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"Die Durchseuchung findet gerade statt"

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 31.07.2022Lesedauer: 4 Min.
Überfüllte U-Bahn in Berlin: Weiterhin werden in Deutschland hohe Infektionszahlen gemeldet.
Überfüllte U-Bahn in Berlin: Weiterhin werden in Deutschland hohe Infektionszahlen gemeldet. (Quelle: Jürgen Held/imago-images-bilder)
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Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sinkt leicht. Ist das die Kehrtwende? Ein Experte erklärt, wann die Sommerwelle bricht.

Die Omikron-Variante BA.5 hat Deutschland weiter fest im Griff. Die Infektionszahlen sind für die Sommermonate ungewöhnlich hoch, denn diese Corona-Mutante ist die bislang ansteckendste.


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Wie viel Durchseuchung brauchen wir, bis die Welle bricht? Der Epidemiologe Markus Scholz gibt im Gespräch mit t-online eine Einschätzung, wann mit der Herbstwelle zu rechnen ist und wann die nächste Corona-Impfung nötig werden könnte.

t-online: Herr Scholz, wann endet diese Sommerwelle?

Markus Scholz: Wir gehen davon aus, dass sich die Welle im August abflacht.

Und dann starten wir in die Herbstwelle?

Sicher nicht nahtlos, aber im Herbst werden wir sicher auch wieder mehr Infektionen sehen, da wir uns wieder verstärkt in Innenräumen aufhalten. Wobei die beste Option sein würde, wenn uns BA.5 als vorherrschende Variante erhalten bliebe.

Weil sie mildere Krankheitsverläufe zeigt?

Vor allem, weil wir schon eine erhebliche Immunität dagegen aufgebaut haben. Anhand von Hospitalisierungsraten in Ländern mit weniger Impfungen sehen wir, dass BA.5 nicht wesentlich schwächer ist.

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Vielmehr sind wir stärker geworden – durch Impfungen und vorherige Infektionen haben wir eine bessere Grundimmunität in der Bevölkerung. Daher erscheint uns diese Variante nur harmloser.

Prof. Markus Scholz
Prof. Markus Scholz (Quelle: Universität Leipzig, Fotograf: Christian Hüller)


Markus Scholz ist Epidemiologe an der Universität Leipzig und forscht dort zur weiteren Entwicklung der Pandemie

Nun sehen wir derzeit einen relativ hohen Stand der täglichen Neuinfektionen – und die Dunkelziffer ist da noch nicht eingerechnet. Wie hoch, schätzen Sie, sind die Zahlen wirklich?

Es ist davon auszugehen, dass es zwischen drei- bis fünfmal so viele Infektionen gibt als die, die gemeldet werden. Aufgrund der verringerten Testhäufigkeit gehen wir auch davon aus, dass aktuell im Wesentlichen nur noch die symptomatischen Fälle erfasst werden und selbst die nicht mehr vollständig.

Bei einer so hohen Rate: Müssten wir dann nicht bald alle durchseucht sein und das Virus fände – zumindest in dieser Variante – keine neuen Wirte mehr?

Ja, man erkennt bereits ein Abflauen der Welle. Dies weist darauf hin, dass eine Durchseuchung stattfindet.

Dann sind wir vor dem Herbst mehr oder weniger alle durchseucht mit BA.5?

Unser Modell sagt einen kontinuierlichen Rückgang für die nächsten Wochen voraus. Zwar werden die Ausbreitungsbedingungen für das Virus im Herbst wieder besser, dennoch rechnen wir nicht mit einer Herbstwelle aufgrund dieser Variante. Vielmehr ist jedoch mit einer neuen Variante zu rechnen.

Der Kassenärzte-Chef Gassen und Teile der FDP fordern, die Isolationspflicht für positiv Getestete aufzuheben. Was halten Sie davon?

Das halte ich für keine gute Idee. Das Virus ist zwar inzwischen für uns aufgrund der Immunisierung harmloser geworden, ist aber auch viel ansteckender als beispielsweise die Grippe.

Wir haben jetzt im Sommer ungewöhnlich hohe Infektionszahlen – trotz der günstigen Witterung. Und da wir aktuell im Wesentlichen nur symptomatische Infektionen erfassen, sind diese Menschen wirklich krank und sollten zu Hause bleiben und sich isolieren. Die Möglichkeit des Freitestens bei Symptomlosigkeit besteht ja.

Wir sehen derzeit eine sehr unterschiedliche Verteilung der Infektionen. Im Osten zum Beispiel gibt es eine niedrigere Quote. Wie kommt das?

Das hat auch damit zu tun, welche Vorinfektionen es gab. Denn diese schützen eine Weile vor einer Neuinfektion. Wo es also vor Kurzem bereits starke Wellen gab, sind die Zahlen meist niedriger – trotz neuer Varianten. Das sehen wir auch im internationalen Vergleich. Abgesehen davon spielt natürlich auch eine Rolle, wie viel getestet wird.

Die Regierung arbeitet derzeit ein Konzept für den Herbst aus. Ein Punkt scheint zu sein, die 1G-Regel für Großveranstaltungen wieder einzuführen, dann dürften nur noch Getestete teilnehmen. Ist das sinnvoll?

Das ist sicher eine Möglichkeit, um Super-Spreading-Ereignisse möglichst zu vermeiden, auch wenn die Aussagekraft negativer Tests leider begrenzt ist. Bei hohen Infektionszahlen scheitert diese Strategie.

Was wäre hilfreicher?

Generell brauchen wir im Herbst eine neue Teststrategie. Schüler sollten mindestens einmal pro Woche getestet werden – vor allem vor dem Wochenende, wenn sie zum Beispiel ihre Großeltern besuchen oder viele andere private Kontakte haben. Schulen sind ein Hauptumschlagplatz für das Virus, von hier aus gelangt es in die Erwachsenen- und auch die vulnerablen Gruppen. Auch wenn das nicht gern gehört wird. Ich würde sogar dafür plädieren, in Schulen zwei- bis dreimal in der Woche zu testen und auch in Betrieben mit vielen Kontakten. Gleichzeitig sollte aber eine schnelle Freitestmöglichkeit bestehen, falls die Infektion symptomlos bleibt.

Und brauchen wir eine neue Impfstrategie?

Ich gehe davon aus, dass es eine neue Impfkampagne geben wird. Letztlich werden wir uns darauf einstellen müssen, dass wir zum Herbst hin jährlich eine neue Impfung brauchen – ähnlich wie bei der Grippe. Die Todesrate des Coronavirus ist vergleichbar mit der bei Grippe, doch dieses Virus ist eben viel ansteckender, sodass jährliche Auffrischungsimpfungen zumindest für die vulnerablen Gruppen sinnvoll sein könnten.

Herr Scholz, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Laura Stresing, Cem Özer, Sandra Simonsen
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