Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr fĂŒr Sie ĂŒber das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Ambrosia-Alarm: Diese BundeslÀnder sind betroffen

Von t-online, ron

Aktualisiert am 25.04.2022Lesedauer: 6 Min.
BeifußblĂ€ttriges Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia): Die allergieauslösende Pflanze vermehrt sich in Europa stark.
BeifußblĂ€ttriges Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia): Die allergieauslösende Pflanze vermehrt sich in Europa stark. (Quelle: Waldemar Boegel/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextNach Pokalfinale: Tedesco attackiert FreiburgSymbolbild fĂŒr einen TextSĂ€nger entdeckt Tumor im HalsSymbolbild fĂŒr einen TextWeitere Gewitter drohenSymbolbild fĂŒr einen TextSoldat plante offenbar AnschlĂ€geSymbolbild fĂŒr einen TextGeisterfahrerin stirbt bei KollisionSymbolbild fĂŒr einen TextCannes feiert Elvis Presleys EnkelinSymbolbild fĂŒr einen TextAffenpocken: WHO fordert MaßnahmenSymbolbild fĂŒr einen TextMusiker sagt kurzfristig "Fernsehgarten" abSymbolbild fĂŒr einen TextPSG: Trainer-Sensation mit Löw?Symbolbild fĂŒr einen TextDiese Fliegengitter halten Insekten fernSymbolbild fĂŒr einen Watson Teaser"Let's Dance"-Juror tritt gegen Promi nach

Sie vermehrt sich in Bayern immer stÀrker: die Ambrosia. Nun droht das allergieauslösende Kraut sich auch im Rest Deutschlands auszubreiten. t-online sagt, welche BundeslÀnder betroffen sind.

Das Wichtigste im Überblick


  • Baden-WĂŒrttemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • ThĂŒringen

Die Pollen der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), auch Ambrosia genannt, zĂ€hlen zu den stĂ€rksten Allergieauslösern. Sie können zu Heuschnupfen oder gar zu schwerem Asthma fĂŒhren. Und das Schlimme: Jetzt im Juli beginnt die Pflanze zu blĂŒhen. In dieser Phase leiden viele Allergiker am meisten.


Foto-Show: Das Unkraut Ambrosia erkennen und bekÀmpfen

Das Unkraut Ambrosia erkennen und bekÀmpfen.
Das Unkraut Ambrosia erkennen und bekÀmpfen.
+4

Bayern ist momentan von der Ambrosia-Plage am stĂ€rksten betroffen. Die Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) warnte am Montag ausdrĂŒcklich vor der Pflanze, als sie einen Ambrosia-Bestand in GeorgensgmĂŒnd im Landkreis Roth besichtigte.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Lautes Schweigen: Bundesliga gratuliert Leipzig nicht
Einsamer Gewinner: Leipzigs Trainer Domenico Tedesco mit dem DFB-Pokal.


Nun sind Allergiker in anderen BundeslĂ€ndern beunruhigt, ob sich in ihrer NĂ€he die Ambrosia auch so stark vermehrt. Deshalb hat t-online.de beim Julius KĂŒhn-Institut (JKI) nachgefragt – denn was das Robert Koch-Institut (RKI) fĂŒr Fragen rund um das Coronavirus ist, ist das JKI fĂŒr alle Infos rund um Ambrosia. Es informiert ĂŒber Risiken durch Ambrosia artemisiifolia und berĂ€t die BundeslĂ€nder.

BundeslÀnder erfassen Ambrosia unterschiedlich

"Es gibt in Deutschland weiterhin keine gesetzliche Verpflichtung zum Umgang mit der Art. Deshalb gehen die BundeslÀnder sehr unterschiedlich mit Ambrosia um und erfassen die BestÀnde mit unterschiedlicher IntensitÀt", sagt Uwe Starfinger auf Anfrage von t-online.

Insgesamt ergebe sich das Bild, dass die Art sich weiter ausbreite. Und: "Es gibt weiter eine Konzentration auf die sĂŒdlichen BundeslĂ€nder und besonders auf das sĂŒdöstliche Brandenburg", erklĂ€rt Starfinger.

t-online.de wollte es genau wissen und hat bei den zustÀndigen Behörden der einzelnen BundeslÀnder nachgefragt.

