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"Goldener Windbeutel" 2018: Die dreisteste Werbelüge des Jahres

Wahl zum "Goldenen Windbeutel 2018"  

Gesucht: Die dreisteste Werbelüge des Jahres

Von Silke Ahrens

06.11.2018, 15:42 Uhr
Zutaten und Verpackung: Die Tricks der Lebensmittelindustrie und Schummeleien im Supermarkt (Screenshot: Videoblocks)
Das sind die Tricks der Lebensmittelindustrie

Ob Zutaten oder Verpackungen: Darauf sollten Sie achten.

Schummeleien im Supermarkt: Das sind die Tricks der Lebensmittelindustrie bei Zutaten und Verpackungen. (Quelle: t-online.de)


Über welches Produkt im Supermarktregal haben Sie sich dieses Jahr besonders geärgert? Foodwatch stellt fünf unverschämte Mogelpackungen zur Wahl – und Sie können hier abstimmen.

Lebensmittel, die als "natürlich" angepriesen werden, aber voller Zusatzstoffe sind oder "smartes" Wasser, das alles ist – außer schlau: Auf vielen Produkten gibt es irreführende Angaben, mit denen wir getäuscht werden.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch deckt den Etikettenschwindel auf und kürt den "Golden Windbeutel". 2018 stehen fünf Produkte von Coca-Cola, Dennree, Edeka, Heinz und Schwartau mit besonders dreisten falschen Versprechungen zur Wahl. Erstmals konnten Verbraucher im Vorfeld auf der Beschwerdeplattform schummelmelder.de Lebensmittel, von denen sie sich besonders getäuscht fühlen, für den Schmähpreis vorschlagen.

Jetzt sind Sie dran. Stimmen Sie ab, welche der fünf Mogelpackungen dieses Jahr den Negativpreis "Goldener Windbeutel 2018" bekommen soll.

Das sind die Nominierten

1. Glacéau Smartwater von Coca-Cola

"Smart" ist an diesem Wasser nur die dreiste Abzocke, findet Foodwatch. Denn für das "dampfdestillierte" Wasser zahlen Kunden im Supermarkt mit 1,65 Euro pro Liter sieben Mal mehr als für herkömmliches Mineralwasser. Grund: In einem aufwendigen Verfahren wird das Wasser zuerst verdampft, dann wieder aufgefangen – nur um anschließend die bei dem Prozess verloren gegangenen Mineralstoffe wieder hinzuzufügen.

"Alles unglaublich kompliziert – ein völlig sinnloser Vorgang, den kein Mensch braucht", lautet das Urteil der Verbraucherorganisation. Denn: Das Smartwater ist demnach nicht besser als normales Mineralwasser.

2. Bratöl Olive von Dennree

Auch im Bio-Bereich gibt es Etikettenschwindel. Das "Bratöl Olive" von Bio-Pionier Dennree ist der Vorschlag von Verbraucherin Nadine Z., die sich von dem Produkt getäuscht fühlt. Das Bild von Oliven auf der Flasche und die Bezeichnung lassen darauf schließen, dass es sich um reines Olivenöl handelt. Dabei ist es in Wahrheit zur Hälfte mit günstigerem und weniger hochwertigem Sonnenblumenöl gestreckt. Nur 51 Prozent sind tatsächlich Olivenöl.

3. Erbseneintopf Gut & Günstig von Edeka

Der Erbseneintopf von Edekas Eigenmarke wirbt auf der grünen Dose mit dem Slogan: "Unser Versprechen garantiert ohne: geschmacksverstärkende Zusatzstoffe und Farbstoffe." Auf der Rückseite im Kleingedruckten wartet dann die Überraschung: Tatsächlich sind sogar zehn Zusatzstoffe enthalten.

Der Trick: Zusatzstoffe, die offiziell nicht als Geschmacksverstärker gelten oder Zutaten, die eine geschmacksverstärkende Wirkung haben, jedoch nicht als Zusatzstoffe bezeichnet werden, dürfen drin sein. Kurz gesagt: Der Eintopf ist hochgradig verarbeitet, erweckt aber den Anschein, naturbelassen zu sein. Das stört auch Verbraucher Christian B., der den Vorschlag eingereicht hat.

4. Kids Tomato Ketchup von Heinz

Mit diesem Produkt werden Eltern abgezockt, kritisieren Foodwatch und Verbraucherin Franziska C. Der Ketchup speziell für Kinder hat die gleichen Inhaltsstoffe wie die Version für Erwachsene – in eine schöne rote Kinderverpackung abgefüllt kostet er aber 40 Prozent mehr.

Weiterer Kritikpunkt: Obwohl der Ketchup mit "50% weniger Zucker & Salz" beworben wird, steht Zucker in der Zutatenliste immer noch an dritter Stelle. Das Problem: Gezuckerte Ketchups sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gar nicht für Kinder zu empfehlen.

5. Corny Milch von Schwartau

"Mit einem Plus an Calcium" und "mit wertvollem Getreide": Was auf der Verpackung sehr gesund klingt, entpuppt sich als Zucker- und Fettfalle. Denn mit 29,2 Prozent Zucker und 19,1 Prozent Fett enthält der "kleine Snack mit Milch" mehr Zucker- und Fettanteile als so manche Schoko-Sahne-Torte. Fazit von Foodwatch: "Corny Milch ist in Wahrheit Corny Zucker." Und auch Verbraucher Holm T. findet: "Das Produkt ist damit alles andere als gesund, sondern eine gewaltige Schummelei."

Alltägliche Verbrauchertäuschung im Supermarkt

Bis Anfang Dezember können Sie für das Produkt abstimmen, das für Sie die dreisteste Werbelüge des Jahres ist. Bereits zum achten Mal wird der Negativpreis verliehen – angenommen hat ihn bisher jedoch kein Unternehmen.

Die bisherigen Preisträger des "Goldenen Windbeutels" sind:

  • 2017: Der "babygerechte" Kinderkeks von Alete
  • 2014: Trinkmahlzeiten ab dem 10. Monat von Alete (damals Nestlé)
  • 2013: Capri-Sonne von Wild/Deutsche SiSi-Werke
  • 2012: Instant-Tee für Kinder von Hipp
  • 2011: Milch-Schnitte von Ferrero
  • 2010: Monte Drink von Zott
  • 2009: Trinkjoghurt Actimel von Danone

"Von Gesundheitsschwindel bis Elternabzocke: Im hart umkämpften Lebensmittelmarkt lassen sich die Hersteller immer wieder neue Tricks einfallen, um den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen", sagt Sophie Unger von Foodwatch, Wahlleiterin für den "Goldenen Windbeutel". "Das nervt! Die Lösung kann nicht sein, dass Verbraucher lernen, sich im Täuschungsdschungel zurechtzufinden – sondern die Hersteller müssen ihre Produkte ehrlich und leicht verständlich kennzeichnen."


Foodwatch fordert außerdem eine verständliche Nährwertampel auf Produkten und ein Verbot von irreführender Gesundheitswerbung, damit die alltägliche Verbrauchertäuschung im Supermarkt gestoppt wird.

Verwendete Quellen:
  • Foodwatch

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