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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Was Sie ĂŒber Schwangerschaftsdiabetes wissen sollten

Von dpa-tmn, cch

Aktualisiert am 22.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Eine Schwangere lĂ€sst ihre Blutzuckerwerte testen: Schwangerschaftsdiabetes kann unbehandelt zu Komplikationen fĂŒhren.
Eine Schwangere lĂ€sst ihre Blutzuckerwerte testen: Schwangerschaftsdiabetes kann unbehandelt zu Komplikationen fĂŒhren. (Quelle: Halfpoint/getty-images-bilder)
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Schwangerschaftsdiabetes, in der Fachsprache Gestationsdiabetes genannt, zĂ€hlt zu den hĂ€ufigsten Erkrankungen wĂ€hrend der Schwangerschaft. Auch fĂŒr das Kind bleibt der Diabetes der Mutter nicht immer ohne Folgen.

Die HormonverĂ€nderungen wĂ€hrend der Schwangerschaft können einen Anstieg des Blutzuckerspiegels auslösen. Vereinfacht gesagt: Vor allem im spĂ€teren Schwangerschaftsverlauf sorgen bestimmte Hormone dafĂŒr, dass im Körper mehr Glukose (Zucker) bereitgestellt wird. Dann muss die BauchspeicheldrĂŒse vermehrt Insulin ausschĂŒtten, um den Blutzuckerspiegel zu senken und die Glukose in die Zellen zu transportieren. Wenn die BauchspeicheldrĂŒse nicht genug Insulin produzieren kann, bleibt der Blutzuckerspiegel zu hoch.

Risikofaktoren fĂŒr die Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes

Ein erhöhtes Risiko fĂŒr Schwangerschaftsdiabetes haben Frauen mit den folgenden Faktoren:

  • Übergewicht
  • Alter ĂŒber 30 Jahren
  • familiĂ€re Vorbelastung mit Diabetes-Typ-2
  • Schwangerschaftsdiabetes wĂ€hrend einer frĂŒheren Schwangerschaft
  • massive Gewichtszunahme wĂ€hrend der Schwangerschaft
  • vorherige Geburt eines Kindes mit mehr als 4000 Gramm Geburtsgewicht
  • eigenes Geburtsgewicht ĂŒber 4000 Gramm
  • mehrere Fehlgeburten

So wirkt sich Schwangerschaftsdiabetes auf Mutter und Kind aus

Oft geht Schwangerschaftsdiabetes bei der werdenden Mutter mit Bluthochdruck und zu hoher Eiweißkonzentration im Urin einher, die Harnwegsinfektionen begĂŒnstigt. Das Ungeborene bekommt ĂŒber die Plazenta und Nabelschnur einen Überschuss an Kohlenhydraten und nimmt ĂŒbermĂ€ĂŸig an Gewicht zu. Außerdem gleicht es den hohen Zuckerspiegel durch vermehrte Insulinproduktion aus.

Trotz des rapiden Wachstums im Mutterleib kommt es zu Reifestörungen insbesondere bei der Entwicklung der Lunge. Das erhöhte Gewicht des Ungeborenen begĂŒnstigt Schwangerschaftsbeschwerden, FrĂŒhgeburten und Geburtskomplikationen. Zudem hat das Kind spĂ€ter ein stark erhöhtes Risiko fĂŒr Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Blutzucker-Suchtest gehört zur Schwangerschaftsvorsorge

Symptome eines Schwangerschaftsdiabetes sind zum Beispiel viel Durst, hĂ€ufige ToilettengĂ€nge oder ein ungewöhnlich großes Baby. Trotzdem bleibt ein Schwangerschaftsdiabetes oft unbemerkt. Deshalb gehört ein Blutzucker-Suchtest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche inzwischen zu den Vorsorgeuntersuchungen, die von der Krankenkasse bezahlt werden. ZunĂ€chst wird der Blutzuckerspiegel der Schwangeren nach der Gabe einer zuckerhaltigen Lösung gemessen. Wenn das Ergebnis auffĂ€llig ist, folgt ein weiterer Test, bei dem der Blutzuckerspiegel zunĂ€chst nĂŒchtern und dann ein und zwei Stunden nach Aufnahme von 75 Gramm Glukose gemessen wird.

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FĂŒr die Diagnosestellung gelten folgende Grenzwerte:

  • nĂŒchtern: 92 mg/dl (5,1 nmol/l)
  • nach einer Stunde: 180 mg/dl (10 nmol/l)
  • nach zwei Stunden: 155 mg/dl (8,5 nmol/l)

Wenn einer der Werte ĂŒberschritten wird, ist ein Schwangerschaftsdiabetes vorhanden.