Baden-WĂŒrttemberg

Zwar liegen keine aktuellen Zahlen fĂŒr 2020 vor, doch eine Erstfunde-Karte der Landesanstalt fĂŒr Umwelt Baden-WĂŒrttemberg zeigt in den Jahren 2011 bis 2018 einen enormen Anstieg. Betroffen sind besonders die grenznahen nordwestlichen Landkreise. Hotspots sind zudem Gebiete um Stuttgart und TĂŒbingen sowie der SĂŒdwesten des Bundeslandes.

Bayern

Im Freistaat breitet sich die gesundheitsgefĂ€hrdende Allergiepflanze am stĂ€rksten aus. "Bei den Untersuchungen im Jahr 2019 wurden 45 neue große Ambrosia-BestĂ€nde gefunden, sodass die Gesamtzahl der erkannten großen BestĂ€nde auf 509 anstieg", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Nachrichtenagentur dpa. Die Dunkelziffer dĂŒrfte deutlich höher liegen. Roth sei der mit am stĂ€rksten betroffene Landkreis in Bayern. 34 große BestĂ€nde mit jeweils mehr als 100 Pflanzen wurden seit 2007 dort entdeckt.

Berlin

Ambrosia-Funde werden seit 2009 im sogenannten Berlin-Brandenburger Ambrosia-Atlas registriert. Genaue Zahlen fĂŒr die Hauptstadt liegen allerdings nicht vor.

Brandenburg

Das östliche Bundesland sei neben Bayern am stĂ€rksten von Ambrosia betroffen, sagt Matthias Hoffmann. "Die Landkreise Spree-Neiße sowie Oberspreewald-Lausitz in SĂŒdbrandenburg sind Schwerpunkt mit einem sogenannten Hauptverbreitungsgebiet", erklĂ€rt der Koordinator fĂŒr Ambrosia-BekĂ€mpfung. Nördlich von Berlin gebe es kaum Vorkommen.

Im Berlin-Brandenburger Ambrosia-Atlas seien seit 2009 genau 2.127 Funde fĂŒr Brandenburg festgestellt worden. Davon allein 125 in diesem Jahr.

Um Ambrosia zu bekĂ€mpfen, hat das Land Brandenburg im Jahr 2020 erstmalig finanzielle Mittel in Höhe von 500.000 Euro zur VerfĂŒgung gestellt.

Bremen

FĂŒr den Aufbau eines eigenstĂ€ndigen Ambrosia-Monitorings sei im Land Bremen bisher kein Bedarf gesehen worden, erklĂ€rt die Pressestelle der Senatorin fĂŒr Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz auf Anfrage von t-online.de. Habe jemand Fragen rund um die Ambrosia-Pflanze, könne er sich an den Pflanzenschutzdienst des Landes wenden. Fragen beantworte auch das mit der Pflege des stĂ€dtischen GrĂŒns betraute Personal des Umweltbetriebs Bremen.

Solche Anfragen seien in den letzten Jahren beim Pflanzenschutzdienst nur vereinzelt eingegangen, erklÀrt die Behörde. Bei nachfolgenden Besichtigungen konnte sich in keinem Fall der Verdacht auf Ambrosia bestÀtigen.

Hamburg

Laut der Behörde fĂŒr Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) wird in der Hansestadt die Ambrosia-Ausbreitung nicht beobachtet. Deshalb gebe es auch keine belastbaren Zahlen. Das bestĂ€tigt auch das Hessische Landesamt fĂŒr Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf Anfrage.

Hessen

Thorsten Haas, stellvertretender Pressesprecher des RegierungsprĂ€sidiums Gießen, sagt auf Anfrage von t-online.de, dass in Hessen zum jetzigen Zeitpunkt kein Ambrosia-Monitoring durchgefĂŒhrt werde.

Mecklenburg-Vorpommern

Laut dem Landesamt fĂŒr Gesundheit und Soziales wird die Ambrosia-Ausbreitung in Mecklenburg-Vorpommern derzeit nicht beobachtet.

