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Taschengeld-Tabelle 2018: So viel Taschengeld ist angemessen

Taschengeldtabelle  

Warum Taschengeld für Kinder wichtig ist

31.08.2018, 08:59 Uhr | sca, dpa, cch, jb, t-online.de

Wie viel Taschengeld ist für Kinder angemessen? (Screenshot: t-online.de)
Wie viel Taschengeld ist für Kinder angemessen?

Wie viel Taschengeld angemessen ist, beschäftigt viele Eltern. Einen Vorschlag liefert das deutsche Jugendinstitut.

Wie viel Taschengeld ist für Kinder angemessen? (Quelle: t-online.de)


Eltern sollten ihren Kindern schon früh die Verantwortung für bestimmte Geldbeträge überlassen. Sobald ein Kind rechnen kann, sollte Sie ihm auch zutrauen, mit Taschengeld umzugehen, lautet eine gängige Empfehlung. Die Redaktion von t-online.de hat die wichtigsten Fakten rund ums Taschengeld zusammengestellt.

Gesetzlich ist es nicht geregelt, ob Eltern ihren Kindern Taschengeld geben müssen. Taschengeld ist aber wichtig, damit Kinder so früh wie möglich den Umgang mit Geld üben. Spätestens wenn sie in die Grundschule kommen, sollten sie regelmäßig Taschengeld bekommen, denn dadurch lernen sie, den Wert von Dingen einzuschätzen und Geld einzuteilen. Positiver Nebeneffekt: Dabei üben Kinder auch das Rechnen.

Infobox
• Die Höhe des Taschengelds ist abhängig vom Alter und Ihrem Einkommen. Es gibt offizielle Empfehlungen.
• Taschengeld kann ab dem 4. Lebensjahr geben werden.
• Ab dem 10. Lebensjahr wird Taschengeld monatlich gezahlt.
• Taschengeld soll Kindern einen verantwortlichen Umgang mit Geld beibringen.

Taschengeld-Tabelle 2018

Zuständigen Jugendämter geben Eltern Tipps, wie viel Taschengeld sie Ihren Kindern auszahlen sollten. Sie geben zudem folgende Orientierungswerte:

AlterHöhe des Taschengelds
Unter 6 Jahre0,50-1,00 Euro pro Woche
6 Jahre1,00-1,50 Euro pro Woche
7 Jahre1,50-2,00 Euro pro Woche
8 Jahre2,00-2,50 Euro pro Woche
9 Jahre2,50-3,00 Euro pro Woche
10 Jahre15,00-17,50 Euro pro Monat
11 Jahre17,50-20,00 Euro pro Monat
12 Jahre20,00-22,50 Euro pro Monat
13 Jahre22,50-25,00 Euro pro Monat
14 Jahre25,00-30,00 Euro pro Monat
15 Jahre30,00-37,50 Euro pro Monat
16 Jahre37,50-45,00 Euro pro Monat
17 Jahre45,00-60,00 Euro pro Monat
ab 18 Jahre60,00-75,00 Euro pro Monat

Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband empfiehlt entsprechende Beträge.

Wie sind die offiziellen Taschengeldempfehlungen?

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) aktualisiert regelmäßig die Taschengeldempfehlung. Dabei wird auch die Inflationsrate berücksichtigt. Erziehungswissenschaftler raten, Kindergarten- und Grundschulkindern das Taschengeld wöchentlich auszuzahlen. Erst ab einem Alter von zehn Jahren seien Kinder in der Lage, einen ganzen Monat zu überblicken und sich das Geld einzuteilen.

Ältere Kindergartenkinder ab vier oder fünf Jahren können etwa 50 Cent Taschengeld pro Woche erhalten, mit dem sie zum Beispiel ein Eis im Sommer oder kleine Spielsachen finanzieren. Die Beträge sollten sich pro Altersjahr um 50 Cent oder einen Euro steigern. Bei der Einschulung seien 1,50 Euro bis zwei Euro pro Woche angemessen. Für Zehnjährige empfiehlt das DJI einen monatlichen Betrag von etwa 13 Euro.

