirklich gef├Ąhrlich sei die neue Variante auch nicht, so die Annahme.


Omikron-Symptome: Das sind die ersten Anzeichen

M├╝digkeit: Omikron-Infizierte berichten auch ├╝ber Ersch├Âpfung und starke M├╝digkeit.
Halskratzen: Zu den h├Ąufigsten Omikron-Symptomen geh├Âren auch Halsschmerzen.
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Behauptung: Omikron ist f├╝r den Einzelnen nicht riskant

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert eindringlich, die Omikron-Variante ernst zu nehmen. Das Narrativ, dass Omikron eine normale Erk├Ąltung sei, sei nicht wahr, so die WHO-Corona-Expertin Maria Van Kerkhove. Denn "milder" kann, muss aber nicht hei├čen: Ein bisschen Schnupfen und Husten ÔÇô das war's.

Im klinischen Bereich bezeichne man bei Covid-19 in der Regel Verl├Ąufe als mild, bei denen die Betroffenen nicht unter Atemnot litten und deren Sauerstoffs├Ąttigung ├╝ber einem bestimmten Wert liege, erkl├Ąrt der Leiter der Virologie der Uniklinik K├Âln, Florian Klein. "Sie k├Ânnen ganz sch├Ân krank werden", beschreibt Infektiologin Jana Schroeder von der Stiftung Mathias-Spital in Rheine milde Corona-Verl├Ąufe.

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Zwar gilt das Risiko eines (relativ) jungen, gesunden, geboosterten Menschen f├╝r einen schweren Verlauf als sehr gering. Ausgeschlossen ist dieser aber nicht, und es gibt weitere gute Gr├╝nde, sich vor einer Ansteckung zu sch├╝tzen.

Das ist zu Langzeitfolgen bekannt

Es besteht unter Fachleuten Unsicherheit bei der Einsch├Ątzung von Langzeitfolgen des Virus. Sie empfinde viel Demut vor dem, was man noch nicht wisse, so Infektiologin Schroeder. Die Datenlage sei undurchsichtig, insbesondere f├╝r Omikron.

Long Covid? Unfassbar schwer einzusch├Ątzen. "Wenn wir es jetzt einfach laufen lie├čen, gingen wir als Gesellschaft wie beim Pokern all in." Das k├Ânne irgendwie funktionieren. "Doch da ist dieser Elefant im Raum: die Covid-Folgesch├Ąden."

Wunder Punkt Gesundheitssystem

Au├čerdem mag die eigene Infektion zwar glimpflich verlaufen, doch in der Summe kann eine Explosion der Infektionszahlen das Gesundheitssystem und andere Bereiche der kritischen Infrastruktur massiv belasten.

Corona im Griff zu haben bedeute auch, Patientinnen und Patienten mit anderen Erkrankungen ad├Ąquat betreuen zu k├Ânnen, sagt Schroeder. "Bei sehr hohen Fallzahlen sind viele Menschen gleichzeitig krank. Darunter nat├╝rlich auch Personen, die zur kritischen Infrastruktur geh├Âren", erg├Ąnzt Klein. Kliniken oder auch Betriebe der Energie- und Wasserwirtschaft k├Ânnen dadurch in Schwierigkeiten kommen.

Eigener Schutz hilft auch anderen Menschen

Drittens: Sch├╝tzt man sich selbst vor einer Infektion, hilft das indirekt auch Menschen, die sich (bislang) nicht selbst ausreichend durch eine Impfung sch├╝tzen k├Ânnen. Virologe Klein nennt hier zuvorderst Kinder und Menschen, deren Immunabwehr unterdr├╝ckt ist. Aber auch ├ältere, die bislang noch ungeimpft sind.

Viele von uns werden sich in n├Ąchster Zeit mit der Omikron-Variante infizieren. "Die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, ist gestiegen", sagt Klein. Allerdings wirken die bekannten Ma├čnahmen ÔÇŁ beispielsweise Kontakte reduzieren und in R├Ąumen FFP2-Maske tragen ÔÇô auch gegen Omikron.

So sei es sehr wahrscheinlich, dass die bisher geringere Dynamik der Omikron-Welle in Deutschland im Vergleich mit etwa Gro├čbritannien oder D├Ąnemark auch auf eben diese Ma├čnahmen hierzulande zur├╝ckzuf├╝hren sei.

Darum bleibt die Impfung so wichtig

Das grunds├Ątzliche Ziel ist eine breite Grundimmunit├Ąt der Bev├Âlkerung gegen das Virus, um aus der pandemischen Situation herauszukommen. "Die Corona-Impfung ist daf├╝r das wichtigste Instrument. Es ist ein gro├čes Gl├╝ck, dass wir sie haben", betont Klein.

Infektionen k├Ânne man derzeit nicht komplett vermeiden, so der Virologe. Aber es gelte Zeit zu gewinnen. Je flacher die Omikron-Welle bleibt, desto besser kommt beispielsweise das Gesundheitssystem damit klar.

Zudem haben dadurch mehr Menschen Zeit, sich impfen und boostern zu lassen. Ein ungebremste Explosion der Fallzahlen hingegen kann zu einer schnellen ├ťberlastung f├╝hren.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
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