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Radioaktive Pilze: Bundesamt für Strahlenschutz warnt

Bundesamt für Strahlenschutz warnt  

Diese Pilze könnten radioaktiv belastet sein

16.09.2021, 16:22 Uhr | dpa

Radioaktive Pilze: Bundesamt für Strahlenschutz warnt. Pilze sammeln (Symbolbild): Vor allem im Süden Deutschlands ist Vorsicht geboten. (Quelle: imago images/Scanpix)

Pilze sammeln (Symbolbild): Vor allem im Süden Deutschlands ist Vorsicht geboten. (Quelle: Scanpix/imago images)

Die Pilzsaison startet und auch in diesem Jahr müssen Pilzsammler nicht nur vorsichtig beim Unterscheiden giftiger und essbarer Pilze sein. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist auch auf belastete Pilze hin.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) macht Sammler auf radioaktiv belastete Pilze in Wäldern aufmerksam. Vor allem in Süddeutschland wiesen einige Pilzarten stark erhöhte Mengen des radioaktiven Isotops Cäsium-137 auf, heißt es im aktuellen Pilzbericht, über den das BfS informiert. "Das radioaktive Cäsium stammt noch immer aus dem Reaktorunfall in Tschernobyl vor 35 Jahren", erklärt Präsidentin Inge Paulini.

Unnötige Strahlenbelastung vermeiden

"Gelegentlich auch höher belastete Pilze zu verzehren, ist zwar nicht verboten. Dennoch sollte man sich über die üblicherweise stärker belasteten Pilzarten informieren und sie im Wald stehen lassen, um eine unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden", sagt Paulini. Das Umweltbundesministerium empfiehlt nicht mehr als 250 Gramm Wildpilze pro Woche zu essen. Von größeren Mengen ginge jedoch nicht unmittelbar ein gesundheitliches Risiko aus, sagt eine Sprecherin des BfS.

Hohe Cäsium-Werte seien unter anderem bei Maronenröhrlingen, gelbstieligen Trompetenpfifferlingen und verschiedenen Schnecklingsarten gemessen worden, hieß es. Unbedenklich seien etwa der Blutende Wald- sowie Zuchtchampignons.

Bayerischer Wald und Osnabrücker Land sind besonders betroffen

Stärker belastet seien Pilze vor allem in Regionen, in denen nach der Atomkatastrophe überdurchschnittlich viel Cäsium abgelagert worden sei, heißt es in einer Mitteilung des Bundesamtes. Das waren laut dem Pilzbericht vor allem Gebiete im Süden Bayerns wie der Bayerische Wald. Aber auch das Osnabrücker Land sowie Teile entlang der Leine zwischen Hannover und Göttingen, entlang der Elbe zwischen Schwerin und Magdeburg und bei Lübeck waren betroffen.

Die Belastung sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Vereinzelt würden aber weiterhin Werte von 4.000 Becquerel gemessen. Zum Vergleich: Der Grenzwert für Pilze im Handel liegt bei 600 Becquerel.

Nach BfS-Angaben hat der Verzehr von 200 Gramm Pilzen mit 3.000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm eine Belastung von 0,008 Millisievert zur Folge. "Dies entspricht der Strahlenbelastung bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria", schreibt das Bundesamt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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