Ab 14 Jahren gibt das DJI eine größere Spanne vor, die sowohl die wachsenden Selbständigkeit der Jugendlichen, als auch den finanziellen Spielraum der Eltern berücksichtigt.

Unser Tipp
Stecken Sie Ihrem Kind nicht zusätzlich Geld zu, wenn es mit seinem Taschengeld nicht ausgekommen ist. So lernt Ihr Kind nicht den richtigen Umgang mit Geld und was es bedeutet, auch mal kein Geld zu haben.

Wie hoch sollte das Taschengeld sein?

Bei Jugendlichen kann man beispielsweise eine bestimmte Summe im Monat in eine Dose stecken, von der sie sich Hosen und Pullover kaufen dürfen. Im Geschäft kann das Kind dann frei entscheiden: Möchte ich lieber zwei günstige Hosen oder einen etwas teureren Pullover kaufen? Eltern müssen allerdings auch damit umgehen können, dass das Kind einen Winter lang in der Sommerjacke herumläuft, weil es sich im Herbst lieber eine Markenjeans leisten wollte.

Das Jugendinstitut weist darauf hin, dass die Taschengeldempfehlungen nur Richtwerte seien. "Die Höhe des Taschengelds sollte individuell in jeder Familie ausgehandelt werden. Je nach Familiengröße und Anzahl der Kinder, Entwicklungsstand des Kindes und den Einkommensverhältnissen kann es höher oder niedriger sein", heißt es. Dabei sollten Sie natürlich auch an Ihre eigene finanzielle Situation denken. Besonders große Familien, die von Hartz IV leben, müssen sich nicht zwingend an die gängigen Taschengeldhöhen halten, wenn dies sonst starke Einbußen aller Familienmitglieder nach sich ziehen würde.

Warum bekommen Kinder Taschengeld?

Im Hinblick auf die Finanzen im späteren Leben ist der Umgang mit Taschengeld eine wichtige Lektion für Kinder. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen: Ist eine Anschaffung sinnvoll und nötig oder nicht? Wie wichtig dieser verantwortungsvolle Umgang ist, belegen Zahlen: Zehn Prozent aller 20- bis 24-Jährigen in Deutschland sind verschuldet.

"Man muss bei den Kindern Interesse für das Thema Geld wecken“, sagt Kirsten Schlegel-Matthies, Professorin an der Universität Paderborn. Im Supermarkt sollen Kinder zum Beispiel lernen, Preise zu vergleichen oder sie suchen zu Hause nach Sparpotenzialen, wie unnötigem Stand-by-Betrieb von Fernseher und Stereo-Anlage. "Die Kinder sollen eine Vorstellung davon bekommen, welche Einnahmen realistisch sind, wo man sparen kann und was die Dinge kosten", sagt die Wissenschaftlerin.

Dürfen Kinder mit ihrem Taschengeld machen, was sie wollen?

Wichtiger als die Höhe des Taschengeldes ist, dass Eltern und Kinder klare Regeln zum Verwendungszweck vereinbaren. Man kann beispielsweise verabreden, dass man dem Kind Schulsachen wie Stifte und Blöcke kauft, dass es sie aber selbst ersetzen muss, wenn es sie verliert. Bei der Bemessung des Taschengelds sollte man ein bisschen großzügig sein. "Kosten die Klebebildchen, die ein Kind sich wöchentlich kauft, einen Euro, sollte man fünfzig Cent mehr geben. So haben die Kinder etwas Spielraum und können auch mal für größere Wünsche sparen", meint die Erziehungsberaterin Claudia König. Allerdings ist es auch möglich, dass sich die Kinder mit ihrem Taschengeld an den Kosten für ihr Mobiltelefon beteiligen oder sich hiervon Süßigkeiten und Spielzeug kaufen.

