t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon

Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
Such Icon
HomeLebenAktuelles

Preise von Olivenöl: Ernteausfall könnte in Deutschland spürbar sein


Preise für Olivenöl steigen weiter

Von t-online, ktz

Aktualisiert am 21.09.2023Lesedauer: 3 Min.
Flüssiges Gold: Durch extremes Wetter wird Olivenöl knapper.Vergrößern des BildesFlüssiges Gold: Durch extremes Wetter wird Olivenöl knapper. (Quelle: IMAGO / Panthermedia)
Auf Facebook teilenAuf x.com teilenAuf Pinterest teilenAuf WhatsApp teilen

Die Preise für Olivenöl sind zuletzt stark gestiegen. Die anhaltende Dürre in den Anbauregionen könnte bald auch in deutschen Supermarktregalen zu spüren sein.

Auch 2023 ächzte Spanien unter einem heißen Sommer. Das hat nicht nur Folgen für die Menschen, sondern auch für ein Grundnahrungsmittel – Olivenöl. Für spanische Verbraucher haben sich die Preise für einen Liter des Speiseöls bereits verdoppelt. Auch für Deutschland sehen Branchenbeobachter einen Trend.

Olivenölpreis in Spanien hat sich verdoppelt

Seit mehreren Jahren verzeichnen die Mittelmeerstaaten massive Ernteeinbußen durch anhaltende Dürren oder Starkregen. Entweder ist es zu heiß oder zu feucht. Spanien ist mit einem Anteil von 45 Prozent der weltgrößte Olivenöl-Exporteur und leidet besonders unter dem Extremwetter. Das Land erlebte dieses Jahr zum dritten Mal in Folge den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Ernteerträge brachen allein 2023 um 50 Prozent ein – von 1,3 bis 1,5 Millionen Tonnen auf knapp 610.000 Tonnen.

Bis zu zehn Euro müssen Spanier für eine Flasche Olivenöl derzeit im Supermarkt zahlen. Der Preis ist somit allein zum Vorjahr um 111 Prozent gestiegen. Die Krise wird zusätzlich dadurch verschärft, weil 70 Prozent des gewonnenen Olivenöls für den Export bestimmt sind. Der Staat lenkt ein und hat die Mehrwertsteuer von zehn auf fünf Prozent gesenkt.

Schon jetzt sprechen viele davon, dass Olivenöl zu einem Luxusgut werden könnte. Verbraucher in Spanien würden ihren Konsum bereits beschränken, berichtet das Auslandsbüro der ARD in Madrid. Vom "flüssigen Gold" ist die Rede und in der spanischen Provinz Córdoba haben Diebe Ende August Olivenöl im großen Stil gestohlen – mehr als 50.000 Liter in Wert von 420.000 Euro.

Absehbarer Trend auch in Deutschland

"Die Preise für Olivenöl steigen bereits seit Längerem – das liegt auf der einen Seite an der derzeit vorherrschenden Inflation, aber auch an den fehlenden Ernteerträgen vor allem im Erzeugerland Spanien", erklärt Dieter G. Oberg, Leiter der Informationsgemeinschaft Olivenöl, auf Anfrage von t-online. In Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr das Olivenöl im Schnitt um 31 Prozent teurer geworden.

Der Branchenkenner ist mit einer voreiligen Preisprognose jedoch vorsichtig, trotzdem sei ein Trend zu erkennen. Die kommende Ernte im Oktober könnte in Spanien weniger negativ ausfallen als in den vorangegangenen Jahren. Zumindest dort könnte das die Lage entschärfen. "Ob das auch die Preise hier in Deutschland mit etwa zehn Euro auf den Liter beeinflusst, bleibt abzuwarten. Die Menge der Gesamternte, also auch aus Ländern wie Italien oder Griechenland, ist hier entscheidend", so Oberg.

In den vergangenen vier Jahren sei Spanien ein dominanter Exporteur für Deutschland gewesen, erklärt Oberg. Allein 2022 lag das Land auf Platz 2 deutscher Olivenölimporte, noch hinter Italien und vor Griechenland. "Spanien ist – neben dem Klima da sicherlich der Dreh- und Angelpunkt, was die Preisentwicklung betrifft. Literpreise von unter acht Euro, wie sie etwa vor wenigen Jahren in den Discountern noch zu finden waren, wird es auf absehbare Zeit bei uns aber nicht geben."

Selbst wenn sich die Lage bessert, ist nicht klar, wie sich die Produktionsländer auf künftige Ernteausfälle einstellen werden. Auch Italien und Griechenland kämpfen seit Längerem mit extremer Hitze. Das könnte künftig auch die Exportmengen senken. Die Türkei hat bereits den Export von Oliven gedrosselt, um die heimische Nachfrage zu decken und den Preis zu deckeln.

Verwendete Quellen
  • apps.fas.usda.gov: "United States Department of Agriculture Foreign Agricultural Service: Olive Oil Prices Skyrocket on Low Supplies" (englisch)
  • cnbc.com: "Olive oil prices surge over 100% to record highs, sparking cooking oil thefts" (englisch)
  • de.statista.com: "Führende Lieferländer von Olivenöl und seinen Fraktionen nach Deutschland in den Jahren 2021 und 2022"
  • destatis.de: "Verbraucherpreisindizes: Auffällige Preisveränderungen im August 2023"
  • elmundo.es: "Roban más de 50.000 litros de aceite de oliva en una almazara de Córdoba" (spanisch)
  • tagesschau.de: "Wird Olivenöl in Spanien zum Luxusgut?"
  • Gespräch mit Dieter G. Oberg, Leiter der Informationsgemeinschaft Olivenöl
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

t-online - Nachrichten für Deutschland


TelekomCo2 Neutrale Website