Niedersachsen

Laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen habe es in dem Bundesland in den vergangenen zehn Jahren nur wenige grĂ¶ĂŸere Ambrosia-Funde gegeben. Im Jahr 2019 waren es nur zwei Funde mit weniger als 100 Pflanzen. In diesem Jahr seien noch keine Meldungen registriert worden, erklĂ€rt Goßswinth Warnecke-Busch von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf Anfrage von t-online.de.

Ein Monitoring oder Maßnahmen wie in Bayern, Sachsen oder Berlin werden in Niedersachsen aufgrund des geringen Auftretens von Ambrosia artemisiifolia bisher noch nicht durchgefĂŒhrt. "Unsere wenigen Funde werden beobachtet, beseitigt und dem Julius KĂŒhn-Institut gemeldet", sagt Warnecke-Busch.

Nordrhein-Westfalen

Laut des nordrhein-westfĂ€lischen Landesamts fĂŒr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LAGUV) gibt es seit dem Jahr 2007 ein zentrales Melderegister in dem Bundesland. Jedem gemeldeten Ambrosia-Fund werde seitens der Behörden nachgegangen, bestĂ€tigt das LAGUV auf Anfrage von t-online.de. Folgende Ambrosia-Vorkommen wurden seit 2014 registriert:

  • 13 Funde: weniger als 10 Exemplare
  • 7 Funde: zwischen 10 und 100 Exemplaren
  • 7 Funde: mehr als 100 Exemplare

Rheinland-Pfalz

In dem Bundesland wird die Ambrosia-Ausbreitung beobachtet. Der vom Landesumweltministerium beauftragte Naturschutzverein Pollichia ĂŒbernimmt seit 2014 das entsprechende Monitoring. Projektleiter Johannes Mazomeit erklĂ€rt auf Anfrage von t-online.de, dass der Verein die Ambrosia-BestĂ€nde erfasse, Ambrosia-Meldungen von BĂŒrgern ĂŒberprĂŒfe und an der BekĂ€mpfung der Giftpflanze mitarbeite.

Straßennetz

Besonders viele Ambrosia-Funde gebe es an der Bundesstraße B9 zwischen Germersheim und Frankenthal mit Schwerpunkt im Bereich Speyer. Auch an einigen von der B9 abgehenden Landes- und Kreisstraßen befĂ€nden sich Ambrosia-BestĂ€nde. DarĂŒber hinaus gebe es aber auch an einigen Straßenabschnitten im PfĂ€lzerwald (A6) sowie vereinzelt an Bundesstraßen Ambrosia-BestĂ€nde.

WildÀsungsflÀchen

Insbesondere im PfĂ€lzerwald, zum Teil auch im Bienwald – in einem Bereich auch bei Boppard/Mittelrhein – bestehen laut Pollichia einige Ambrosia-BestĂ€nde auf sogenannten ÄsungsflĂ€chen fĂŒr Wildtiere. Diese werden seit Jahren kontinuierlich bekĂ€mpft.

AckerflÀchen

SchwerpunktmĂ€ĂŸig auf den sandigen AckerflĂ€chen in der Vorderpfalz zwischen Lambsheim und Weisenheim am Sand sowie im Raum Jockgrim kommen grĂ¶ĂŸere Ambrosia-BestĂ€nde vor.

Neubaugebiete

In den letzten Jahren seien MassenbestÀnde im Bereich von zwei in Entstehung befindlichen Neubaugebieten entdeckt worden.

Hochspannungsleitungstrassen

Auf Hochspannungstrassen und Schneisen im Bellheimer Wald und PfĂ€lzerwald seien Ambrosia-BestĂ€nde bekannt. Zum Teil wĂŒrden diese auch als WildĂ€sungsflĂ€chen genutzt.

"Daneben gibt es weitere Beobachtungen von meist kleineren Ambrosia-BestÀnden in GÀrten und im Siedlungsbereich, auf Deponien sowie AbgrabungsflÀchen oder Pferdekoppeln", sagt Mazomeit.