Allerdings ist es auch wichtig, dass Kinder größtenteils selbst entscheiden dürfen, was sie von Ihrem Taschengeld kaufen. Auch wenn die Anschaffung nicht immer sinnvoll für die Eltern erscheint, sollte sie nicht jeden Wunsch ausschlagen oder jeden Kauf kritisieren. Zudem dürfen Kinder auch nicht alles kaufen, was sie wollen. Wo die Grenzen liegen, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Taschengeldparagraph.

Kann Taschengeldentzug zur Bestrafung genutzt werden?

Für den Lerneffekt ist aber auch wichtig, dass Eltern immer an die Auszahlung des Taschengelds denken, ohne erinnert zu werden. Auch sollten die Kinder das Taschengeld unabhängig davon bekommen, ob sie lieb waren, ob sie gute oder schlechte Noten in der Schule geschrieben haben und auch unabhängig von der Sorgfalt, mit der sie die Hausaufgaben erledigt haben. Taschengeld ist keine Belohnung und auch keine Bestrafung.

Ist das Taschengeld einmal verteilt, sollten Eltern sich zurücknehmen. "Wenn das Kind das Geld zu Hause vergessen hat oder schon ausgegeben hat, sollte man ihm nicht ausnahmsweise wieder etwas finanzieren. Nur so lernt es auf Dauer, die Verantwortung für seine Ausgaben zu übernehmen", betont König.

Müssen Kindern sagen, wofür sie Geld ausgeben?

Besonders wichtig, um den Umgang mit Geld zu lernen, ist, was vielen Eltern schwer fällt: Offen über die Einnahmen- und Ausgabenseite des Haushaltes zusprechen. Um ein Gespür für Ein- und Ausgaben zu bekommen, sollten Eltern ihre Kinder mit zum Einkaufen nehmen, sie einbeziehen, wenn größere Anschaffungen in der Familie geplant sind und auch aus der Höhe ihres Gehaltes kein Geheimnismachen. "Es wird zu wenig über Geld gesprochen, die meisten Kinder wissen nicht, was ihre Eltern verdienen", hat Schlegel-Matthies festgestellt.

Sollten Kinder ein Taschengeldbuch führen?

Damit Ihre Kinder stets den Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben haben, empfehlt es sich beispielsweise, ein Heft mit den Zahlen zu notieren. Verschiedene Farben helfen den Kleinen zusätzlich, schnell einen Überblick über ihr erspartes Taschengeld zu bekommen und zu erkennen, wofür sie den größten Teil ausgegeben haben. Das Taschengeldbuch können Sie entweder als Buch im Buchhandel kaufen oder als Excel-Tabelle anlegen.

Ein weiter Tipp ist es, Ihren Kindern Sparziele zu setzen. Das hilft Kindern zu verstehen, dass sie sich nicht gleich alles sofort kaufen sollten, sondern sich auch über Ausgaben Gedanken machen: "Wenn ich mir das jetzt kaufe, kann ich mir meinen großen Wunsch erst viel später erfüllen." Anregungen und Hilfen sind durchaus erlaubt, so der Kinderschutzbund. Versuchen Sie jedoch nicht, zu bevormundend zu sein.

Ist ein Sparbuch und Girokonto für Kinder sinnvoll?

Ab acht Jahren sollten Kinder zusätzlich zum Taschengeld auch ein Sparbuch bekommen. So machen Sie erste Erfahrungen mit Geld und Zinsen. Größere Geldbeträge sollten stets auf dem Sparbucheingezahlt werden. Es ist auch eine erste Einführung in die Buchführung. Mit 14 bis 16 Jahren ist dann auch ein Jugend-Girokonto sinnvoll. Vor Verschuldung brauchen Eltern in dem Fall keine Angst zu haben, denn ein Dispo-Kredit darf Minderjährigen nicht ohne weiteres eingeräumt werden.

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Wie lange sollten Sie Ihrem Kind Taschengeld zahlen?

Das hängt von Ihrer eigenen finanzielle Situation ab. Hat Ihr Kind jedoch eine Ausbildung angefangen oder verdient es selbst ausreichend Geld, ist eine Auszahlung nicht mehr nötig.



Verwendete Quellen:
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Bundes Deutscher Inkasso-Unternehmen

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