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Giftig oder nicht: Darf man Spinat aufwärmen?

Expertin klärt auf  

Giftig oder nicht: Darf man Spinat aufwärmen?

21.11.2018, 12:46 Uhr | anni, dpa-tmn

Giftig oder nicht: Darf man Spinat aufwärmen?. Finger weg von aufgewärmtem Spinat, heißt es häufig. Aber stimmt das wirklich?  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/3sbworld)

Finger weg von aufgewärmtem Spinat, heißt es häufig. Aber stimmt das wirklich? (Quelle: 3sbworld/Thinkstock by Getty-Images)

Jeder hat sich sicher schon einmal gefragt: Darf man Spinat aufwärmen? Gerüchte, dass das Gemüse dadurch giftig werden könnte, halten sich hartnäckig. Aber stimmt das wirklich?

Spinat und andere Blattgemüse, wie zum Beispiel Grünkohl oder Rosenkohl, enthalten relativ viel Nitrat. Das ist eine an sich harmlose Stickstoffverbindung, die Pflanzen zum Wachsen benötigen. Wird Spinat zu lange oder falsch gelagert, wandelt sich das enthaltene Nitrat in schädliches Nitrit um. Nicht nur die falsche Lagerung begünstigt diesen Prozess. Auch das Aufwärmen von bereits gekochtem Spinat trägt dazu bei.

Dennoch bedeutet dies nicht, dass Sie niemals Spinat aufwärmen dürfen. "Wenn man Spinat kurz und auf den Punkt erhitzt, dann ist es eigentlich kein Problem", erläutert Oecotrophologin und Buchautorin Dagmar von Cramm. Lediglich für Babys könne warmgehaltener Spinat schädlich sein.

Nitrit im Magen: Krebsfördernde Wirkung

Spinat, der im Treibhaus gewachsen ist, enthält besonders viel Nitrat, sagt von Cramm. "Nitrat kann durch längeres Warmhalten zu Nitrit werden und dieses eventuell im Magen zu Nitrosaminen, die eine möglicherweise krebserregende Wirkung auf unseren Körper haben", erläutert die Ernährungsexpertin. Darum sollten Spinatreste nicht bei Zimmertemperatur herumstehen, sondern sofort im Kühlschrank gelagert und dann zügig aufgewärmt werden.

Von Cramm empfiehlt: "Am besten eine Saftschorle oder Zitronenwasser dazu trinken oder einen Salat mit Zitronendressing oder roher Paprika dazu essen." Das enthaltene Vitamin C verhindert ihr zufolge die Entstehung von Nitrosaminen.

So hält Spinat länger

Wer sichergehen will, kann Spinat auch gut gewaschen roh genießen. Zum Beispiel als leckeren Salat mit getrockneten Cranberries und Mandelblättchen oder zur Suppe. So bleiben alle enthaltenen Nährstoffe wie das Vitamin C und Beta-Carotin erhalten – und aufwärmen muss man ihn auch nicht.

Frischen Salat können Sie auch einfrieren, wenn Sie die grünen Blätter nicht gleich aufbrauchen. Vor dem Einfrieren sollten Sie ihn am besten kurz garen und danach in Eiswasser abschrecken. Darauf weist die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse hin. Eingefroren hält sich das Gemüse danach bis zu zehn Monate – im Kühlschrank dagegen nur bis zu zwei Tage.

Spinat für Kinder lieber nicht aufwärmen

Für Kinder ist bei Spinat tatsächlich Vorsicht geboten. Vor allem Säuglinge dürfen keinen aufgewärmten Spinat essen. Kinder reagieren besonders empfindlich auf Nitrat. In Nitrit umgewandelt kann es für Babys sogar lebensgefährlich werden. Der Stoff kann außerdem den Sauerstofftransport im Blut behindern und zu Blausucht führen.

Bevor die Kleinen drei Jahre alt sind, sollten sie Spinat deshalb nur frisch zubereitet oder aus einem frisch geöffneten Gläschen bekommen, rät die Stiftung Warentest. Wird Spinat gründlich unter fließendem Wasser gewaschen und anschließend blanchiert, lässt sich der Nitratgehalt senken.

Nitrat nicht gänzlich verteufeln

Seit einigen Jahren beurteilen Ernährungsexperten Nitrat im Essen weniger kritisch. So belegen neuere Studien, dass Nitrat die Blutgefäße erweitern und so blutdrucksenkend wirken kann. Außerdem wirke es sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Besonders Sportler profitieren demnach von nitrathaltigen Lebensmitteln, da sie Energie liefern und den Muskelwachstum fördern.

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