Loading...
Loading...
Loading...

Saarland

Das Bundesland bleibe bisher von einer Ambrosia-Plage verschont. Weder im vergangenen Jahr noch fĂŒr dieses Jahr deuteten sich Probleme an, sagt Damian MĂŒller vom saarlĂ€ndischen Ministerium fĂŒr Umwelt und Verbraucherschutz auf Anfrage von t-online.de.

Sachsen

Im Freistaat gebe es zurzeit kein Ambrosia-Monitoring, erklĂ€rt das SĂ€chsische Staatsministerium fĂŒr Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) auf Anfrage von t-online.de. Demzufolge seien auch keine verlĂ€sslichen Angaben zur Anzahl von Ambrosia-Vorkommen zu machen.

Die Behörde weist aber darauf hin, dass BĂŒrger einzelne Fundorte melden können. Unter www.gesunde.sachsen.de können sie hierfĂŒr einen sogenannten Meldebogen downloaden. Diese Informationen leitet die Behörde dann an das jeweils zustĂ€ndige Gesundheitsamt weiter, in dem je nach Fundstelle und BesitzverhĂ€ltnis die fachgerechte Entfernung und Entsorgung der Ambrosiapflanzen veranlasst wird.

Aufgrund der Meldungen könne bislang aber nicht von einer deutlichen Zunahme der Ambrosia in Sachsen gesprochen werden, sagt Theresa Schmotz vom SMS. Aber: "Ein regionaler Schwerpunkt bildet aufgrund der Boden- und KlimaverhÀltnisse die Region Ostachsen."

Sachsen-Anhalt

Laut der Landesanstalt fĂŒr Landwirtschaft und Gartenbau fĂŒhrt der Pflanzenschutzdienst von Sachsen-Anhalt derzeit keine Ambrosia-Beobachtung durch. In den letzten Jahren seien dort sehr wenige VerdachtsfĂ€lle gemeldet worden, erklĂ€rt das Dezernat Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit auf Anfrage von t-online.de.

Schleswig-Holstein

Laut dem Landesamt fĂŒr Landwirtschaft, Umwelt und lĂ€ndliche RĂ€ume sind zwischen den Jahren 2000 und 2019 genau 95 Fundstellen von Ambrosia artemisiifolia in dem Bundesland dokumentiert wurden. Ein wesentlicher Anteil stamme dabei aus dem Jahr 2007, erklĂ€rt Simon Kellner aus der Abteilung Naturschutz und Forst, nachdem in der Fachzeitschrift "Kieler Notizen zur Pflanzenkunde" ein Artikel mit dem Titel "Verbreitung von Ambrosia artemisiifolia in Schleswig-Holstein" veröffentlicht wurde. Seitdem kommen pro Jahr einige wenige Zufallsfunde hinzu, ergĂ€nzt Kellner. Ein systematisches Ambrosia-Monitoring gebe es in Schleswig-Holstein aber nicht.

ThĂŒringen

Laut dem Landesamt fĂŒr Umwelt, Bergbau und Naturschutz ist in ThĂŒringen die Ambrosia erstmals 1926 nachgewiesen worden. Insgesamt seien in den letzten hundert Jahren aber nur 111 Funde registriert, erklĂ€rt die Behörde auf Anfrage von t-online.de. Schwerpunkte seien die StĂ€dte Erfurt, Weimar, Gera und Jena. Dabei stamme die ĂŒberwiegende Mehrzahl der Funde aus den Jahren nach 1990 (90 Funde). In den letzten zehn Jahren seien nur zehn Funde gemeldet worden. Der letzte stamme aus dem Jahr 2016, erklĂ€rt das Landesamt. Ein Monitoring zu Ambrosia gebe es in ThĂŒringen aber nicht.

Weitere Artikel


Neben Bayern erfassen Berlin und Brandenburg, Baden-WĂŒrttemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Ambrosia-Vorkommen beziehungsweise rufen zur Mitteilung von Funden auf. Wer eine Ambrosia entdeckt, sollte diese umgehend melden.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
CSUCoronavirusDeutschlandEuropaRKITĂŒbingen

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website