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Corona-Tote: So viele Menschen sind "an" und nicht "mit" dem Virus gestorben


So viele Menschen sind wirklich an und nicht mit Corona gestorben

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 22.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Corona-Toter (Symbolfoto): Eine neue Studie zeigt jetzt, wie viele der Corona-Toten Begleiterkrankungen hatten.
Corona-Toter (Symbolfoto): Eine neue Studie zeigt jetzt, wie viele der Corona-Toten Begleiterkrankungen hatten. (Quelle: D-Keine/getty-images-bilder)
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Seit Beginn der Pandemie gab es immer wieder Diskussionen darüber, ob die Corona-Toten wirklich an oder vielleicht "nur" mit dem Coronavirus gestorben sind. Eine neue Studie gibt nun Klarheit.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist das nationale Covid-19-Autopsieregister?
  • Wie viele Menschen sind bereits an Corona gestorben?
  • Wer sind die Corona-Toten in Deutschland?
  • Starben die Corona-Toten in Deutschland "an" oder "mit" dem Virus?
  • Welche Ergebnisse zeigten die Autopsien außerdem?

Bisher gab es in Deutschland mehr als 120.000 Corona-Tote, zuletzt meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am 21. Februar 22 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.


Corona-Spätfolgen: Diese Beschwerden treten häufig auf

Auch nach überstandener Corona-Infektion berichten einige Betroffene über Spätfolgen. Mediziner sprechen bei diesen Auffälligkeiten vom Long-Covid- oder Post-Covid-Syndrom. Ein Überblick über mögliche Symptome.
Kopfschmerzen: Oft wird auch von Kopfweh und Migräneattacken nach Covid-19 berichtet.
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Doch mit dem ersten Corona-Toten kamen auch die Spekulationen: Sind die Menschen wirklich an Covid-19 gestorben oder hatten sie vielleicht so schwere Begleiterkrankungen, dass sie auch ohne das Virus gestorben wären? Um darauf eine Antwort zu geben, gibt es das Covid-19-Autopsieregister.

Was ist das nationale Covid-19-Autopsieregister?

Das Register wird vom Institut für Pathologie der Uniklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen koordiniert und geleitet. Dies geschieht in enger Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik und dem Center for Translational & Clinical Research der Uniklinik RWTH Aachen.

Mehr als drei Viertel aller nationalen Universitätsinstitute für Pathologie, Neuropathologie und Rechtsmedizin beteiligen sich an der Forschung. Der erste Bericht des Registers zeigt nun klare Zahlen.

Wie viele Menschen sind bereits an Corona gestorben?

Weltweit sind mittlerweile mehr als 5,89 Millionen Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben, die meisten von ihnen in den USA, Brasilien und Indien.

Allein in Deutschland meldet das RKI am 21. Februar 22 neue Corona-Todesfälle und somit insgesamt 121.297 Corona-Tote.

Wer sind die Corona-Toten in Deutschland?

Hierzulande kommen die meisten Corona-Toten aus Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen. Die wenigsten Toten verzeichnen hingegen Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Schleswig-Holstein.

Die Zahlen entsprechen zumindest zu einem großen Teil auch dem Anteil der Bevölkerung in diesen Bundesländern. Dort, wo mehr Menschen leben, infizieren sich auch mehr und in der Folge erleiden mehr Menschen einen tödlichen Verlauf.

Im aktuellen RKI-Wochenbericht vom 17. Februar wird zudem deutlich, dass die meisten Corona-Toten hierzulande 70 Jahre oder älter waren. Der Altersmedian bei den Todesfällen liegt demnach aktuell bei 83 Jahren. Bislang gab es nur 50 bestätigte Fälle bei Kindern und Jugendlichen zwischen null und 19 Jahren.

Starben die Corona-Toten in Deutschland "an" oder "mit" dem Virus?

Im Covid-19-Autopsieregister haben die Wissenschaftler rund 19.000 Proben von 1.129 Menschen untersucht, die zwischen März 2020 und Ende September 2021 im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind.

Die Analyse der Kette von Ereignissen, die direkt zum Tod führten, ergab in 86 Prozent dieser Fälle, dass die Corona-Infektion die Todesursache war. Bei lediglich 14 Prozent war Covid-19 nur eine Begleiterkrankung. Die häufigste unmittelbare Todesursache bei diesen 14 Prozent war ein akutes Lungenversagen. Zusätzlich starben viele dieser Menschen an Multiorganversagen.

Welche Ergebnisse zeigten die Autopsien außerdem?

Stefan Kluge, der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bezeichnet das Covid-19-Autopsieregister als "weltweit größte Studie zu Obduktionen bei Covid-19". Er benennt noch weitere Erkenntnisse zu Corona-Todesfällen in Deutschland.

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So stellen die Wissenschaftler fest, dass die Erkrankungsdauer von den ersten Symptomen oder einem ersten positiven Corona-Test bis zum Tod in den meisten Fällen weniger als zwei Wochen betrug. Ein Drittel der Fälle war mehr als zwei und weniger als fünf Wochen erkrankt.

Rund jeder zehnte der untersuchten Corona-Toten verstarb mehr als fünf Wochen nach den ersten Symptomen oder einem positiven Test.

Die untersuchten Toten waren im gleichen Verhältnis Männer und Frauen, die meisten der Männer waren allerdings zwischen 65 und 69 sowie zwischen 80 und 84 Jahren alt. Bei den Frauen waren die meisten sogar älter als 85 Jahre.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Studie: "First report from the German COVID-19 autopsy registry"
  • Robert Koch-Institut: Wochenbericht vom 17. Februar 2022.
  • Robert Koch-Institut: Corona-Dashboard und Statistiken zu Todeszahlen
  • Twitter-Account Stefan Kluge
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