Die ErnÀhrung muss umgestellt werden

Schwangerschaftsdiabetes muss umgehend behandelt werden. In den meisten FĂ€llen lassen sich die erhöhten Blutzuckerwerte durch ErnĂ€hrungsumstellung und ausreichend Bewegung normalisieren. Betroffene sollten auf sĂŒĂŸe Limonaden und FruchtsĂ€fte sowie weißmehlhaltige Lebensmittel verzichten und stattdessen ballaststoffreiche Nahrung in mehreren kleinen Portionen zu sich nehmen. Außerdem ist Bewegung sehr wichtig.

Auch wenn Übergewicht ein Grund fĂŒr Schwangerschaftsdiabetes sein kann, sollte auf eine Gewichtsabnahme wĂ€hrend der Schwangerschaft verzichtet werden, da das Kind genĂŒgend Energie zum Wachsen benötigt. Eine dauerhafte Reduktion ist wĂ€hrend der Stillzeit möglich. Hierbei fĂ€llt das Abnehmen besonders leicht, da ein Teil der aufgenommenen Energie an das Neugeborene abgegeben wird.

Schwangerschaftsdiabetes durch Insulin therapieren

Falls die Umstellung der ErnĂ€hrung nicht ausreicht und die Zuckerwerte trotz der Maßnahmen etwa nach dem Essen ungewöhnlich lange hoch bleiben, ist eine Insulintherapie nötig. HĂ€ufig reicht es aus, dem Körper vor den Mahlzeiten kleine Mengen an kurzwirksamen Insulin zuzufĂŒhren. In einigen FĂ€llen kann das kurzwirksame zusĂ€tzlich durch ein langwirksames Insulin ergĂ€nzt werden. Es wird morgens und abends gespritzt und deckt den Basisbedarf des Hormons.

Eine zu hohe Dosierung kann eine Unterzuckerung und somit schwerwiegende Folgen fĂŒr das Kind haben. Die Mutter sollte daher umfassend vom Arzt informiert und geschult sein, um die richtige Dosis zu wĂ€hlen.

Bislang ist nicht geklĂ€rt, ob die ZufĂŒhrung von antidiabetischen Medikamenten negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft hat. Die orale Einnahme in Tablettenform ist daher nicht zugelassen. In einigen LĂ€ndern ist der Wirkstoff Metformin erlaubt, wird in Deutschland jedoch nur in AusnahmefĂ€llen und nach ausreichender AufklĂ€rung verabreicht.

Studie: Jede zweite Betroffene bekommt spÀter Typ-2-Diabetes

Auch wenn sich der Blutzuckerspiegel bei der Mutter nach der Entbindung wieder im Normbereich eingependelt hat, sollte sie die Werte regelmĂ€ĂŸig kontrollieren lassen, rĂ€t die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DGG). Hintergrund der Empfehlung ist eine Studie aus SĂŒdkorea, die im "Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism" veröffentlicht wurde. Demnach bekommt jede zweite Frau mit Schwangerschaftsdiabetes innerhalb von acht Jahren nach der Geburt Diabetes vom Typ 2. Vergleichbare Ergebnisse haben Forscher fĂŒr Deutschland ermittelt.

Vorbeugen: So lĂ€sst sich das Risiko fĂŒr Diabetes senken

Sinnvoll sei ein erster Test sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt. Wenn der Wert nicht auffĂ€llig ist, reichen weitere Kontrollen jedes zweite oder dritte Jahr. So kann eine drohende Erkrankung frĂŒhzeitig erkannt werden. Dennoch ist Typ-2-Diabetes kein unabwendbares Schicksal. Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, die ihr Kind stillen, haben ein um 40 Prozent verringertes Risiko. Außerdem wirken eine gesunde, ausgewogene ErnĂ€hrung und ein normales Körpergewicht vorbeugend.

Um einem Schwangerschaftsdiabetes vorzubeugen, gelten die gleichen Regeln. Wenn Sie stark ĂŒbergewichtig sind, können Sie möglicherweise dem Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen und ihn verhindern, indem Sie sich von Beginn an ausgewogen ernĂ€hren, sich viel bewegen und versuchen, wĂ€hrend der Schwangerschaft nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig zuzunehmen. Essen Sie viele Vollkornprodukte, Obst und GemĂŒse.

Nach einer Studie von Wissenschaftlern der University of London, die im "British Medical Journal" erschien, hatten Schwangere mit einer kalorienreduzierten ErnÀhrung ein um 60 Prozent geringeres Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, als eine Kontrollgruppe.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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