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Altglasrecycling: Was in den Container kommt und was nicht

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Recycling  

Was in den Altglascontainer gehört und was nicht

02.07.2018, 14:06 Uhr | rev, vdb, cch, t-online.de, dpa

Altglasrecycling: Was in den Container kommt und was nicht. Altglasrecycling: Viele Verbraucher sind sich nicht sicher, was in einen Altglascontainer gehört und was nicht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/BananaStock)

Altglasrecycling: Viele Verbraucher sind sich nicht sicher, was in einen Altglascontainer gehört und was nicht. (Quelle: BananaStock/Thinkstock by Getty-Images)

Altglas ist der wichtigste Rohstoff für die Produktion neuer Glasverpackungen. Damit es dafür eingesetzt werden kann, bedarf es eines ausgeklügelten Rücknahmesystems. Jeder Verbraucher sollte deshalb wissen, was in den Container gehört und was nicht. Wir klären außerdem, ob die Glasbehälter ausgespült sein müssen und welche Regeln für die Farbsortierung gelten.

Mit Sand, Soda und Kalk wird Glas ausschließlich aus natürlichen Ressourcen hergestellt. Es ist außerdem zu 100 Prozent recyclebar, lässt sich beliebig oft einschmelzen und ohne Qualitätsverlust immer wieder für neue Produkte verwenden. Um sicherzustellen, dass dieser Kreislauf funktioniert, gibt es in Deutschland über 250.000 Altglascontainer, die laut einer Umfrage von Statista 83 Prozent der Haushalte nutzen.

Das gehört in den Altglascontainer

Ob alle Bürger die Sammelcontainer auch stets korrekt befüllen, geht aus den Zahlen nicht hervor. Dafür gilt generell: Glas, das als Verpackung diente, gehört in den Altglascontainer.

Altglas richtig entsorgen: Was in den Container gehört und was nicht

Konkret bedeutet das:

Gehört ins Altglas

Gehört nicht ins Altglas

Getränkeflaschen

Porzellan, Keramik und Steingut

Konservengläser

Glasgeschirr und Trinkgläser

sonstiges Verpackungsglas

Blumentöpfe und Vasen

pharmazeutische Glasbehälter

andere Behälter aus Bleikristall wie Aschenbecher

Flakons aus Glas

Glüh- und Energiesparlampen

Leuchtstoffröhren

Fensterglas

Spiegel

Glasdekoration wie Weihnachtsbaumkugeln

Autoscheiben und -lampen

Monitor- und Fernseherglas

Glaskochfelder (Ceran)

Kaminglas


Lichterketten

Warum dürfen Lichterketten und Trinkgläser nicht in den Container?

Kaputte Lichterketten, Trinkgläser und Glasbehältnisse von Kerzen dürfen nicht im Container fürs Altglas landen. Sie gelten nicht als Verpackung und müssen daher über den Restmüll entsorgt oder direkt auf Wertstoffhöfen abgegeben werden. Darauf weist die Initiative der Glasrecycler hin. Das gilt auch für andere Leuchtmittel mit Glas-Elementen wie Energiesparlampen und LEDs.

Das Glas dieser Gegenstände setzt sich anders zusammen als das Verpackungsglas, außerdem bestehen sie zusätzlich aus nicht recycelbaren Teilen. Beim Recycling und der Produktion von neuen Glasverpackungen können sie zu Störungen führen.

Blaues Glas gehört in den Grünglascontainer

Die Glasverpackungen, die in den Container dürfen, sollten farblich sortiert werden. Kein Problem, wenn es sich um grünes, braunes oder weißes Glas handelt. Wohin aber mit der blauen Prosecco-Flasche oder einem roten Verpackungsglas? Ist das Altglas den Standardcontainern nicht eindeutig zuzuordnen, sind viele Verbraucher ratlos.

Das Umweltbundesamt (UBA) erklärt dazu: "Altglas, das nicht eindeutig in die Farben Weiß, Grün oder Braun einzusortieren ist, muss in den Container für Grünglas geworfen werden, denn diese Fraktion verträgt beim Wiedereinschmelzen den größten Anteil an sogenannten Fehlfarben."

Dass sich das getrennt gesammelte Glas in den Transportfahrzeugen ohnehin wieder vermische, verweist das UBA in das Reich der Mythen. Die Sammelfahrzeuge verfügten über mehrere Kammern mit Trennwänden, sodass die Glasfraktionen voneinander getrennt blieben.

Muss der Deckel ab?

Nach Angaben von "Der Grüne Punkt", Symbol und Betreiber des wichtigsten deutschen Mülltrennungssystems, muss das Altglas zudem vor der Entsorgung "restentleert" sein. Das heißt nicht, dass Konservengläser ausgespült werden müssen, bevor man sie wegschmeißt. Glasverpackungen sollten aber "löffelrein" sein, wenn sie entsorgt werden.

Für die spätere Aufbereitung des Glases müssen auch Deckel und Verschlüsse nicht zwingend entfernt werden. Wünschenswert wäre es aber: "Grundsätzlich gehören die Verschlüsse aus Plastik oder Metall sowie Korken in den gelben Sack oder in die gelbe Tonne", sagt Norbert Völl von "Der Grüne Punkt". Die modernen Glasaufbereitungsanlagen sortierten sie aber aus, wenn sie doch auf der Glasverpackung bleiben. Auch dann werden die Verschlüsse verwertet.

Die schlechteste Variante ist es jedenfalls, den Deckel abzuschrauben und einfach auf den Container zu legen: Das ist Umweltverschmutzung.

Wann darf Glas in den Glascontainer geworfen werden?

Das Einwerfen von Altglas macht viel Lärm. Deshalb gelten bestimmte Einwurfzeiten. Schilder an den Containern weisen darauf hin. In der Regel dürfen Flaschen und Co. werktags nicht vor 7 Uhr und nicht nach 20 Uhr eingeworfen werden.

Was bei der Aufbereitung geschieht

Nach dem Transport wird das Glas in der Aufbereitungsanlage vorsortiert und zerkleinert, informiert "Der Grüne Punkt". Papiersauger und Magnet- oder Wirbelstromscheider trennen dann andere Stoffe wie Papier oder Metall von den Glasscherben, bevor sie im nächsten Schritt gesiebt und Fehlfarben sowie sonstige Fremdstoffe aussortiert werden.

Schließlich werden die Glasgranulate mit Soda, Kalk und Sand eingeschmolzen – also mit den Bestandteilen, aus denen das Glas ursprünglich hergestellt wurde. Eine Blasmaschine formt daraufhin die erhitzte Rohmasse zu neuen Glasflaschen und Behältergläsern.

Altglasrecycling spart Energie

Die Wiederverarbeitung von Glasscherben schont die natürlichen Rohstoffressourcen. Daneben reduziert es aber auch den Energieverbrauch. Dem Bundesverband der Glasindustrie (BV Glas) zufolge verringert sich die für den Schmelzprozess aufgebrachte Energie pro zehn Prozent Scherbeneinsatz um drei Prozent.

Laut dem Verband recycelt Deutschland jährlich etwa zwei Millionen Tonnen Altglas. Damit werden knapp 90 Prozent der verkauften Glasverpackungen wiederverwertet.

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