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Goldener Windbeutel 2018: Erster Hersteller reagiert auf Nominierung

Wahl zum "Goldenen Windbeutel"  

Erster Hersteller reagiert auf die Nominierung

Von Silke Ahrens

07.11.2018, 14:35 Uhr
Goldener Windbeutel 2018: Erster Hersteller reagiert auf Nominierung. Die Nominierten für den "Goldenen Windbeutel 2018": "Erbseneintopf" von Edekas Eigenmarke "Gut und Günstig", "Corny Milch"-Riegel von Hersteller Schwartau, "Kids Tomato Ketchup" von Heinz, "Glacéau Smartwater" von Coca-Cola und "Bratöl Olive" der Bio-Marke Dennree. (Quelle: Foodwatch)

Die Nominierten für den "Goldenen Windbeutel 2018": "Erbseneintopf" von Edekas Eigenmarke "Gut und Günstig", "Corny Milch"-Riegel von Hersteller Schwartau, "Kids Tomato Ketchup" von Heinz, "Glacéau Smartwater" von Coca-Cola und "Bratöl Olive" der Bio-Marke Dennree. (Quelle: Foodwatch)

Bereits zum achten Mal sucht Foodwatch die Werbelüge des Jahres. Denn noch immer steht die Täuschung der Kunden im Supermarkt auf der Tagesordnung. Ein nominierter Hersteller will sein Produkt jetzt ändern.

2,8 Milliarden Euro – so viel gibt die Lebensmittelwirtschaft jedes Jahr für Werbung aus. "Das ist mehr als jede andere Branche – sogar mehr als die Automobilbranche – für Werbung zahlt, und zeigt, wie hart umkämpft der Lebensmittelmarkt ist", sagt Sophie Unger von der Verbraucherorganisation Foodwatch.

Zum Bewerben ihrer Produkte lassen sich Hersteller immer neue Tricks einfallen, um alle gesetzlichen Spielräume zu nutzen. Das zeigt auch die Wahl zum "Goldenen Windbeutel 2018": Nominiert sind fünf Produkte von Coca-Cola, Dennree, Edeka, Heinz und Schwartau mit besonders dreisten falschen Versprechungen.

Erster Hersteller reagiert auf die Nominierung

"Bratöl Olive" von Dennree: Der Hersteller will das Etikett ändern und 2019 direkt auf der Verpackungsvorderseite angegeben, was drin ist. (Quelle: Foodwatch)"Bratöl Olive" von Dennree: Der Hersteller will das Etikett ändern und 2019 direkt auf der Verpackungsvorderseite angegeben, was drin ist. (Quelle: Foodwatch)

Der Negativpreis dient dazu, auf das Problem der legalen Täuschung im Supermarkt aufmerksam zu machen. "Wir brauchen bessere Gesetze und dafür benötigen wir eine öffentliche Debatte und öffentlichen Druck. Je mehr Leute beim 'Goldenen Windbeutel' mitmachen, desto deutlicher ist die Botschaft, dass das Problem besteht und dass sich da was tun muss", erklärt Unger.

Die erste Reaktion auf die Nomierung für den "Goldenen Windbeutel" gibt es bereits vom Bio-Hersteller Dennree. Das "Bratöl Olive" wird mit "reinem Genuss" beworben. Dabei besteht das vermeintliche Olivenöl zur Hälfte aus weniger hochwertigem Sonnenblumenöl. Mit der Schummelei soll jetzt Schluss sein, schreibt Dennree in einem Statement an Foodwatch: "Diese Nominierung enttäuscht uns sehr, da es nicht unsere Absicht war, unsere Kunden zu täuschen."

Dennree will das Etikett des Öls ab 2019 ändern und auf der Vorderseite der Flasche angeben, dass das Produkt sowohl aus Olivenöl als auch aus Sonnenblumenöl besteht. Zudem soll künftig auf dem Etikett neben Oliven auch eine Sonnenblume abgebildet sein. "Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, schafft Dennree erst nach öffentlicher Kritik: Auf dem Etikett soll künftig draufstehen, was drin ist. Gar nicht so schwer, sollte man meinen“, sagt Unger. "Die anderen Kandidaten für den 'Goldenen Windbeutel' sollten sich an Dennree ein Beispiel nehmen."

Warum Täuschung im Supermarkt legal ist

Etikettenschwindel: Verbraucher haben mehr als 100 ganz unterschiedliche Produkte, von denen sie sich getäuscht fühlen, auf der Beschwerdeplattform von Foodwatch hochgeladen. (Quelle: t-online.de/Foodwatch)Etikettenschwindel: Verbraucher haben mehr als 100 ganz unterschiedliche Produkte, von denen sie sich getäuscht fühlen, auf der Beschwerdeplattform von Foodwatch hochgeladen. (Quelle: Foodwatch/t-online.de)

Aber warum stehen diese Produkte immer noch ganz legal im Supermarkt? In der Basisverordnung des Lebensmittelrechts heißt es: "Alle Praktiken, die den Verbraucher irreführen können, müssen verhindert werden" und in der Lebensmittelinformationsverordnung steht: "Informationen über Lebensmittel dürfen nicht irreführend sein."

Dass es trotzdem Etikettenschwindel im Supermarkt gibt, erklärt Oliver Huizinga von Foodwatch so: "Theoretisch hat das europäische Lebensmittelrecht den Anspruch, die Verbraucher vor Täuschung zu schützen. Tatsächlich ist es so, dass die Ausgestaltung des Rechts den Herstellern eine ganze Menge Spielraum lässt, um die Verbraucher in die Irre zu führen." 

Spielraum haben die Hersteller beispielsweise bei diesen Fragen:

  • Wie groß muss die Schrift sein?
  • Wie müssen die Nährwerte angegeben werden?
  • Welche Angaben sind notwendig, welche sind freiwillig?

Erfolge des "Goldenen Windbeutels"

Bisher habe fast jeder "Gewinner" aus den bisherigen "Windbeutel"-Wahlen irgendetwas an dem Produkt geändert, sagt Huizinga t-online.de. "Die Milchschnitte wurde früher als 'leichte Zwischenmahlzeit' beworben. Das ist heute nicht mehr der Fall. Ferrero hat im Grunde alle gesundheitsbezogenen oder gesundheitsassoziierten Angaben von den Verpackungen entfernt, was ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist."

Hipp habe 2012 noch deutlicher reagiert und einen Zuckerkrümeltee, der an Kleinkinder vermarktet wurde, komplett vom Markt genommen. Und auch Hersteller Alete, der den "Goldenen Windbeutel 2017" für einen zuckrigen Kinderkeks bekommen hat, der als "babygerecht" beworben wurde, habe diesen Verpackungshinweis von der Vorderseite entfernt.

"Das allein kann aber nicht die Lösung sein", erklärt Huizinga. "Wir können nicht für jedes Produkt, das täuscht, einen 'Goldenen Windbeutel' verleihen. Wir brauchen rechtliche Vorgaben, die es gar nicht erst notwendig machen, dass so ein Negativpreis verliehen werden muss." Und damit das passiert, können Sie noch bis zum 2. Dezember Ihren Favoriten 2018 für den Preis der dreistesten Werbelüge wählen.

Verwendete Quellen:
  • Foodwatch
  • Eigene Recherchen

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