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Corona-Impfung: Deutlich mehr schwere Komplikationen als bekannt


Deutlich mehr schwere Komplikationen als bekannt

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 05.05.2022Lesedauer: 3 Min.
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Corona-Impfung (Symbolbild): Eine Studie untersucht jetzt mögliche Nebenwirkungen.
Corona-Impfung (Symbolbild): Eine Studie untersucht jetzt mögliche Nebenwirkungen. (Quelle: Wolfgang Maria Weber/imago-images-bilder)
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Schwere Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen gibt es offenbar deutlich öfter, als Medizinern bisher bekannt war. Eine Studie deutscher Forscher beschäftigt sich mit der Thematik und kommt zu bedeutenden Erkenntnissen.

Wer an sich nach einer Corona-Impfung Nebenwirkungen bemerkt, kann dies an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) melden. Die Wissenschaftler dort geben regelmäßig einen Überblick über Zahlen und Daten zu möglichen Nebenwirkungen bei einer Impfung mit den neuen Vakzinen. Zusätzlich untersucht eine Studie an der Berliner Charité nun das Thema.


Corona: Auf diese Impfreaktionen sollten Sie sich einstellen

Wie bei jeder anderen Impfung auch kann es nach der Verabreichung der Corona-Impfstoffe zu Impfreaktionen und anderen Nebenwirkungen kommen. Von diesen Beschwerden berichten Betroffene am häufigsten.
Die häufigste Impfreaktion sind Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle – auch als "Covid-Arm" bekannt.
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In einem MDR-Bericht fordert der Leiter der Studie, Professor Harald Matthes, nun mehr Anlaufstellen für Betroffene und spricht von überraschend hohen Zahlen.

Impfnebenwirkungen ähnlich wie Long Covid?

Viele Ungeimpfte wollen sich nicht impfen lassen, weil sie Angst vor den Nebenwirkungen oder auch Langzeitfolgen der Corona-Impfung haben. Wissenschaftler sind sich bisher einig, dass die Nebenwirkungen selten und in den meisten Fällen nicht schwerwiegend sind, sodass der Nutzen der Impfung deutlich überwiegt.

Trotzdem zeigen die Zahlen, dass schwere Nebenwirkungen zwar sehr selten sind, aber vorkommen. "Viele Krankheitsbilder, die man von 'Long Covid' kennt, entsprechen denen, die als Impfnebenwirkungen auftreten", zitiert der MDR Harald Matthes.

Matthes sagt demzufolge auch, dass die Zahl schwerer Komplikationen nach Covid-Impfungen 40-mal höher liege, als vom Paul-Ehrlich-Institut bisher erfasst. Daher fordert er mehr Anlaufstellen für Patienten.

Was steckt hinter der Charité-Studie?

Die Studie "Sicherheitsprofil von Covid-19-Impfstoffen" (kurz "ImpfSurv") läuft bereits seit rund einem Jahr an der Berliner Charité. Die Wissenschaftler untersuchen dabei die Wirkungen und Nebenwirkungen der verschiedenen Vakzine. Dazu befragen sie rund 40.000 Geimpfte in regelmäßigen Abständen.

Schließlich kommt die Studie laut MDR zu dem Zwischenergebnis, dass acht von 1.000 Geimpften mit schweren Nebenwirkungen kämpfen. "Die Zahl ist nicht überraschend", so Matthes: "Sie entspricht dem, was man aus anderen Ländern, wie Schweden, Israel oder Kanada kennt. Übrigens hatten selbst die Hersteller der Impfstoffe in ihren Studien bereits ähnliche Werte ermittelt."

Gegenüber "focus.de" erklärte Matthes bereits vor einigen Wochen, wieso dem PEI weniger Impfnebenwirkungen gemeldet werden: "Wir wissen, dass wir in Deutschland auch schwere Arzneimittelwirkungen nicht sehr gut melden, dass wir also ein Underreporting haben. Das hat etwas mit der Ärzteschaft zu tun. Die Ärzte sind zwar gesetzlich zur Meldung verpflichtet, aber es macht eben viel Arbeit und wird deshalb oft nicht so ausgeführt, wie man es sich wünschen würde."

Das PEI berichtet aktuell von 0,2 Meldungen schwerwiegender Impfkomplikationen pro 1.000 Impfungen.

Was bedeuten "schwere Nebenwirkungen"?

Schwere Nebenwirkungen müssen dabei nicht immer besonders schwerwiegend sein, darunter fallen alle Symptome, die über Wochen oder Monate anhalten und letztlich medizinisch behandelt werden müssen. Das können demnach Muskel- oder Gelenkschmerzen sein, aber auch Herzmuskelentzündungen, überschießende Reaktionen des Immunsystems oder neurologische Störungen.

"Die meisten, auch schweren Nebenwirkungen, klingen nach drei bis sechs Monaten ab, 80 Prozent heilen aus. Aber es gibt auch leider welche, die deutlich länger anhalten", berichtet Professor Matthes dem MDR.

Therapie-Angebote und Diskussion schaffen

Wegen der hohen Zahlen fordert Matthes nun, dass es Therapieangebote und Diskussionsmöglichkeiten geben müsse, ohne dass jemand als Impfgegner gelte. Zudem müsste mehr Verständnis für Betroffene geschaffen werden, Ärzte müssten darauf vorbereitet werden, entsprechende Symptome auch als mögliche Impfnebenwirkungen in Betracht zu ziehen.

Es gebe bereits einige Einrichtungen, die die Erstversorgung von Patienten mit Impfkomplikationen übernehmen könnten: "Wir haben bereits mehrere Spezialambulanzen zur Behandlung der Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung", erklärt Prof. Matthes.

Was hilft bei Impfnebenwirkungen?

"Häufig ist das Vorhandensein zu vieler Autoantikörper im Blutplasma der Betroffenen die Ursache des Problems", erläutert der Arzt. Deshalb müsse zunächst der Anteil dieser Antikörper ermittelt werden, damit sie im Anschluss medikamentös oder durch eine spezielle Blutwäsche aus dem Blut entfernt werden könnten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • mdr.de: "Charité-Forscher fordert Ambulanzen für Impfgeschädigte", 3. Mai 2022.
  • focus.de: "Charité-Forscher fordert Ambulanzen für Impfgeschädigte - wo Betroffene Hilfe finden", 5. Mai 2022.
  • Paul-Ehrlich-Institut
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